Der Grosjean-Unfall in Spa 2012 brachte die Diskussionen ins Rollen

Formel 1 2013

— 09.05.2013

Teams sprechen sich für Strafpunktesystem aus

Die Idee eines Strafenkatalogs bei Regelverstößen bekam von den Teams in Barcelona grünes Licht: Nur vier Teams dagegen - Meinungen der Fahrer geteilt



Im Vorfeld des Grand Prix von Spanien in Barcelona trafen sich die Bosse der elf Formel-1-Teams, um über die Einführung eines Strafenkatalogs zu Beginn der kommenden Saison abzustimmen. Sieben Teams stimmten bei dieser Gelegenheit für die Einführung eines solchen "Punkte-Führerscheins" für Grand-Prix-Piloten.

Das neue Strafsystem soll die gegenwärtig verhängten Strafen wie Rückversetzungen in der Startaufstellung oder Verwarnungen nicht komplett ersetzen, sondern vielmehr ergänzen. Die Rennkommissare würden dann ab der Saison 2014 Strafpunkte für Vergehen wie das Verursachen von Unfällen (drei Punkte) oder das Nichteinhalten des korrekten Abstands zum Safety-Car (ein Punkt) vergeben.

Jeder Fahrer, der im Verlauf von zwölf Monaten zwölf Strafpunkte angesammelt hat, müsste - so die Idee - ein Rennen aussetzen. Zwölf Monate lang sollen die Punkte auf der Superlizenz des betroffenen Fahrers vermerkt bleiben, anschließend wären sie getilgt.

Lediglich vier Teams wollen eine derartige Regeländerung nicht sehen. Nach Informationen unserer Kollegen von 'Autosport' handelt es sich dabei um die Teams Red Bull, Toro Rosso, Lotus und Williams. Im Falle von Lotus und Williams liegt der Verdacht nahe, dass die zurückliegenden Vorkommnisse ihrer Piloten Romain Grosjean und Pastor Maldonado der Grund für die Gegenstimmen sind.

Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' entstand die Idee für einen Strafenkatalog nur deshalb, weil Grosjeans Verhalten in Spa-Francorchamps 2012 eigentlich nicht zu einer Sperre führen sollte, angesichts der Auswirkung auf die WM-Wertung (Fernando Alonso war einer der Fahrer, für die der Grand Prix von Belgien durch den Unfall beendet war) dann aber doch so hart bestraft wurde.

Fahrer sind geteilter Meinung

In Reihen der Piloten gehen die Meinungen zum Strafenkatalog auseinander. "Anhand dessen, was ich bisher gehört habe, glaube ich, dass es funktionieren könnte", sagt Ferrari-Pilot Felipe Massa und fügt hinzu: "Diejenigen Fahrer, die Probleme verursachen, werden mehr darunter leiden als die anderen. Ich war im Verlauf meiner gesamten Karriere nie in so etwas verwickelt und finde es in Ordnung. Es ist eher in Richtung der jungen Fahrer gerichtet, die neu in die Formel 1 kommen."

Red-Bull-Pilot Mark Webber sieht das Thema kritischer und stößt sich vor allem am Gedanken, dass angesammelte Strafpunkte nach einem Jahr getilgt sein sollen. "Es ist wie im richtigen Leben. Es muss immer einen Schuldigen geben. Unfälle werden trotzdem auch weiterhin passieren. Als ein Vertreter der traditionellen Sichtweise bin ich der Meinung, dass man Punkte, die man angesammelt hat, auch behalten sollte. Wenn sich jemand daneben benimmt, dann sollte er gesperrt werden", argumentiert der Australier.

Der in Barcelona mehrheitlich befürwortete Vorschlag wird nun direkt dem FIA-Weltrat vorgelegt, anstatt ihn wie ursprünglich vorgesehen, zunächst der Formel-1-Kommission zu unterbreiten. Da es derzeit kein gültiges Concorde-Agreement gibt, fällt die Instanz der Formel-1-Kommission in diesem Fall weg. Somit könnte der Strafenkatalog bereits bei der im Juni anstehenden Weltratssitzung im Reglement für die Saison 2014 verankert werden.

Fotoquelle: xpbimages.com

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