Pirelli und Mercedes hielten sich in Hinblick auf den Barcelona-Test lange bedeckt

Formel 1 2013

— 31.05.2013

Andere Teams nicht eingeladen? Wie Pirelli argumentiert

Motorsportchef Paul Hembery erklärt, warum Pirelli keinen Gruppentest durchführte und wehrt sich gegen den Vorwurf der FIA, die anderen Teams ignoriert zu haben



Die FIA ermittelt seit Mittwoch, um die Hintergründe rund um den umstrittenen Mercedes-Test mit Pirelli zwischen den Rennen in Barcelona und Monte Carlo aufzuklären. Pirelli musste für den Automobil-Weltverband ein vollständiges Dossier anfertigen, damit die Aktivitäten am Tisch liegen und klar wird, ob Pirelli oder Mercedes gegen das Reglement verstoßen haben. Daher sind Strafen nicht ausgeschlossen.

Im Anschluss an den Grand Prix von Monaco hatte die FIA in einem Statement erklärt, dass ein derartiger Test zwar grundsätzlich erlaubt sei und von Pirelli angefordert worden war, allerdings nur, wenn alle anderen Teams auch die Chance gehabt hätten, ebenfalls daran teilzunehmen. Laut 'Autosport' wurde dies nach der anfänglichen Kommunikation mit der FIA aber weder von der Pirelli noch von Mercedes weiter verfolgt.

Reicht Information über grundsätzliche Testmöglichkeit?

Die Antwort, warum Pirelli dies nicht getan hat, bleibt Motorsportchef Paul Hembery schuldig. "Wir haben die Teams im März 2012 darüber informiert, dass es die Möglichkeit gibt, einen 1.000-Kilometer-Test durchzuführen", sagt er. "Details müssen wir mit der FIA klären." Laut eigenen Angaben habe man bereits einige Fragen des Automobil-Weltverbandes zu dieser Angelegenheit beantwortet, die Sache sei nun "in der Hand der FIA. Wir müssen abwarten, was sie noch brauchen. Wir haben der FIA wie immer vollständige Unterstützung zur Verfügung gestellt."

Pirelli wählt also die Argumentationslinie, dass die Teams grundsätzlich über die Möglichkeit eines 1.000-Kilometer-Tests Bescheid wissen mussten, die Informationspflicht oder eine Einladung zu konkreten Versuchsfahrten allerdings nicht notwendig gewesen wäre.

Zumal ein Test mit mehreren Teams und Boliden laut dem Briten ohnedies widersinnig wäre: "In Zeiten der Kostenreduzierung wäre es Geldverschwendung, alle Teams 15 bis 20 Spezifikationen am gleichen Tag testen zu lassen. Der technische Nutzen wäre gleich null. Das wäre Geldverschwendung, Kilometerverschwendung."

Gemeinschaftstest erst mit fertigen Spezifikationen

Hemberys Argumente ergeben Sinn. "Wenn man nur 1.000 Kilometer zur Verfügung hat, dann wären bei einem Gemeinschaftstest alle Kilometer verbraucht, und man könnte nicht mit der Arbeit weitermachen, die man gerne machen würde."

Tests mit mehreren Teams werden erst stattfinden, wenn die Reifen für die Saison 2014 am Jahresanfang fertig sind: "Es macht mehr Sinn, mit allen Teams zu testen, wenn man eine bestimmte Spezifikation hat - und die Teams jeweils ein endgültiges Auto. Dann würden wir wie immer die Daten der Reifen sofort an die Teams herausgeben. Das ist der Zeitpunkt, an dem wir alle zusammen brauchen - nicht wenn man Entwurfsnachforschung macht. Das wäre Geldverschwendung, Kilometerverschwendung."

Hembery: Keine klaren Informationen zu Ferrari-Test

Beim Mercedes-Test in Barcelona soll es sich aber - so Hembery - auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' "um einen privaten Forschungs- und Entwicklungstest", gehandelt haben, der nur Pirelli zugute kommen sollte. "So etwas ist nicht relevant für die Teams", argumentiert er, warum einige Rennställe gar nicht informiert wurden.

Doch Mercedes ist nicht das einzige Team, das einen Pirelli-Test durchgeführt hat. Hembery gibt zu, dass dies auch mit einem anderen Team geschehen ist und bestätigt damit indirekt die Informationen, dass Ferrari mit einem 2011er-Auto nach dem Bahrain-Grand-Prix ebenfalls in Barcelona getestet hat. Wann der Test oder die Tests stattgefunden haben, will er aber nicht verraten: "Ja, wir haben auch mit einem anderen Team 1.000 Kilometer getestet. Das bleibt vertraulich, aber die FIA war informiert - genau wie beim Mercedes-Test."

Fotoquelle: xpbimages.com

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