Susie Wolff sieht die Vorurteile gegen Frauen in der Formel 1 kritisch

Formel 1 2013

— 02.06.2013

Susie Wolff: Formel 1 keine Frage des Geschlechts

Für Williams-Pilotin Susie Wolff spielt das Geschlecht vor allem in der Mentalität keine Rolle - Körperliche Defizite vernachlässigbar: "Man muss sich nur Vettel ansehen"



Dass es Frauen im Motorsport schwer haben Fuß zu fassen, ist bekannt. Besonders in der Formel 1 sind weibliche Fahrer durchaus ein selten gesehener Höhepunkt. 1992 war es Giovanna Amati, die sich als letzte Amazone (erfolglos) versuchte, sich für ein Rennen zu qualifizieren. Jüngst kamen Susie Wolff, Maria de Villota oder Katherine Legge nicht über vereinzelte Testeinsätze hinaus, doch Wolff träumt weiterhin von der großen Formel-1-Karriere.

Frauen haben es in der Formel 1 generell schwer, ernst genommen zu werden, schließlich soll der weibliche Körper nicht die optimalen Voraussetzungen mitbringen, ein Rennen der Königsklasse angemessen zu überstehen. Doch das Argument will Wolff nicht gelten lassen. "Man muss sich nur Sebastian Vettel anschauen", sagt die Schottin gegenüber 'The Guardian'. "Seht ihr einen großen, muskulären Mann?"

"Ich weiß, dass Frauen 30 Prozent weniger Muskeln haben als Männer", fährt die Williams-Entwicklungsfahrerin fort. "In der DTM musste ich darum härter trainieren, aber ich habe schon in jungen Jahren mit dem Kartfahren angefangen, und Jahr für Jahr wurde mein Körper an den richtigen Stellen stärker." Trotzdem ist ein körperliches Defizit nicht außer Acht zu lassen. Anders sieht es dabei im mentalen Bereich aus.

Ex-Pilot Stirling Moss sprach vor kurzem Frauen die mentale Stärke ab, in der Formel 1 erfolgreich zu sein. "Frauen sind stark genug, aber ihnen fehlt die mentale Einstellung, um harte Rad-an-Rad-Duelle zu fahren", urteilte der Brite gegenüber der 'BBC'. Doch Wolff, die die Kommentare danach als "völligen Müll" abtat, erhielt schon bald eine Erklärung von Moss. "Stirling hat mich angerufen und eine Nachricht hinterlassen, ich solle dringend zurückrufen."

"Ich sagte, dass ich seinen Anruf sehr schätze, aber dass es keinen Grund für ihn gebe, sich zu entschuldigen. Wenn das seine Meinung sei, habe ich kein Problem damit. Aber er sagte, seine Meinung wurde aus dem Zusammenhang gerissen", erzählt die ehemalige DTM-Pilotin weiter. "Er sagte, er habe eine Menge Respekt vor mir, weil ich gewillt bin, ins Auto zu steigen und es zu fahren. Und er hat gemeint, dass er glaube, dass ich es schaffen kann."

Moss habe lediglich darauf hindeuten wollen, dass Frauen generell gesprochen nicht die gleiche mentale Einstellung wie Männer hätten. Für Wolff entspricht aber auch diese Aussage nicht der Wahrheit: "Das ist keine Frage des Geschlechts. Man kann irgendjemanden auf der Straße heraussuchen und es kommt auf den Charakter an, wie er oder sie Auto fährt." Sie stimmt zu, dass es natürlich geschlechtliche Unterschiede gebe. Männer seien egoistischer, Frauen könnten hingegen besser mit Kritik umgehen und sich verbessern.

"Frauen können auch konzentriert bleiben und sind besser zu Multitasking fähig. Aber am Ende liegt es am Charakter. Man kann nicht pauschalisieren, was Frauen besser als Männer können", ist die Ehefrau von Toto Wolff überzeugt. Dazu habe sie bereits an einigen Studien teilgenommen. Dabei sei herausgekommen, dass sie mehr männliches Testosteron als andere Frauen in ihrem Körper habe. "Ob mich das aggressiver macht, weiß ich nicht. Aber ich habe es."

Fotoquelle: xpbimages.com

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