Felipe Massa war am Freitagmorgen der schnellste Mann in Bahrain

Formel 1 2013

— 19.04.2013

Bahrain-Auftakt: Ferrari sofort schnell

Die Ferrari-Piloten Felipe Massa und Fernando Alonso sind im ersten Freien Training am schnellsten: Mercedes und Red Bull in Schlagdistanz, Lotus (noch) nicht



Die Formel 1 ist trotz aller politischen Diskussionen um die Austragung des Grand Prix von Bahrain am Freitag zur Tagesordnung bergegangen. Am Vormittag stand um 9:00 Uhr (MESZ) das erste Freie Training auf dem "Bahrain International Circuit" (BIC) auf dem Programm. Wie auf der Wstenstrecke blich, ging es zunchst mit wenig Verkehr auf der Strecke los. Die Piste war zum Start in die 90-mintige Session sandig, aber nach rund einer halben Stunde begannen die Teams mit der ernsthaften Arbeit.

Alle Teams rckten in der ersten Session ausschlielich mit der harten Reifenmischung aus, die weicheren Medium-Pneus werden wohl erst am Nachmittag ausgepackt werden. Entsprechend langsam waren die Rundenzeiten. Selbst die Bestmarke von Felipe Massa war nicht sonderlich beeindruckend schnell. In 1:34.487 Minuten war der Ferrari-Pilot, der in den Vorjahren in Bahrain oft gut unterwegs war, fast eine Sekunde langsamer als die Bestmarke aus dem ersten Freien Training im Vorjahr.

Dennoch hinterlie Ferrari insgesamt in einer wenig aussagekrftigen Einheit den besten Eindruck. Massa bentigte nur wenige Runden, um auf gutes Tempo zu kommen. Auch der F138 von China-Sieger Fernando Alonso (2./+0,077 Sekunden) war schnell. Allerdings klagte der Spanier immer wieder ber eine mangelhafte Balance. Zuerst gab es bei beiden Autos aus Maranello starkes Untersteuern, spter monierte Alonso ein bersteuern am Kurvenausgang, das durch abgefahrene Reifen und hohe Benzinlast verstrkt wurde.

Hamilton bt Sparen

Bei Ferrari probierte man am Morgen einen vernderten Frontflgel aus. Der aerodynamische Effekt des Bauteils wurde mit reichlich FloViz-Farbe sichtbar gemacht. Ob der neue Flgel tatschlich Fortschritt bringt, lsst sich noch nicht bemessen. Massa und Alonso spielten whrend der gesamten Session immer wieder an der Bremsbalance, um blockierende Reifen beim Anbremsen zu verhindern und die Reifentemperaturen an Vorder- und Hinterachse im Lot zu halten.

Im Lager von Mercedes spielte Nico Rosberg (3./+0,134) seine innige Liebe zum Rennkurs in der Wste aus. Der Deutsche nahm seinem Teamkollegen Lewis Hamilton (13./+1,305) ber eine Sekunde ab. Whrend Rosberg mit 22 Runden nicht nur fleiig, sondern auch konstant schnell unterwegs war, kam der Brite nicht recht auf Tempo. Das mag aber durchaus am Programm gelegen haben. Hamilton machte Aerodynamiktests und bte eine Sprit sparende Fahrweise, um nicht wieder im Nachteil zu sein.

Sebastian Vettel (4./+0,303) prsentierte sich zum Auftakt des Bahrain-Wochenendes solide, allerdings auch mehrfach am Limit. Mit einem vernderten Frontflgel rutschte der amtierende Champion mehrfach am Kurvenausgang ber die Vorderachse weit ber die Randsteine. Am Ende des Trainings rstete man auf eine alte Version des Flgels zurck. Bessere Rundenzeiten waren damit nicht mehr mglich, aber die Reifen waren zu jenem Zeitpunkt auch bereits erheblich verschlissen. Red Bull fuhr erstmals mit Lchern in der Radnabe, die aerodynamische Vorteile versprechen.

Red Bull mit Lchern

Teamkollege Mark Webber blieb als Siebter (+0,614) am Vormittag ebenso unauffllig wie die beiden McLaren-Piloten Jenson Button (6./+0,582) und Sergio Perez (11./+1,153). Wie erwartet stark zeigte sich Force India. Paul di Resta (5./+0,462) und Adrian Sutil (8./0,632) waren bereits in Malaysia bei hnlicher Hitze und den gleichen Reifenmischungen schnell gewesen. Dort wurde man allerdings im Rennen von Problemen mit den Radmuttern gebremst - das sollte in Bahrain nicht noch einmal passieren.

Als einer der groen Favoriten auf den Rennsieg am Sonntag in Sakhir gilt Kimi Rikknen. Dessen Lotus kam aber am Freitagmorgen noch nicht ganz so gut auf Tempo. Der Finne landete in 1:35.345 Minuten auf Platz neun, sein Teamkollege Romain Grosjean wurde von KERS-Sorgen geplagt und letztlich Zehnter. Lotus probierte die neue Version des FRIC-Systems aus. Allerdings schien dies nicht zu berzeugen. Bei Rikknens Fahrzeug machte man sich schon vor dem Ende des Trainings an einen umfassenden Umbau.

In den hinteren Reihen fiel unter anderem Williams auf. Valtteri Bottas (12./+1,296) war mit einer neuen Version des Heckflgels auf der Bahn. Das Hauptblatt des Spoilers ist an der Unterseite gewlbt. Pastor Maldonado (16./+2,011) war mit der alten Version unterwegs. Formel-1-Rckkehrer Heikki Kovalainen kam bei seinem Freitagseinsatz im Caterham nicht gut auf Tempo, Rodolfo Gonzalez hatte bei Marussia viel Pech. Der Rookie konnte wegen eines Getriebeschadens nur sieben Runden drehen. Am Nachmittag werden wieder Giedo van der Garde (Caterham) und Jules Bianchi (Marussia) fahren.

Fotoquelle: xpbimages.com

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