Castroneves und Franchitti können mit der Formel 1 nicht wirklich viel anfangen

Formel 1 2013

— 31.05.2013

Indy-Car-Fahrer kritisieren Formel 1

Die IndyCar-Piloten Helio Castroneves und Dario Franchitti ziehen gegen die Formel 1 ordentlich vom Leder - nur eine Handvoll Fahrer kommt glimpflich davon



Am vergangenen Wochenende konnte sich die Formel 1 in den USA die hchste Zuschauerzahl seit sechs Jahren freuen. Sie erreichte mit der bertragung des Monaco-Rennens mit 1,974 Millionen US-Haushalten fast die Hlfte der Zuschauerzahl, die das am selben Tag stattfindende IndyCar-Rennen fr sich verbuchen konnte. Die Knigsklasse in den Vereinigten Staaten also wieder im Aufwind? "Die Formel 1 braucht Amerika nicht wirklich, und Amerika braucht die Formel 1 nicht", lautet die unmissverstndliche Antwort von Dario Franchitti, viermaliger Champion in der IndyCar Series, gegenber 'Forbes'.

Die Formel 1 habe einfach eine andere Herangehensweise, so der Schotte mit italienischen Wurzeln: "Sie ist einfach zu... Ich kenne den Grund nicht." "Ein Haufen Politiker. Es dreht sich alles nur um Politik", hilft ihm sein IndyCar-Kollege Helio Castroneves aus. Zwar habe jeder Sport auch eine politische Seite, so schlimm sei es dort aber nicht: "Wen du kennst, wen du triffst - nur darum geht es", so der Brasilianer.

"Denen ist es egal, ob du gut bist, ob du eine groartige Persnlichkeit bist", wettert Castroneves weiter; es fhle sich an wie Hollywood und genau das sei es auch. "Ich respektiere heute wahrscheinlich nur fnf Fahrer von denen: Alonso, Felipe Massa, der ein Freund von mir ist, Schumacher. Der fhrt nicht mehr, aber trotzdem. Ich denke, Lew... hm, nein. Ich wrde sagen, Sebastian Vettel. Sogar Mark Webber, der ist ein guter Fahrer", "lobt" Castroneves.

Dann fasst er nochmal zusammen: "Die Fahrer, die ich mag, kann man an einer Hand abzhlen. Der Rest besteht nur aus Prima-Donna-Fahrern und verwhnten Kindern." Der Cousin seines Kollegen Franchitti - Paul di Resta - fiele demnach auch in diese Einteilung. Frher sei das nicht so gewesen: "In den Neunzigern war es interessant. Heute kannst du es vergessen, wenn du kein gutes Auto hast", gibt Castroneves zu bedenken. Das beste Beispiel sei fr ihn Jenson Button, der 2009 Champion war, und nun um die Top-10 kmpfe: "Und jetzt willst du mir erzhlen, der htte das Fahren verlernt? Das ist absolut verrckt, meine Meinung."

Castroneves, der in elf Jahren bislang noch keinen Titel in der IndyCar Series gewinnen konnte, will Kritikern aber sofort den Wind aus den Segeln nehmen: "Manchmal sagen Leute: 'Oh, du sagst das nur, weil du keine Chance bekommen hast, dort zu fahren'. Ich habe eine bekommen, aber ich respektiere das, was Roger (Penske, Besitzer seines Teams; Anm. d. Red.) fr mich getan hat viel mehr." Der Brasilianer beschliet seine Ansichten mit einer weiteren Spitze gegen die Finanzstrke der Formel 1: "Aber die machen einen guten Job. Sie haben viel Geld. Mit 100 Millionen Dollar Budget ist jeder fantastisch."

Fotoquelle: IRL

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