Bei diesem Crash-Test wird ein Frontalaufprall simuliert

Formel 1 2013

— 30.05.2013

Whiting und Bauer stolz auf Entwicklung der Sicherheit

Leben retten durch Crash-Tests: Die Sicherheit in der Formel 1 hat sich grandios entwickelt, auch wenn manchen dadurch der Reiz etwas abgeht



Die Gratwanderung zwischen Leben und Tod in der Formel 1 gibt dem Sport seinen Reiz - so die Meinung vieler. "Der Fakt, dass die Gefahr überall lauert, macht es aufregend", ließ beispielsweise Lewis Hamilton vor dem Monaco-Grand-Prix verlauten. Die Zeiten, in denen die Fahrer Staubkappen statt Helme trugen, sind aber längst Geschichte. Kein anderer Bereich innerhalb der Königsklasse dürfte sich in den vergangenen Jahrzehnten so grundlegend weiterentwickelt haben wie die Sicherheit.

FIA-Renndirektor Charlie Whiting und Jo Bauer, Technischer Delegierter der FIA in der Formel 1, sind stolz auf diese Entwicklung. Besonders der Tod Ayrton Sennas im Jahr 1994 gab der Thematik einen großen Schub, doch schon vorher begann man mit dem Ausbau der Sicherheit: "Der erste (Crash-Test; Anm. d. Red.) fand 1985 statt und untersuchte einen simplen Frontalaufprall", so Whiting. Bis 1998 blieb es bei diesen einfachen Tests, von da an betrachtete man das gesamte Chassis.

Die Crash-Tests wurden immer komplexer, mehr und mehr mögliche Aufprallwinkel wurden betrachtet, das Auto dahingehend stabilisiert: "Nach den Heck-Aufprall-Tests war der nächste Schritt, uns um seitliche Einschläge zu kümmern", erinnert sich Bauer, der seit vielen Jahren die Aufsicht über die künstlich herbeigeführten Unfälle hat. Neue Denkanstöße seien immer wieder durch Unfälle auf der Strecke entstanden. Robert Kubicas spektakulärer Unfall 2007 in Kanada sei ein solcher gewesen, so Whiting: "Manchmal braucht es nur das Bewusstsein, dass ein spezieller Unfallhergang möglich ist - das war da der Fall."

Gleichzeitig sei der Kubica-Unfall eine positive Bestätigung der Sicherheitsentwicklungen gewesen: "Das war ein heftiger Unfall; ich bin sicher, dass die Änderungen in den Crash-Tests der vergangenen zwei Jahrzehnte an diesem Tag sein Leben gerettet haben", gibt Bauer zu bedenken. "Ich bin sicher, dass einige Ingenieure dadurch schlaflose Nächte haben, aber diese Tests sollen nicht frustrieren. Wenn wir sie nicht täten, würden wir auch mehr Verletzungen sehen."

Im Grunde befürworte ja auch Hamilton die Anstrengungen für mehr Sicherheit, "aber wenn es der sicherste Sport der Welt wird, ist es vielleicht nicht mehr der aufregendste Sport der Welt." Dem setzt Whiting entgegen: "Der Job der Formel-1-Teams ist es, die Autos so schnell wie möglich zu machen. Und unserer ist es, sicherzustellen, dass Fahrer und Autos diese Geschwindigkeit so sicher wie möglich gehen können." Die stetige Evolution der Crash-Tests wird somit auch künftig fortgesetzt - Reiz hin oder her.

Fotoquelle: xpb.cc

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