Nico Rosberg war auch am Nachmittag im Fürstentum der Schnellste

Formel 1 2013

— 23.05.2013

Mercedes dominiert Donnerstag in Monaco

Zwei Silberpfeile vor zwei Ferraris, Sebastian Vettel ohne KERS nur auf Platz neun: Der erste Trainingstag in Monaco bestätigte die meisten Erwartungen



Nico Rosberg darf sich bei seinem "Heim-Grand-Prix" in Monaco (der gebürtige Wiesbadener lebt seit seiner Kindheit in Monte Carlo) über die Bestzeit am ersten Trainingstag freuen. Der Mercedes-Pilot, der schon am Vormittag Schnellster gewesen war, steigerte sich in der zweiten Donnerstags-Session auf 1:14.759 Minuten und bestätigte damit die Erwartungshaltung der Silberpfeile, wie schon im vergangenen Jahr (damals durch Michael Schumacher) zumindest um die Pole-Position kämpfen zu können.

Wie es dann im Rennen aussehen wird, ist eine ganz andere Geschichte, denn Rosberg wurde während der heutigen Longruns, die in erster Linie dazu dienen, die Haltbarkeit der Reifen zu evaluieren, vom Team instruiert, beim Herausbeschleunigen Acht zu geben, um die Temperatur der Hinterreifen nicht zu sehr in die Höhe schnellen zu lassen. Auch bei Teamkollege Lewis Hamilton, mit 0,318 Sekunden Rückstand Zweiter, sahen die weicheren Supersoft-Reifen nach dem Longrun nicht besonders gut aus.

"Ich fühle mich wohl, aber das heißt nicht automatisch, dass ich auf Pole stehen werde", relativiert Rosberg. "Es lief heute gut, aber wir wissen nicht, wie viel Benzin die anderen an Bord hatten. Wir sind vorne dabei, ja, aber wir wissen nicht, ob es reichen wird. Und dann haben wir ja auch noch das Problem mit dem Renntempo. Daran haben wir heute gearbeitet - und wir haben, so denke ich, ein paar Fortschritte gemacht und ein paar Dinge verstanden. Trotzdem gibt es noch das eine oder andere Fragezeichen."

Ferrari heute erster Mercedes-Verfolger

Hinter dem Mercedes-Duo sicherte sich Ferrari mit Fernando Alonso (+0,437) und Felipe Massa (+0,519) die Plätze drei und vier. Alonso legte einen spektakulären Drift hin, als er bei Rascasse beinahe auf den Sauber von Nico Hülkenberg (13./+2,064) aufgefahren wäre - an der gleichen Stelle, an der Massa am Vormittag fast zum Rammbock für Max Chilton (21./Marussia/+4,025) geworden wäre. Die beiden spulten je 39 Runden ab - deutlich weniger als etwa Hamilton, mit 51 Umläufen am Nachmittag der fleißigste Arbeiter.

Nicht ganz vorne mithalten konnte heute Sebastian Vettel (Red Bull), der sich 1,255 Sekunden Rückstand einhandelte und Neunter wurde. Der Deutsche musste zu Beginn 22 Minuten warten, bis er als Letzter auf die Strecke gehen konnte, und hatte dann wegen eines technischen Problems keine KERS-Zusatzpower zur Verfügung. Das erklärt auch den Rückstand von gut einer halben Sekunde auf seinen Teamkollegen Mark Webber (+0,645), nicht aber den Rückstand des Red-Bull-Teams insgesamt.

McNish hat auch Lotus auf dem Zette

"Ich hatte am Nachmittag kein KERS, aber das war mehr eine Sicherheitsmaßnahme", gibt Vettel zu Protokoll. "Schwer zu sagen, wo wir stehen. Wir haben am Vormittag einen größeren Umbau vorgenommen, deswegen waren wir nur knapp eine Stunde unterwegs, auf nur einem Satz Reifen, mit einem kurzen Versuch auf weichen Reifen. Wir brachten die Zeit nicht richtig zustande, also alles in allem nicht ideal. Aber ich denke, wir haben ein schnelles Auto, wenn es passt. Es war ganz okay. Wir müssen nur schauen, dass das Auto zusammenkommt."

"Die Mercedes sind auf eine Runde offensichtlich sehr schnell und sehen auch auf den Longruns ein bisschen besser aus als bisher", lautet die Analyse von Formel-1-Experte Allan McNish. "Ferrari ist sehr stark und ich habe den Eindruck, dass Webber momentan schneller fahren kann als Vettel. Und man darf Lotus nicht ganz außer Acht lassen, denn wenn die das Qualifying hinbekommen, sind sie eine Kraft, mit der man rechnen muss." Möglicherweise auch erstmals in dieser Saison mit beiden Fahrzeugen.

Denn auch wenn Romain Grosjean seinen Boliden nach gut einer halben Stunde ausgangs Sainte Devote in die Mauer gesetzt und dabei die Frontpartie und die Radaufhängung links vorne komplett zerstört hat, war zumindest sein Speed in Ordnung. Der Franzose konnte trotz der fehlenden Trainingszeit mit gerade mal zehn Runden den siebten Platz verteidigen und war unterm Strich nur um zwei Zehntelsekunden langsamer als "Iceman" Kimi Räikkönen (6.), der 29 Runden mehr absolvierte.

Abbruch wegen eines lockeren Randsteins

Jenson Button sieht auf McLaren noch "eine Menge Arbeit" zukommen, um den achten Platz mit 1,200 Sekunden Rückstand zu verbessern. Paul di Resta wurde Zehnter und gewann das Stallduell bei Force India gegen Adrian Sutil um drei Zehntelsekunden. Hinter den beiden landete Sergio Perez (McLaren/+1,675), der kurz vor Schluss in der Boxengasse stehen blieb (mit einem Problem links vorne), dann aber noch einmal auf die Strecke gehen konnte und beim Rausfahren angewiesen wurde, den Motor bestmöglich zu kühlen.

Den Abschluss des Mittelfeldes bildeten heute Williams und Toro Rosso, wobei beide Teams aus ihren Updates nicht hundertprozentig schlau zu werden scheinen. Ganz hinten stand am Ende Giedo van der Garde (Caterham) mit 4,272 Sekunden Rückstand. Für die einzige rote Flagge des Tages sorgte aber keiner der "jungen Wilden", sondern ein lose gewordener Randstein, der unmittelbar nach dem Grosjean-Unfall an ganz anderer Stelle (Swimmingpool) wieder festgezurrt werden musste, um einen reibungslosen Trainingsbetrieb zu ermöglichen.

Was die Haltbarkeit der Reifen angeht, so zeichnet sich die Tendenz ab, dass es einigen Teams tatsächlich gelingen könnte, mit nur einem Boxenstopp über die Runden zu kommen - das war schon in den vergangenen Jahren meist die gewinnbringende Strategie. Aber so oder so haben die schlauen Köpfe der Formel 1 nun länger als sonst Zeit, denn der Freitag ist in Monte Carlo bekanntlich trainingsfrei - weiter geht's erst am Samstagmorgen. Bis dahin stehen nur Partys und PR-Termine auf dem Programm...

Fotoquelle: xpbimages.com

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