Sebastian Vettel sicherte sich auf dem Circuit Gilles Villeneuve die Pole-Position

Formel 1 2013

— 08.06.2013

Kanada-Pole für Vettel: Bottas sensationell

Sebastian Vettel sichert sich die beste Ausgangslage für einen möglichen ersten Kanada-Sieg - Valtteri Bottas (Williams) wuchtet sich auf Startplatz drei



Montreal ist noch einer der wenigen grauen Flecken auf der Formel-1-Landkarte von Sebastian Vettel, während die meisten anderen Austragungsorte schon in Siegesfarben markiert sind. Auf der Ile Notre-Dame in der kanadischen Metropole hat der Red-Bull-Star noch nie gewinnen können - aber das könnte sich am Sonntag ändern. Im Qualifying in zum Grand Prix von Kanada holte sich Vettel am Samstag in 1:25.425 Minuten bei schwierigen Bedingungen die Pole-Position.

"Ich bin sehr glücklich. Wir wussten, dass wir gut unterwegs sind. Es hat sich gut angefühlt", sagt Vettel nach seiner Bestzeit in Q3. Es ist seine dritte Pole-Position des Jahres. Der dreimalige Formel-1-Weltmeister präsentierte sich am Samstagnachmittag (Ortszeit) in starker Form - und er hatte das nötige Glück bei wechselhaften Bedingungen. In Q1 fuhr Vettel bei trockener Ideallinie zur Bestzeit, in Q2 bei nasser Strecke auf Rang drei und im abschließenden Shootout war nach der ersten Runde der Angriffe alles gelaufen.

"Die Bedingungen waren beim ersten Run in Q3 besser", sagt der Heppenheimer. Der Regen wurde im Verlauf des abschließenden Durchgangs immer stärker, die Strecke nasser und somit langsamer."Normalerweise ist man am Ende mit dem frischen Satz nochmal schneller. Aber niemand konnte zulegen." Somit drohte dem Polemann in den letzten Sekunden der Session keine Gefahr mehr. Auch nicht von Lewis Hamilton, der seinen Mercedes mit 0,087 Sekunden Rückstand auf Rang zwei setzte.

"Meine Runde war gut. Es fehlten nur ein paar Zeitspäne. Keine Ahnung, wo ich die noch hätte finden können", berichtet der Brite nach seiner Fahrt in Montreal. Die Pole-Position-Serie des deutschen Werksteams ist gerissen. Zuletzt hatten Hamilton und Nico Rosberg vier Poles in Serie geholt. "Es ist ein solides Ergebnis. Ich bin zufrieden", fasst Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zusammen. Hamilton auf Startplatz zwei, Rosberg (4./+ 0,583 Sekunden) in Startreihe zwei. Alles gut bei Silber?

Bottas dreht gewaltig auf

Nein. Rosberg schmollte nach der Zeitenjagd. "Ich bin sehr enttäuscht. Das Auto war diesen Bedingungen eigentlich so gut. Mit der ersten Startreihe hatte ich schon gerechnet. Ich hing am Ende im Getriebe eines Lotus und konnte so keine gute Zeit mehr fahren", sagt der Monaco-Sieger. Rosberg fehlte das Glück und der Funk, der am Ende ausgefallen war. "Und der ist so wichtig. Bei solchen Bedingungen brauchst du so viele Informationen", meint er.

Im Zentrum des Interesses standen nach Q3 allerdings weniger die Top-Favoriten. Alle Blicke waren auf Valtteri Bottas gerichtet. Der finnische Williams-Rookie zeigte im gesamten Qualifying eine bärenstarke Leistung und beendete den Tag auf Rang drei! "Ich gratuliere Valtteri. Er hat außergewöhnlich Arbeit geleistet", meint Polemann Vettel. Der Finne, dessen Vater am heutigen Samstag Geburtstag hat, gibt sich bescheiden. "Natürlich bedeutet mir das eine Menge. Es ist ein größerer Schritt nach vorne in der Startaufstellung, als wir ihn uns je hätten träumen lassen."

Bottas überzeugte in allen drei Durchgängen. Vierter in Q1 und Q2, Dritter in Q3. "Es waren sechs so schwierige erste Rennen für uns und das wird ein schöner Motivationsschub für das Team sein. Wir haben es heute wirklich geschafft, alles auf den Punkt hinzubekommen", kommentiert der Formel-1-Neuling, der im teaminternen Qualifying-Duell gegen den erfahrenen Pastor Maldonado (13.) nun 5:2 führt. "Er hat alle Juniorenklassen gewonnen. Es war klar, dass er es auch hier irgendwann zeigt", meint Toto Wolff, der am Management des Finnen beteiligt ist.

