Wird aus dem Bahrain-Grand-Prix bald das Märchen aus 1001 Nacht?

Formel 1 2013

— 22.04.2013

Nachtrennen, Saisonauftakt, Test: Bahrain hat große Pläne

Der Golfstaat will seinen Status im Formel-1-Kalender ausbauen und könnte sich bis 2021 binden - Streckenchef spricht von "Mutterland des Motorsport"



In der jüngsten Vergangenheit produzierte der Bahrain-Grand-Prix mehr Schlagzeilen durch Sicherheitsbedenken und Sponsoren, die ihre Marketingaktivitäten lieber nicht im autokratischen Golfstaates ausrichten, als durch Erfolgsmeldungen. Das hält die Verantwortlichen nicht davon ab, große Pläne zu schmieden. Nach dem zehnjährigen Jubiläum am Wochenende will das Königsreich seinen Formel-1-Vertrag verlängern, den Saisonauftakt veranstalten, einen Test ausrichten und ein Nachtrennen initiieren.

Zayed Alzayani bestätigt die großen Pläne, die es in Manama gibt, und verkündet erfreut, dass die Bahrainis damit auf fruchtbaren Boden bei Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone gestoßen sind: "Wir sind bereit. Es liegt auf dem Tisch", sagt der Streckenchef, dessen Bahn noch einen Kontrakt bis 2016 besitzt. Alzayani jedoch will lieber früher als später Nägel mit Köpfen machen: "Natürlich blicken wir weiter und beabsichtigen eine Verlängerung. Wir fühlen uns dem Sport verschrieben, waren das erste Nahost-Rennen."

Leicht pathetisch spricht er sogar vom "Mutterland des Motorsport in Nahost" und ignoriert die Tatsache, dass die politische Situation im Land immer wieder dazu führt, dass sich die Europäer an dem Grand Prix stoßen. In der vergangenen Woche hatten britische Parlamentsabgeordnete eine Absage wegen der Menschenrechtsverstöße im Land gefordert. Alzayani ist bemüht, ein gegenteiliges Image aufzubauen und meint über die Zukunft: "Wir wollen als das freundliche Rennen im Kalender bekannt werden."

Ecclestone sendet positive Signale

Und das am besten gleich, wenn die Lichter der Formel-1-Saison auf Grün springen. "Wir haben schon einmal das Auftaktrennen ausgerichtet, schon das dritte Rennen und auch schon das vierte Rennen", erinnert der Streckenchef im Gespräch mit 'Autosport', will aber noch nichts über die Planungen für 2014 sagen. "Es wäre verfrüht, etwas zu prognostizieren. Zwischen Juli und Oktober wissen wir mehr." Wie Alzayani einräumt, ist es den Bahrainis aber ein Anliegen, die kalendarische Nummer eins zu sein.

In den vergangenen Jahren war Australien darauf abonniert, wurde aber schon einmal vom Wüsten-Gastspiel vertreten, als in Melbourne die Commonwealth Games stattfanden. Doch Bahrain hat noch mehr Pläne: "Wir würden liebend gerne einen Test ausrichten", fährt Alzayani mit dem Forderungskatalog fort und knüpft an eine Idee der Formel-1-Teams sowie Pirellis an, die vor dem Startschuss unter warmen Bedingungen proben und das Regen- sowie Kälterisiko in Europa meiden möchten.

"Schlussendlich liegt die Entscheidung bei den Teams, nicht bei uns", erklärt Alzayani, dessen Mitstreiter bereits über einer weiteren Idee brüten. "Wir sehen uns verschiedene Optionen an. Ein Nachtrennen ist eine davon, aber eben nur eine", lässt er anklingen, ohne die Sache für spruchreif zu erklären: "Es gibt in diesem Punkt pro und kontra, alles ist offen." Fest steht aber: Nach dem zehnten Geburtstag wollen wir etwas verändern." Es würde perfekt zum Image vom Rennen in "1001 Nacht" passen.

Wie durchgesickert ist, sollen die Pläne weit fortgeschritten sein, die Installation einer permanenten Flutlichtanlage ist angedacht. Ecclestone, der Bedenken wegen der politischen Situation mit teils zynischen Kommentaren harsch abschmetterte, rollt Bahrain den roten Teppich aus: "Machen sie einen exzellenten Job und sind wir mehr als glücklich, bekommen sie einen neuen Vertrag für fünf Jahre, da sehe ich keine Probleme", sagt der 82-Jährige.

Fotoquelle: xpb.cc

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