Rück- statt Fortschritt? Matt Morris bei der Präsentation "seines" Sauber C32

Formel 1 2013

— 02.06.2013

Morris: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Sauer-Chefdesigner Matt Morris gesteht, es wäre einfacher gewesen, mit dem Auto von 2012 zu fahren, beharrt aber auf der riskanteren Weiterentwicklung



Sauber hat zu kämpfen in diesem Jahr - das wurde besonders am Anfang der Saison deutlich. Nachdem die Schweizer beim Grand Prix von Spanien aber neue Teile ans Auto gebracht haben, läuft es nun zumindest im Rennen etwas besser. Trotzdem hängt man noch immer ein ganzes Stück hinter den Erwartungen und der Performance des letztjährigen Autos, mit dem Sergio Perez und Kamui Kobayashi regelmäßig in die Punkte fahren konnten.

Matt Morris, Chefdesigner bei Sauber, weiß um die Schwächen seines C32: "Der hintere Bereich des Autos ist eine unserer Schwächen. Das ist kein Geheimnis. Es geht um das komplette Verhalten des Autos im Heck, nicht um ein spezielles Teil", so Morris gegenüber 'auto motor sport'. Das wirke sich vor allem auf die Stabilität beim Bremsen am Kurveneingang aus: "Die langsamen Kurven sind schwierig für uns."

Stärken sieht Morris dagegen in schnelleren Passagen: "Wir sind in den Hochgeschwindigkeitskurven stark." Doch auch hier musste man im Vergleich zur Saison 2012 einbüßen: "Da haben wir aber keinen so großen Vorteil wie im vergangenen Jahr. Da hat uns das Layout unserer Auspuffführung im Vergleich zur Konkurrenz einen Vorteil verschafft. Aber die anderen kopieren oder holen auf."

Kleiner Schritt nach vorn

Um auch in langsamen Kurven wieder stabiler zu werden, wolle man zunächst verschiedene Heckflügelversionen ausprobieren, doch auch an vielen anderen Dingen werde gearbeitet, so Morris. Über den Fortschritt in Barcelona freut sich der Brite aber schon einmal: "Die Teile funktionierten wie erwartet, das ist immer ein gutes Zeichen. Es hat vor allem unsere Leistung im Rennen verbessert. Das war immer das Ziel, es ging nicht um das Qualifying, sondern mehr um die Stabilität des Autos."

Trotzdem hat Sauber noch viel Arbeit vor sich, um wieder Stammgast in den Punkten zu werden. Dessen ist sich auch der Chefdesigner bewusst: "Es war ein kleiner Schritt. Er reicht nicht aus, um uns zurück in die Top-10 zu bringen. Daran arbeiten wir noch." Dass das nicht von heute auf morgen funktioniert, weiß Morris natürlich: "Man muss realistisch bleiben. Wir werden nicht in ein paar Wochen eine Sekunde schneller sein."

Pro Evolution

Nach sechs Rennen in dieser Saison stellt sich allerdings die Frage, warum man das konkurrenzfähige Auto von 2012 so radikal verändert hat - ein Problem, das nicht nur Sauber betrifft: Schon McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh hatte eingesehen: "Wir sind zu viele Risiken eingegangen", und auch das Williams-Team brachte Aero-Konfigurationen vom starken 2012er-Auto zum Test nach Monaco mit.

Morris beharrt aber auf der Entscheidung für Evolution: "Es wäre einfach, das Auto vom vergangenen Jahr diese Saison zu fahren, aber es wird ja auch entwickelt. Wenn du mutig bist und ein Risiko eingehst, zahlt sich das nicht immer aus." Eine Zwischenlösung, sei nicht möglich: "Du kannst nicht einfach die Nase von 2012 dranschrauben, denn dann funktioniert vielleicht der Rest des Autos nicht mehr. Alles muss zusammenpassen", so Morris. Im Moment gebe es ohnehin nichts, "was ins Auge springt".

Reifen verändern die Aerodynamik

Auch haben laut Morris die diesjährigen Reifen Einfluss auf die Entwicklung des Autos genommen: "In aerodynamischer Hinsicht ist es vor allem bei den Hinterreifen eine große Veränderung", erklärt er. Besonders die Form der Seitenwand der Pirelli-Pneus habe sich verändert. Diese Veränderungen bereiten ihm Sorgen: "Es ist manchmal frustrierend, dass man einen neuen Reifen bekommt und nur Geld und Arbeit reinsteckt, um an den Punkt zu kommen, an dem man schon war."

Generell stellt sich der Brite in der Reifendiskussion aber auf Pirellis Seite: "Diese Reifen sind nicht schlechter als die aus dem vergangenen Jahr." Vielmehr habe die Performance mit dem Design des Autos zu tun: "Wenn man ein Auto nach einer bestimmten Philosophie gestaltet, dann passiert es oft, dass man nur ein kleines Teil ändert und das ganze Auto betroffen sein kann", so Morris. In Kanada will Sauber nun aber den nächsten kleinen Schritt hin zu alter Stärke machen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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