Formel 1 2013

— 30.05.2013

Prost kann Reifen-Nörgler verstehen

Doch keine neuen Reifen beim Kanada-Rennen: Alain Prost kann den Frust von Red Bull und Mercedes verstehen, ist aber gegen die Beeinflussung der Machtverhältnisse





Pirelli hat angekündigt, dass beim Rennen in Kanada nun doch noch keine neuen Reifen zum Einsatz kommen sollen. Stattdessen werden die leicht veränderten Gummis lediglich im Freien Training zu Testzwecken aufgezogen. Einzige Änderung: Die Außenschultern sind mit einem Kevlar- statt einem Stahlring versehen. So soll verhindert werden, dass sich der Reifen zu schnell aufheizt und es zu erneuten Delaminierungen (Ablösen der Lauffläche; Anm. d. Red.) kommt. Pirelli rudert nun also doch zurück - Red Bull und Mercedes dürften sich ärgern.

Diesen Schritt seitens Pirelli hatte Formel-1-Legende Alain Prost in Monaco bereits erahnt und gut geheißen: "Es gibt drei Möglichkeiten. Erstens: Es gibt ein Sicherheitsproblem, dann ist diese Entscheidung absolut richtig. Zweitens: Es soll künftig drei statt vier Stopps geben. Das fände ich auch gut, weil die Rennen sehr unübersichtlich geworden sind. Drittens: Es geht darum, die Kräfteverhältnisse im Feld von außen zu beeinflussen. Das wäre ein Desaster", so der Franzose gegenüber 'Welt am Sonntag'. Pirelli scheint Prost gehört zu haben, kümmert sich zunächst nur um das "Sicherheitsmanko Lauffläche".

Prost, der seinerzeit als großer Materialschoner galt, und deswegen den Spitznamen "Professor" verpasst bekam, kann den Unmut von etwa Red Bull und Mercedes nachvollziehen. Trotzdem sei das Problem ein generelles: "Mich würde das auch stören. Ich wollte immer die Kontrolle haben, und dafür muss man jedes Detail verstehen. Das ist offensichtlich nicht der Fall." Wie auch immer es nach Kanada weitergehen wird: "Ich glaube, dass diese Änderung gar nicht so viel ändern wird. Lotus und Ferrari werden den Vorteil, den sie sich herausgearbeitet haben, nicht verlieren", so der Vierfach-Weltmeister.

Zwar gehe es dem Franzosen nach in der Formel 1 auch darum, sich an technische Gegebenheiten anzupassen, dazu müsse man das Problem aber verstehen. "Niemand begreift die Reifen hundertprozentig. Deswegen ist es normal, dass in einer Wettkampfsituation Frust entsteht. Die Unterschiede sind winzig, der Druck ist riesig", gibt Prost zu bedenken. Eine weitere Ursache für die Reifenproblematik seien die seltenen Testmöglichkeiten: "Wenn die Formel 1 solche Probleme in Zukunft vermeiden wollte, müssen dringend wieder mehr Testtage erlaubt werden."

Auch spiele das niedrige Durchschnittsalter im aktuellen Fahrerfeld eine Rolle: "Ältere Fahrer haben in solchen Momenten einen Vorteil, weil sie emotional gefestigter sind aufgrund der Dinge, die sie erlebt haben. Sie können den Ingenieuren besser sagen, was sie zu tun haben. Und darum geht es bei dieser Reifendiskussion." Für Prost somit ein weiterer Teilgrund, warum Sebastian Vettels Rivalen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen jeweils besser mit den Reifen zurechtkommen als der Weltmeister.

Fotoquelle: xpbimages.com

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