Für Christian Klien sind derzeit Red Bull und Lotus die stärksten Teams

Formel 1 2013

— 27.04.2013

Klien: "Vettel hätte so oder so gewonnen"

Ex-Formel-1-Pilot Christian Klien glaubt, dass Sebastian Vettel in Bahrain auch ohne Alonsos technische Probleme gewonnen hätte: "An ihm führte kein Weg vorbei"



Sebastian Vettel fuhr am letzten Wochenende in Bahrain ein eher einsames Rennen. Von Platz zwei gestartet, nahm er direkt die Verfolgung auf und hing wenig später im Heck des Polesetters Nico Rosberg, den er in Runde drei überholte. Anschließend konnte sich der Red-Bull-Pilot praktisch nur selber schlagen. Er und sein RB9-Bolide ging auf dem Sakhir Circuit so schonend mit den Reifen um, dass niemand wirklich etwas gegen den dreifachen Weltmeister ausrichten konnte.

Dabei spielte dem Deutschen allerdings auch der Umstand in die Karten, dass Fernando Alonso schon früh technische Probleme zu beklagen hatte. In Schanghai noch erfolgreich, hatte der Ferrari-Pilot mit Startplatz drei auch in Bahrain keine schlechte Ausgangsposition. Früh streikte jedoch das DR-System an seinem roten Boliden. Es konnte zwar aktiviert werden, der Flügel stellte sich am Ende der Geraden jedoch nicht mehr auf, wodurch Abtrieb verloren ging. Infolgedessen musste der Spanier das restliche Rennen auf das System verzichten. Ein klarer Nachteil und ein Grund, warum der Doppelweltmeister nur Achter wurde.

Laut Ex-Formel-1-Pilot Christian Klien hätte Alonso beim Wüstenrennen aber ohnehin nichts gegen Vettel ausrichten können. "Ich denke, dass Vettel in Bahrain definitiv stärker war und so oder so den Sieg eingefahren hätte", sagt der ehemalige Red-Bull-Pilot im Interview mit 'Sportradio360.de'. Ein gutes Ergebnis wäre für Alonso aber durchaus drin gewesen: "Er hätte sicherlich auf das Podium fahren können, was wichtige Punkte für ihn bedeutet hätte. An Sebastian Vettel führte am vergangenen Wochenende aber kein Weg vorbei."

Lotus ist Red Bulls schärfster Gegner

Einzig das Lotus-Team kann laut Klien derzeit etwas gegen die Kombination Vettel und Red Bull ausrichten. Klien weist dabei vor allem auf die Qualitäten von Kimi Räikkönen hin. "Er ist ein exzellenter Fahrer, der wie vergangenes Jahr kaum Fehler macht. Deshalb war er im Vorjahr auch ganz weit vorne in der Weltmeisterschaft", schlussfolgert Klien. Speziell die Rennleistung sei enorm hoch einzuschätzen. Im Qualifying bestünde beim Team aus Enstone jedoch noch etwas Nachholbedarf: "Da sind sie vielleicht nicht ganz so stark wie Red Bull, Ferrari oder Mercedes."

Der Lotus gilt als ähnlich reifenschonend wie der Red Bull, wodurch Räikkönen und Teamkollege Romain Grosjean in Bahrain in der Lage waren, Vettel einigermaßen zu folgen und die Plätze zwei und drei einzufahren. Klien: "Sie haben ein Auto gebaut, das wieder sehr gut mit den Reifen umgeht, was ja aktuell wieder das A und O in der Formel 1 ist. Lotus wird über die Saison gesehen noch sehr stark sein."

Die Frage sei allerdings, inwieweit man das Entwicklungstempo der Konkurrenz mitgehen kann. Lotus verfügt bekanntlich über ein deutliches schmaleres Budget als die Konkurrenz. "Da schätze ich angesichts der größeren Budgets doch Red Bull, Ferrari und Mercedes stärker ein", sagt Klien.

Klien rechnet für die Zukunft mit ähnlichem Kräfteverhältnis

Beim anstehenden Europa-Auftakt in Barcelona werden die Formel-1-Teams völlig andere Bedingungen erwarten als zuletzt in Bahrain. Auf dem Wüstenkurs waren die Verhältnisse extrem. Der Asphalt war enorm heiß, staubig und somit rutschig. Auf dem Circuit de Catalunya könnte es zwar auch heiß werden, allerdings bei weitem nicht so heiß wie in Sakhir. Ähnlich sind allerdings die schnellen Kurven, in denen eine gute Aerodynamik gefragt ist. Dort könnten die Reifen auch wieder das Zünglein an der Waage sein.

Die Teams hatten im Winter bereits zwei Mal die Möglichkeit, mit ihren aktuellen Autos in Barcelona zu testen und sich auf die neue Saison vorzubereiten. Damals waren die Temperaturen allerdings viel niedriger als sie es im Mai sein werden. Viele Rennställe werden mit Ausbaustufen zum ersten Rennen in Europa reisen, was das Kräfteverhältnis verschieben könnte. Daran glaubt Klien, der zwischen 2004 und 2010 49 Grands Prix für Jaguar, Red Bull und HRT bestritt, aber nicht.

"Im Endeffekt werden die gewohnten Teams mit den stärksten Gesamtpaketen vorne sein", prognostiziert der 30-Jährige. "In der Hinsicht erwarte ich auch bei den anschließenden Rennen keine Überraschungen." Eine Ausnahme könnte es jedoch geben: "Monaco, denn da kommt es eher auf den Fahrer an."

Fotoquelle: xpbimages.com

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