Paul di Resta war auf der abtrocknenden Strecke der Schnellste

Formel 1 2013

— 07.06.2013

Montreal: Di Resta nutzt die Gunst der Sekunde

Force-India-Pilot Paul di Resta sichert sich die Last-Minute-Bestzeit im ersten Freien Training in Kanada - Maldonado-Unfall verhindert finales Shootout



Die Formel 1 hat ihre Arbeit auf dem "Circuit Gilles Villeneuve" in Montreal aufgenommen. Im ersten Freien Training in Kanada hatten die Piloten mit den erwartet schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Starke Regenfälle sorgten vor dem Training für eine nasse Piste. Es dauerte über eine Stunde, bis sich eine halbwegs trockene Ideallinie ergab und somit auch Slicks genutzt werden konnten. Viele Erkenntnisse konnten bei diesen wechselnden Bedingungen nicht gewonnen werden.

Die Bestzeit sicherte sich am Ende Paul di Resta in 1:21.020 Minuten. Der Schotte jagte seinen Force India kurz vor dem Ende des Trainings auf den Medium-Slicks um den Kurs, setzte dabei seine Marke sogar trotz gelber Flaggen. Die Rennleitung drückte ein Auge zu, denn die Strecke wurde von Minute zu Minute schneller. Somit war es nahezu logisch, dass die Zeiten purzeln mussten. Auch Jenson Button (2./McLaren/1:21.108 Minuten) legte in letzter Sekunde noch einmal nach.

McLaren tritt in Montreal mit Veränderungen an Front- und Heckflügel an. "Ich würde gerne sagen, dass alles besser ist, aber es ist noch ein wenig zu früh. Unter diesen Bedingungen ist es schwierig, das herauszufinden", so Teamchef Martin Whitmarsh auf 'Sky Sports F1'. "Es ist ein sehr unebene Strecke, das macht uns wirklich Sorgen. Daran müssen wir arbeiten, wir waren da zu Beginn sehr aggressiv. Wir müssen uns erst die Daten ansehen. Außerdem haben wir bei schwierigen Bedingungen zwischen drei verschiedenen Reifen gewechselt. Hoffentlich haben wir Fortschritte gemacht."

Button war bei seiner besten Runde auf den Experimentalreifen von Pirelli unterwegs. Im Fokus sollte eigentlich der Test der veränderten Hinterreifen stehen. Doch allzu viele Runden wurden auf den Pneus nicht abgespult. Die Bedingungen ließen einen aussagekräftigen Test schlichtweg nicht zu. Die neuen Hinterreifen, die ab Silverstone mit einem Ring aus Kevlar statt Stahl sicherer sein sollen, werden wohl noch einmal einer Prüfung unterzogen werden müssen.

Maldonado ramponiert seinen Williams

Romain Grosjean (3./Lotus/1:21.258) agierte fehlerlos, dahinter reihte sich am Ende Ferrari-Star Fernando Alonso in 1:21.308 Minuten auf Platz vier ein. Aus dem Handeln der Italiener wurde man im ersten Training nicht recht schlau. Zu Beginn unternahmen Alonso und Teamkollege Felipe Massa (11./1:23.341) kurze Versuche mit einem neuen Frontflügel, anschließend verschwanden die beiden für lange Zeit in der Box. Erst wenige Minuten vor dem Ende fuhr man noch einmal heraus. Insgesamt absolvierte Ferrari kaum Runden im Nassen.

Hinter Kimi Räikkönen (5./1:21.608) deutete Daniel Ricciardo an, dass der Aufsteig von Toro Rosso auch in Montreal weitergehen könnte. Der Australier hatte am Ende nur eine Sekunde Rückstand auf Platz eins - und das, obwohl er in den letzten Minuten nicht mehr angriff. Ohnehin ergab sich zum Abschluss der Session kein realistisches Bild mehr. Nach einem Unfall von Pastor Maldonado (21./1:27.522) fuhren einige Piloten vorzeitig an die Box, weil gelbe Flaggen im ersten Sektor geschwenkt wurden.

Somit ist derzeit auch noch unklar, in welcher Form sich Mercedes in Montreal präsentieren kann. Bei nassen Bedingungen am Anfang war Nico Rosberg (7./1:22.402) klar schnellster Mann auf der Strecke. Im Regen funktioniert der W04 offenbar bestens, man profitiert von der guten Traktion des Silberpfeils. Bei abtrocknender Strecke rückten die Konkurrenten jedoch immer näher und zogen schließlich am Monaco-Sieger vorbei.

"Wir hoffen, dass es vielleicht heute Nachmittag ein bisschen trockener wird, damit wir dann ein paar Runden fahren können. Wenn es den ganzen Freitag und Samstag nass sein sollte und wir dann Sonntag direkt ins Rennen gehen würden, wo es sehr wahrscheinlich trocken ist, das wäre schon extrem interessant, ohne Vorbereitung", berichtet Rosberg bei 'Sky'. Mercedes hat in Kanada unter anderem einen veränderten Auspuff an Bord. Am Morgen filmte man das Verhalten der Vorderreifen, außerdem waren Sensoren am Auto.

"Wenn möglich, bitte wenden" - Geht nicht!

Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton konnte auch im ersten Training von Kanada das Tempo von Rosberg nicht mitgehen. Der Brite landete am Ende des ersten Durchgangs in 1:25.054 Minuten nur auf Platz 16. Frustriert bahnte sich Hamilton anschließend den Weg von der Box zur Hospitality. Die beiden Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel (9.) und Mark Webber (10.) zeigten längst nicht alles. Nur auf Intermediates drehte der Champion mal kurz auf und setzte sich prompt an die Spitze.

Neben Maldonado leistete sich auch Jules Bianchi (22.) einen folgenreichen Ausritt. Der Franzose rutschte zur Halbzeit der Session mit seinem Marussia in Kurve drei geradeaus in den Notausgang. Dort fand er keinen Weg mehr hinaus. "In der Auslaufzone ist es recht eng. Aus irgendeinem Grund hatte er Probleme, das Auto zu wenden. Wir mussten ihm dann sagen, dass er das Auto abstellen soll, denn die Temperaturen wurden ein wenig zu hoch. Mit dem Auto selbst war nichts, es war einfach unglücklich und frustrierend", sagt Marussia-Geschäftsführer Grame Lowdon.

Ebenfalls im ersten Training im Fokus: Alexander Rossi (20.). Der Amerikaner durfte das Cockpit von Stammpilot Charles Pic für 90 Minuten übernehmen. Rossi drehte 20 solide Runden, stand allerdings auf dem Weg zur Box einmal einigen Konkurrenten im Weg. In der Folge musste Hamilton über das Gras ausweichen - der Amerikaner wird es gar nicht mitbekommen haben. Für die zweite Session erhoffen sich Teams und Fahrer trockene Bedingungen. Es gilt, sich auf das Rennen vorzubereiten. Am Sonntag soll die Sonne scheinen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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