Aktuell die jeweils Klassenbesten: Sebastian Vettel und Sebastien Ogier

Formel 1 2013

— 01.06.2013

Vettel und Ogier: Formel 1 und Rallye sehr unterschiedlich

Sebastian Vettel führt in der Formel 1, Sebastien Ogier in der Rallye - einen Rollentausch könnten sich beide aber nicht vorstellen



Formel-1-Pilot Sebastian Vettel und Rallye-Fahrer Sebastien Ogier zählen zweifelsohne zu den Besten ihrer Sportarten. Vettel könnte in diesem Jahr seine vierte Weltmeisterschaft in Folge einfahren, Ogier ist auf dem besten Weg, diesen Titel zum ersten Mal in seiner Karriere zu gewinnen: Nach fünf von 13 WM-Läufen liegt er mit sagenhaften 54 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Sebastien Loeb an der Spitze des Gesamtklassements.

So ähnlich sich die beiden Fahrer auch sind, Gemeinsamkeiten zwischen der Formel 1 und der Rallye sieht Ogier nur wenige: "Es sind immer noch zwei ganz unterschiedliche Sportarten. Wir haben mit dem Aufschrieb schon vor dem Rennen viel Arbeit", so Ogier gegenüber 'Auto Bild motorsport' . In der Formel 1 komme es dagegen vielmehr darauf an, "in jeder einzelnen Kurve immer wieder extrem präzise und fehlerfrei zu fahren", stellt er fest.

Dem stimmt auch Vettel zu: "Bei uns geht es vielmehr um die letzten Zehntel- und Hundertstelsekunden, die wir aus dem Auto rausquetschen müssen." Einer, der zwischen beiden Rennserien hin- und hergewechselt ist, ist Lotus-Pilot Kimi Räikkönen. Der "Iceman" zählt in der Formel 1 ohne Frage zu den besten Fahrern im Feld, wurde vor seinem zweijährigen Rallye-Intermezzo (bei dem er nur auf Rang zehn kam) sogar Weltmeister mit Ferrari. Er habe gezeigt, wie schwierig der Umstieg sei, so Vettel: "Er hat sich in der Rallye sehr gut geschlagen, aber verglichen mit den WM-Piloten fuhr er in einer ganz anderen Welt", erinnert sich der Red-Bull-Pilot.

Der Finne sei zwar nicht langsam gewesen, aber langsamer als sie, so Vettel. Das habe aber nicht daran gelegen, dass er es nicht kann. "In der Rallye musst du deinem Beifahrer blind vertrauen. Das ist für uns Einzelkämpfer nicht ganz leicht", weiß der Heppenheimer. Ogier weiß, was Vettel meint: "Deshalb ist es für uns ja auch so wichtig, dass wir beim Aufschrieb alles richtig einschätzen." Außerdem sei ein Blitzstart in der Rallye praktisch unmöglich: "Rallye ist ein Sport, in dem du viel Erfahrung brauchst, mehr wahrscheinlich als in der Formel 1. Wenn du versuchst, von Beginn an richtig schnell zu sein, machst du zu viele Fehler", so der Franzose.

Diese Erfahrung mache sich besonders beim Aufschrieb der Strecke vor dem Rennen bemerkbar: "Das ist gar nicht so leicht, weil wir dabei sehr langsam fahren - manchmal nur um die 70 km/h. Bei der Rallye kommen wir dann mit Tempo 180 an derselben Stelle an. Dann könnte das Auto springen, aufsetzen oder was auch immer. All das müssen wir schon beim ersten Abfahren mit in unsere Planung einbeziehen", weiß Ogier.

Fotoquelle: xpbimages.com

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