Massa sorgt für rote Flaggen

Hinter den vier Besten liegen zwei Favoriten in Lauerstellung: Fernando Alonso (5./Ferrari) und Mark Webber (6./Red Bull). Der Spanier, der am Freitag mit einem starken Renntempo im zweiten Freien Training überzeugt hatte, ist mit dem Abschneiden im Qualifying nicht zufrieden. "Die Bedingungen waren sehr schwierig", sagt Alonso, der sich bei wechselhaften Verhältnissen mehrfach nahe der Reifenstapel bewegte. Der Spanier leistete sich ungewöhnlich viele kleine Patzer.

"Wir wussten schon gestern, dass es kein einfaches Wochenende wird, weil man nie genau weiß, welche Reifen für die aktuellen Bedingungen gerade die richtigen sind. Man musste den Grip im Grunde in jeder Kurve neu abschätzen, denn in der Runde zuvor war es teilweise noch feucht oder eben noch trocken", erklärt Alonso nach einer Zeitenjagd, die für seinen Teamkollegen Felipe Massa (16.) vorzeitig beendet war. Der Brasilianer landete in Kurve drei seitlich in den Barrieren.

Massa stieg nach seinem dritten Unfall innerhalb kurzer Zeit (zweimal in Monaco in den Leitplanken) unverletzt aus, aber der Crash zog eine Rotphase nach sich. Die Unterbrechung wegen der Bergung des Autos dauerte etwa fünf Minuten, anschließend gab es eine wilde Jagd um den Einzug ins Q3. Auf der Uhr waren für einen letzten Versuch nur noch zwei Minuten übrig - aber nur für jene Piloten eine Chance, die rechtzeitig die Einrollrunde beenden konnten.

Die beiden Toro-Rosso-Piloten Jean-Eric Vergne (7.) und Daniel Ricciardo (10.) schafften es ebenso noch wie Adrian Sutil (8./Force India) und Kimi Räikkönen (9./Lotus). Großes Pech hatte hingegen McLaren-Pilot Jenson Button. Der Montreal-Sieger von 2011 - eigentlich ein Spezialist für Mischverhältnisse - wurde auf der Einrollrunde blockiert, als vor ihm viele Konkurrenten etwas Abstand zum jeweiligen Vordermann halten wollten. Button kam nicht mehr rechtzeitig über Start und Ziel und blieb auf Rang 14 hängen.

Alonso hofft auf Sonne am Sonntag

Ebenfalls unglücklich beendete Nico Hülkenberg (11./Sauber) den zweiten Qualifikationsabschnitt. Der Emmericher wurde auf den letzten Drücker aus den Top 10 gedrückt - ausgerechnet von Landsmann Sutil. Dessen Teamkollege Paul di Resta, der am Freitagmorgen bei ganz ähnlichen Wetterbedingungen zur Bestzeit gefahren war, hat viel Arbeit vor sich. Der Schotte startet am Sonntag nur von Rang 17, weil es ein Getriebeproblem an seinem Fahrzeug gab.

Di Resta wird am Sonntag auf trockene Bedingungen hoffen, damit er per DRS weit nach vorne fahren kann. Den gleichen Plan dürfte Romain Grosjean im Sinn haben. Der Lotus-Pilot blieb als 19. bereits in Q1 hängen und startet wegen einer Strafe (plus zehn Startplätze wegen Kollision in Monaco) vom allerletzten Platz in den Grand Prix von Kanada. Allzu große Sprünge werden aus dieser Position heraus bei normalen Bedingungen wohl nicht möglich sein.

"Wir sollten im Rennen in guter Form sein", zeigt sich Polemann Vettel zuversichtlich. "Niemand weiß, welches Wetter wir am Sonntag haben werden. Eigentlich ist es egal. Wir haben noch viele Reifen übrig - viele Slicks, aber auch noch einige für nasse Bedingungen." Red Bull geht also favorisiert in das siebte Saisonrennen. Allerdings gibt man bei Ferrari die Hoffnung noch nicht auf. "Unser Renntempo sah gestern gut aus. Ich glaube, trockene Bedingungen würden uns besser ins Konzept passen", meint Alonso.

"Wenn es trocken ist, haben wir mit unserem Auto sicher eine bessere Chance, auf das Podium zu fahren. Wenn es uns gelingt, vor unseren WM-Konkurrenten ins Ziel zu kommen, dann wäre das natürlich großartig. Kimi startet aus der fünften Reihe. Bei Sebastian wird es wohl etwas schwieriger. Um ihn zu schlagen, brauchen wir schon ein sehr gutes Rennen. Das versuchen wir natürlich zu fahren", sagt der Spanier, der auch aus Sicht von Toto Wolff zu den Favoriten zu zählen ist - trotz Startplatz sechs.

Fotoquelle: xpbimages.com

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