Lewis Hamilton sieht die aktuelle Reifensituation relativ gelassen

Formel 1 2013

— 19.04.2013

Hamilton: "Formel 1 ist strategischer geworden"

Während Sebastian Vettel nach dem China-Rennen über die Pirelli-Reifen wettert, sieht Lewis Hamilton die Situation gelassener: "Man muss damit zurechtkommen"



Fuß vom Gas: So lautet momentan das Motto in der Formel 1. Die Reifensituation ist einmal mehr das beherrschende Thema in der Königsklasse des Motorsports. Die Pirelli-Pneus in ihr Arbeitsfenster zu kriegen, stellt die Teams momentan vor eine große Herausforderung. Das Schonen der Reifen geht dabei so weit, dass man den Erzrivalen ziehen lässt um das Rennen mit ordentlichen Rundenzeiten und in einer soliden Position zu Ende zu fahren, so gesehen vergangene Woche beim Großen Preis von China, als Sebastian Vettel im Red Bull dem späteren überlegenen Sieger Fernando Alonso kampflos das Feld überließ.

Bei Vettel, der den Grand Prix in Schanghai als Vierter beendete, machte sich anschließend Frust breit. In den Augen des Heppenheimers habe die praktizierte Reifentaktik nichts mehr mit Rennsport zu tun, in dem man sich ja eigentlich mit allen Mitteln der Kunst bekämpfen sollte. Sein Arbeitgeber Red Bull hatte schon nach dem Malaysia-Rennen die von Pirelli zur Verfügung gestellten Mischungen kritisiert. Sie verfügten über eine zu kurze Lebensdauer und ein zu kleines Leistungsfenster. Pirelli selber zeigte anfangs nur wenig Verständnis, möchte demnächst aber offenbar doch neue Mischungen bringen.

Es gibt jedoch auch Piloten, die das Thema nicht ganz so kritisch sehen, darunter Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. Der ist im Gegensatz zu Vettel nicht der Ansicht, dass die Formel 1 zu einer "Bummel-Formel" verkommt: "Es ist noch richtiges Rennfahren, es ist nur strategischer geworden", schätzt Hamilton im Gespräch mit 'BBC' die aktuelle Lage im Rennzirkus ein.

Hamilton: "Früher konnten wir Vollgas geben"

Gleichzeitig gibt Hamilton aber zu, dass die Formel 1 bei seinem Debüt im Jahr 2007 eine völlig andere gewesen sei, nicht nur, weil damals mit Rillen- statt profillosen Slick-Reifen gefahren wurde. "Man musste nicht strategisch fahren, höchstens, wenn man jemanden überholen wollte", erinnert sich der heute 28-Jährige. "Man konnte die Reifen hart rannehmen und durfte keine Zeit verlieren. Man musste so lange wie möglich mit den Reifen draußen bleiben, konnte aber dennoch alles aus ihnen rausholen."

Heute sei solch eine Vorgehensweise nicht mehr möglich, auch wenn der Mercedes von Hamilton noch vergleichsweise schonend mit den Reifen umgeht. Im Gegensatz zu Vettel sieht Hamilton die Reifensituation als Herausforderung, nicht als Makel an, wenngleich ihm die Situation auch nicht unbedingt immer gefällt. Jedoch: "Ich mag die Tatsache, dass sich die Formel 1 pausenlos verändert und dass man immer dazulernen muss." Handlungsbedarf seitens Pirelli bestehe in Hamiltons Augen nicht: "Man muss mit der Situation klarkommen. Ich denke nicht, dass man die Situation drastisch ändern sollte."

Erste drei Runden in einem Stint sind entscheidend

Zum Lernprozess gehört vor allem der richtige Umgang mit den schwarzen Pneus auf unterschiedlichen Strecken und bei unterschiedlichen äußeren Einflüssen. "Viele Fahrer stellen fest, dass die ersten drei Runden eines Rennabschnitts für die Lebensdauer der Reifen am entscheidendsten sind", verrät Hamilton. Überstrapaziere man in diesen Umläufen den Reifen, seien Satz und Stint eigentlich schon hinüber. Hamilton: "Der richtige Umgang verlängert die Haltbarkeit, wodurch man am Ende noch einmal angreifen kann."

Vollkommen zurückstecken müsse man also nur, wenn man zuvor zu stark angegriffen hat. Das Zauberwort heißt Taktik, durch die man im richtigen Moment immer noch Druck ausüben könne: "Man kann heutzutage immer noch angreifen, jedoch nur in einem bestimmten Rahmen. Man darf also nicht mit dem Auto herumrutschen und die Reifen zu stark beanspruchen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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