Nico Rosberg sicherte sich die Pole-Position zum Spanien-Grand-Prix

Formel 1 2013

— 11.05.2013

Geschlossen in Reihe eins: Alles Silber in Spanien

Mercedes triumphiert im Qualifying: Nico Rosberg und Lewis Hamilton starten in Barcelona vor Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen und Fernando Alonso



Das hat es schon seit 1955 nicht mehr gegeben: Das Mercedes-Werksteam steht zum dritten Mal in Folge auf der Pole-Position zu einem Formel-1-Grand-Prix. Und dieses Mal ist die Freude bei Silber besonders groß, denn Nico Rosberg und Lewis Hamilton stehen geschlossen in Startreihe eins. Das Mercedes-Duo hat der Qualifikation zum Großen Preis von Spanien in Barcelona seinen Stempel aufgedrückt.

Und rein statistisch bedeutet das: Der Sieg beim fünften Formel-1-Saisonrennen ist nur eine Formsache. Denn in Barcelona ist der Startplatz ähnlich entscheidend wie beim Stadtkurs-Klassiker in Monte Carlo. Das sagen die Ergebnisse der vergangenen Jahre. Und sie sagen auch: Seit 1996 hat kein Fahrer mehr den Spanien-Grand-Prix gewonnen, der nicht aus Startreihe eins losgefahren ist.

Das wird Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull/+ 0,336 Sekunden) nicht gern hören. Der WM-Titelverteidiger musste sich im spannenden Qualifying auf dem Circuit de Catalunya mit Rang drei hinter Rosberg und Hamilton (+ 0,254) zufrieden geben, ließ aber immerhin Kimi Räikkönen (Lotus/+ 0,459) und Fernando Alonso (Ferrari/+ 0,500) hinter sich. Das große Thema ist und bleibt aber Mercedes.

Mercedes schwärmt von Reihe eins

"Ein besseres Ergebnis kann man, vorbehaltlich des Sonntags, offensichtlich nicht erzielen", sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche nach dem Doppelerfolg im Zeittraining. "Das ist natürlich absolut spitze. Für heute können wir uns einfach nur freuen. Wir haben offensichtlich ein tolles Auto und die beiden haben einen tollen Job gemacht." Was auch Mercedes-Sportchef Toto Wolff zu würdigen wusste.

"Erste Reihe mit beiden Fahrzeugen, Nico auf der Pole-Position - einen besseren Samstag kann es nicht geben", sagt er bei 'RTL'. "Es ist extrem erfreulich." Auch wenn es "ein bisschen" überraschend komme. "Wir haben uns gut vorbereitet, haben aber eigentlich für das Rennen gearbeitet", meint Wolff. "Wir müssen uns jetzt einfach auf morgen konzentrieren und schauen, dass wir alles richtig machen."

Pole-Setter Rosberg mahnt - bei aller Euphorie um die erneut starke Leistung im Qualifying - ebenfalls zur Zurückhaltung, schließlich sei das Rennen am Sonntag noch einmal eine ganz andere Nummer: "Die erste Startreihe ist fantastisch, sollte jedoch mit Vorsicht genossen werden, wenn wir an Bahrain zurückdenken." Dort hatte Mercedes im Grand Prix nicht an das gute Zeittraining anknüpfen können.

Ein bisschen Überraschung ist dabei...

Die Bestzeit in Barcelona sei aber trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung, weil man infolge des jüngsten Rennens vieles optimiert habe. "Und im Qualifying lief heute alles perfekt", betont Rosberg. "Ich fuhr eine richtig gute Runde und bin sehr froh darüber." Dass Mercedes so schnell gewesen sei, werte er als "kleine Überraschung". Den Formel-1-Rundenrekord gab's als Sahnehäubchen obendrauf.

Was Rosberg auch die Anerkennung des Teamkollegen einbringt: "Ich gratuliere Nico. Er hat klasse Arbeit geleistet. Ich freue mich für ihn und das Team, das hart dafür gearbeitet hat." Positive Worte verliert auch Vettel als Dritter: "Ich bin recht zufrieden mit diesem Ergebnis, denn am Samstag war ich nicht sehr happy mit dem Auto gewesen. Alles in allem war es in Ordnung", meint der Weltmeister.

Abwarten - so lautet die Devise bei Red Bull und den weiteren Mercedes-Verfolgern. "Wir haben im Grunde das erreicht, was wir verdient haben", sagt Räikkönen, der am Sonntag neben Vettel als Vierter losfährt. "Für das Qualifying war es ganz gut. Wir müssen jetzt sehen, was die anderen im Rennen machen." Und da will vor allem Lokalheld Alonso den Fans eine richtig gute Show bieten.

Williams enttäuscht auf ganzer Linie

Er werte Startplatz fünf nicht als Enttäuschung, stellt er vorab klar: "Es ist einfach das, was wir im Augenblick draufhaben", meint er. "Auf eine Runde haben wir vielleicht nicht die Pace der Anderen. Wir wissen aber, dass wir bei den Longruns, wenn die Reifen abbauen, genau so gut oder vielleicht sogar besser dastehen als sie. Unsere Zeit kommt am Sonntag", versichert der Ferrari-Fahrer.

