Daniel Ricciardo sieht sich im Toro-Rosso-Duell gut aufgestellt

Formel 1 2013

— 30.04.2013

Ricciardo scherzt: "Habe längst bei Red Bull unterschrieben"

An Selbstbewusstsein mangelt es Daniel Ricciardo nicht: Sollte er Jean-Eric Vergne schlagen, sieht er das Cockpit von Mark Webber schon in Reichweite



Auf dem Shanghai International Circuit in China fuhr Daniel Ricciardo sein bestes Karriereergebnis heim. Der siebte Platz des Toro-Rosso-Piloten sorgte für Balsam auf der Seele. In Bahrain versuchte der Australier, das Ergebnis der Vorwoche zu wiederholen - doch mehr als Rang 16 war in der Wüste nicht drin. Bisher stellen die sechs Punkte aus China die einzigen Saisonzähler von Ricciardo dar - war die gute Leistung des STR8 also nur eine Eintagsfliege?

"Die Strecke könnte ein Ausrutscher gewesen sein, das weiß man nie", gibt der 23-Jährige zu. "Also wollen wir das wiederholen, um zu wissen, was wir drauf haben. Aber ich denke, das war ein echter Indikator für unseren Speed", glaubt Ricciardo nicht an ein einmaliges Ergebnis. Der siebte Platz in der Qualifikation sei ein zusätzlicher Beweis: "Wir haben das ziemlich aus eigener Kraft geschafft", ist er überzeugt.

"Es war kein Glück", betont der Australier weiter. "Wir sind Siebter geworden, weil wir den Speed hatten." Bisher ließ der neue STR8 jenen aber bei den anderen Rennen vermissen. Teamkollege Jean-Eric Vergne konnte bisher auch nur einmal in die Punkteränge vordringen - als Zehnter holte der Franzose in Malaysia einen Punkt. Damit liegt er im möglichen Kampf um das Red-Bull-Cockpit von Mark Webber nun fünf Punkte hinter Ricciardo, der zugibt, dass das Resultat von China ein wenig Druck von seinen Schultern genommen hat, nachdem er seinen Boliden zuvor zweimal vorzeitig abstellen musste.

"Ich denke, das macht die Herangehensweise für mich ein bisschen relaxter", so Ricciardo. Allzu entspannt sollte er die weiteren Rennen aber auch nicht angehen, weiß er. "Wenn ich zu relaxt bin und erwarte, erneut Siebter zu werden, dann wird das ein großer Fehler sein. Ich muss weiterhin arbeiten, um in die Top-10-Plätze zu kommen. Ein bisschen Last von den Schultern genommen, hat es aber auf jeden Fall."

Lob von Marko

Zusätzlichen Aufwind dürften die Aussagen von Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko gebracht haben, der Ricciardo eine bessere Leistung als Vergne bescheinigt. Ist das Cockpit seines Landsmannes im Mutterteam also schon in Reichweite? "Ich habe schon längst dort unterschrieben", lacht er gegenüber 'Sport Bild'. "Aber im Ernst: Natürlich würde ich gerne beim Weltmeister-Team fahren. Deshalb ist es wichtig, mich mit guten Resultaten bei Toro Rosso zu bewerben. Bisher läuft es ganz gut."

Doch auch der Australier weiß, dass eine Saison nicht nur aus vier Rennen besteht - und dass sich alles ganz schnell wenden kann. Im vergangenen Jahr verlor er am Ende sogar das Stallduell gegen Vergne. Das darf er sich diesmal nicht erlauben: "Wenn mir Jean-Éric in dieser Saison um die Ohren fährt, ist meine Karriere vorbei. So einfach ist das", weiß der Toro-Rosso-Pilot. Sein Rennstall war in der Vergangenheit nicht dafür bekannt, zimperlich mit seinen Fahrern umzugehen.

Dass ein rauer Wind aber auch bei Red Bull wehen kann, zeigt das aktuelle Beispiel zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber. Zwar kennt Ricciardo den Deutschen schon aus seiner Zeit als Testfahrer des Teams und will ein gutes Verhältnis zu ihm aufgebaut haben, doch wie es dann als Teamkollege wäre, kann er auch noch nicht sagen: "Vielleicht würden auch wir uns als Teamkollegen etwas distanzierter verhalten. Im Moment habe ich aber kein Problem mit ihm - und er auch keins mit mir. Wir sind beide noch jung, er ist für einen Deutschen auch ziemlich nett", lacht der 23-Jährige.

Ricciardo als Teamplayer

Und er ist sich sicher, dass Webber auch kein Problem damit hätte, sein Cockpit an seinen Landsmann abzutreten, sollte er die Formel 1 verlassen: "Wir sind befreundet, und wenn er keine Lust mehr hat auf die Formel 1, würde er es sicher gut finden, wenn ich sein Auto bekäme." Angst vor Vettel hat er dabei aber nicht: "Mark Webber hat schon eine Menge Rennen gewonnen in der Formel 1, aber das traue ich mir auch zu."

An einem finalen Thema kommt aber auch der Toro-Rosso-Pilot nicht vorbei: Stallorder. Zwar ist diese jetzt bei Red Bull außer Kraft gesetzt, doch ausgeschlossen ist es nicht, dass sich der Jüngling dem Red-Bull-Aushängeschild unterordnen müsste. Doch zumindest am Anfang würde er das nicht mit sich machen lassen: "Jetzt muss ich vorsichtig sein, was ich sage", lacht er. "Also Politik würde ich keine machen. Aber auch ich will gewinnen. Dafür fahre ich Formel 1. Ich will der Beste sein."

"Wenn allerdings der Punkt in einer Saison gekommen wäre, wo er mir klar in den Hintern getreten hat (wenn Vettel ihm klar überlegen ist; Anm. d. Red.), dann würde ich nach seinen Regeln spielen", lässt Ricciardo wohl die Aussage aufblitzen, die Red Bull wohl gerne hören würde. Denn was würde ihnen besser gefallen, als ein hungriger junger Mann, der den Heppenheimer im Zweifel in Ruhe lassen würde.

Fotoquelle: xpbimages.com

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