Sebastian Vettel war am Freitag knapp vor Fernando Alonso der Schnellste

Formel 1 2013

— 10.05.2013

Der Nachmittag in Barcelona: Vettel vor Alonso und Webber

Auf trockener Strecke lieferten sich Sebastian Vettel und Fernando Alonso ein enges Duell um die Bestzeit in Barcelona - Reifenschaden bei Paul di Resta



0,017 Sekunden. So viel trennte die beiden bestplatzierten Piloten im zweiten Freien Training zum Großen Preis von Spanien. So viel war Sebastian Vettel (Red Bull) schneller als Fernando Alonso (Ferrari), der auf dem Circuit de Catalunya vor seinen spanischen Landsleuten antritt. Und nun auch bei besten äußeren Bedingungen, denn pünktlich zur zweiten Einheit strahlte die Sonne über Barcelona.

Die Teams nutzten die erneuten 90 Minuten an Streckenzeit, um sich ausführlich mit dem Setup ihrer Fahrzeuge zu beschäftigen und um auch einen genauen Blick auf die Reifen zu werfen. Dieses Mal waren die Piloten und ihre Rennställe schließlich gleich mit drei Mischungen konfrontiert: Neben den Varianten Medium und Hard, die auch im Rennen eingesetzt werden, gab es noch einen Versuchsreifen.

Dieser noch härtere Pneu, der über eine bessere Haltbarkeit verfügen soll und dem Hard-Reifen der vergangenen Saison ähnlich ist, kam vor allem zu Beginn der Session zum Einsatz. Vettel markierte damit die erste Bestzeit des Nachmittags, indem er den 4,6 Kilometer langen Kurs in 1:27.307 Minuten umrundete. Weil auf trockener Strecke aber viel Fahrbetrieb herrschte, purzelten die Zeiten regelrecht.

Vettel mit der Bestzeit am Freitag

Am Ende stand aber erneut Vettel vorn, mit einer Rundenzeit von 1:22.808 Minuten. Damit lag der Weltmeister etwa eine halbe Sekunde über der Pole-Position-Zeit von Pastor Maldonado (Williams) aus dem Vorjahr und nur 0,017 Sekunden vor Alonso, der sich auf Platz zwei einreihte. Mark Webber (Red Bull) fuhr weitere 0,066 Sekunden hinter Alonso auf den dritten Platz des zweiten Trainings.

Neben Kimi Räikkönen (Lotus/+ 0,222 Sekunden), Felipe Massa (Ferrari/+ 0,302), Lewis Hamilton (Mercedes/+ 0,332), Nico Rosberg (Mercedes/+ 0,590), Adrian Sutil (Force India/+ 1,032) und Jean-Eric Vergne (Toro Rosso/+ 1,250) fuhr auch Paul di Resta (Force India/+ 1,296) in die Top 10. Einziger Deutscher in der zweiten Hälfte des Klassements: Nico Hülkenberg (Sauber/+ 2,359) auf Rang 15.

Doch der Reihe nach: Hatten die Piloten am Vormittag noch Geduld beweisen müssen, als die Strecke nass war, so begannen sie am Nachmittag sofort mit dem Fahrbetrieb. Neue Frontflügel, neue Seitenkästen, neue Unterböden - in der Formel-1-Boxengasse gibt es an diesem Wochenende viele Updates für die Fahrzeuge, die sich am besten im Trockenen testen lassen. Genau das stand auf dem Programm.

Reifenschaden bei di Resta

Ein großes Thema waren aber einmal mehr auch die Reifen. Und dabei kam es gegen Ende der Session zu einem Zwischenfall bei di Resta: Der Schotte bog im Force India auf die Zielgerade ein, als sich an seinem rechten Medium-Hinterreifen nach einer Fahrt über elf Runden plötzlich die Lauffläche ablöste, was di Resta zur Aufgabe zwang. Er musste sein Auto am Ende der Boxenmauer abstellen.

Was bei di Resta geschah, blieb ein Einzelfall. Die Reifen der anderen Piloten wiesen jedoch ebenfalls starke Gebrauchsspuren auf, vor allem die Pneus an der linken Fahrzeugseite - Barcelona wird schließlich im Uhrzeigersinn befahren. Nicht überraschend ist, dass sich die Medium-Mischung als weniger haltbar erwies als die Hard-Variante, die über die Distanz der Reifen der Wahl zu sein scheint.

Darauf konzentrierten sich die Teams bei ihren Longruns im zweiten Freien Training. Und dabei taten sich vor allem Alonso und Räikkönen hervor, die mit ihren Ferrari- und Lotus-Boliden rundenlang ein konstantes Tempo halten und dabei sogar in die Region von 1:27er-Zeiten vordringen konnten. Red Bull und Mercedes schienen da nicht mithalten zu können, eher schon über eine schnelle Runde.

Massa und Sutil üben für den "Ernstfall"

Geübt wurde neben dem Fahren eines kompletten Stints übrigens auch das Verhalten im Zweikampf, wohl aber eher unfreiwillig: Sutil setzte sich kurz vor Ablauf der Zeit am Ende der langen Zielgeraden innen neben Massa, der in der Bremszone mit stehenden Rädern dagegenhielt, den Deutschen dann aber doch ziehen ließ. Allerdings nicht ohne zumindest einen Konterversuch in Kurve zwei anzudeuten.

Dass Überholen mit DRS, dem verstellbaren Heckflügel, kein Problem darstellt, bewies Massa wenig später, als er sich auf der Gegengerade erst an Sergio Perez (McLaren) heran- und dann auch am Mexikaner vorbeizoomte. McLaren schien mit einem großen Update-Paket am Freitag aber noch nicht richtig in Fahrt zu kommen. Sowohl Perez als auch Jenson Button verfehlten damit die Top 10.

Mit einem ähnlich rundum erneuerten Fahrzeug hat Toro Rosso indes wohl einen Fortschritt gemacht. Vergne und Daniel Ricciardo hielten sich konstant in der Top-10-Region auf und spulten - wie am Vormittag im Nassen - etliche Trainingsrunden ab. Auch Sauber-Pilot Hülkenberg fuhr viel, klagte aber am Ende der Einheit über fehlenden Topspeed. Denn in dieser Wertung waren Andere deutlich besser.

Alonso Schnellster auf der Geraden

Mit 318 km/h raste Lokalheld Alonso am schnellsten durch die "Radarfalle" am Ende der Zielgeraden, gefolgt von Sutil (315 km/h) und di Resta (315 km/h) sowie Charles Pic (Caterham/314 km/h), Massa (314 km/h) und Räikkönen (313 km/h). Und all das bei ständig wechselndem Wind, der zwischendurch mit über fünf Metern pro Sekunde über die Strecke brauste. Tückisch vor allem auf den langen Geraden.

Was also bleibt, ist der Eindruck, dass sich auch beim Europa-Auftakt der Formel 1 die "üblichen Verdächtigen" an der Spitze des Klassements tummeln. Mit Red Bull und Ferrari ist am Samstag und am Sonntag wieder zu rechnen, ebenso mit Lotus und Mercedes. McLaren scheint noch nicht in Fahrt gekommen zu sein. Dafür sind Force India und auch Toro Rosso in Barcelona auf dem Vormarsch.

Fotoquelle: xpbimages.com

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