Doch zurück zum Qualifying, das gleich in Q1 bittere Momente für die Vorjahressieger in Barcelona bereithielt. Neben den beiden "Hinterbänkler"-Teams Caterham und Marussia scheiterte nämlich auch Williams mit beiden Fahrzeugen an der ersten Hürde. Und als wäre dies nicht schlimm genug: Pastor Maldonado (18.), 2012 Rennsieger in Spanien, verlor auch noch das Teamduell gegen Valtteri Bottas (17.)

Schon zu diesem Zeitpunkt hatte sich vorn angedeutet, was später in der Pole-Position münden sollte: Hamilton und Rosberg fuhren mit hohen 1:21er-Zeiten an die Spitze des Klassements und sicherten sich damit das Weiterkommen, während Sauber und überraschend auch McLaren um den Einzug in Q2 bangen mussten. In der zweiten Einheit kam es dann aber dicke für die erfahrenen Formel-1-Teams.

Button scheidet in Q2 "ohne Grip" aus

Auf den Rängen 15 und 16 schieden Nico Hülkenberg und Esteban Gutierrez als Q2-Schlusslichter aus. "Wir sind nicht schnell genug. So einfach ist das", meint Hülkenberg bei 'Sky Sports F1'. Und er rechnet offenbar nicht mit Besserung im Renntrimm: "Auch da sind wir zu langsam. Leider sind wir momentan nicht konkurrenzfähig. Wir müssen das Auto schneller machen", erklärt der Deutsche.

Weitaus dichter dran am Einzug in die Top 10 waren Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne von Toro Rosso, denen auf den Positionen elf und zwölf jeweils nur ein knappes Zehntel fehlte. Bei Adrian Sutil (Force India/13.) waren es hingegen schon drei Zehntel, bei Jenson Button (McLaren/14.) noch einen Tick mehr. "Ich hatte überhaupt keinen Grip", klagt Button, das prominenteste "Opfer" von Einheit zwei.

Die Top-10-Startplätze machten also Andere unter sich aus, nachdem erneut Hamilton (in 1:21.001 Minuten) die Bestzeit markiert hatte. Und in Q3 kam es schließlich zu einem Showdown auf der weicheren Reifenmischung, die in Barcelona einen Vorteil von etwa 0,5 bis 0,6 Sekunden gegenüber der härteren Variante aufweist. Mit dem inzwischen bekannten Ende für die Mercedes-Piloten.

Rosberg fährt sicher zur Pole-Position

Allerdings mit unterschiedlichen Strategien: Rosberg ging, genau wie die Ferrari-Piloten, insgesamt zweimal auf eine schnelle Runde, legte aber schon mit seinem ersten Versuch die Messlatte sehr hoch und im zweiten Anlauf noch einmal nach: 1:20.718 Minuten. Keine Chance für die Konkurrenz, die alles auf eine Karte setzte und mit nur einem "Schuss" nach der Pole griff - an diesem Samstag aber vergebens.

Doch was sagt uns die Reihenfolge der Top 10 um Rosberg, Hamilton, Vettel, Räikkönen, Alonso sowie Felipe Massa (Ferrari), Romain Grosjean (Lotus), Mark Webber (Red Bull), Sergio Perez (McLaren) und Paul di Resta (Force India) für den Grand Prix am Sonntag? Noch nicht allzu viel, meinen die Piloten. Vor allem Mercedes muss sich aber wohl warm anziehen, glaubt Räikkönen.

"Die können auf eine Runde sehr schnell sein. Man muss sehen, ob sie im Rennen auch noch so stark sein werden. Ich glaube, unter Rennbedingungen eher nicht. Hoffentlich liege ich da richtig", sagt der Ex-Champion. Wolff wähnt sich trotzdem in einer guten Ausgangslage: "Zwei ganz vorn zu haben, ist immer ein Vorteil. Nicht nur, um zu taktieren, sondern auch was das Endresultat ausmacht."

Vier Teams mit Siegchancen in Barcelona?

Er sei überzeugt davon, dass vier Teams gewinnen können. Wer sich letztendlich durchsetzt, hänge auch von den Pirelli-Reifen ab, meint der Mercedes-Sportchef. Davon ist WM-Spitzenreiter Vettel überzeugt: "Es wird sicher ein sehr interessantes Rennen, bei dem es wieder um die Reifen gehen wird. Sie werden nicht allzu lange halten. Es wird anstrengend. Deshalb ist es gut, vorn zu starten."

Rosberg hofft jedenfalls darauf, kein "Bahrain reloaded" zu erleben. "Wir haben gesehen, wie es in Bahrain gelaufen ist: Da stand ich auch auf Pole und im Rennen ging gar nichts mehr. Sicherlich haben wir die Sachen jetzt ein bisschen besser im Griff und auch verstanden, warum wir da Probleme hatten", erklärt der Mercedes-Fahrer. Was das bedeutet, zeigt sich am Sonntag ab 14 Uhr in Barcelona...

Fotoquelle: xpbimages.com

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