Da krachte es: Giedo van der Garde hatte Webber einfach übersehen

Formel 1 2013

— 10.06.2013

Webber über van der Garde: "Nicht gerade clever"

Der Red-Bull-Star kann sich nicht erklären, wieso er beim Überrunden Opfer eines Rammstoßes wurde und macht den Schaden für seinen Tempoverlust verantwortlich



Mark Webber wird nachgesagt, einer letzten Gentleman-Driver der Formel 1 zu sein. Diesem Ruf macht er nach dem Großen Preis von Kanada am Sonntag alle Ehre, schließlich hält sich der am Ende viertplatzierte Australier mit Schmähkritik an Giedo van der Garde zurück. Der Caterham-Rookie war ihm bei einem Überrundungsmanöver ins Auto gefahren und hatte so verhindert, dass Webber mit havariertem Frontflügel noch in den Kampf um die Podiumsplätze eingriff.

Tomaten auf den Augen oder böse Absicht unterstellt er dem Niederländer nicht, geht mit dem 27-Jährigen aber dennoch hart ins Gericht: "Keine Ahnung, ob er sich beim Auto fahren darauf konzentrieren kann, was direkt vor ihm passiert", fröstelt Webber, der in der Haarnadel-Kurve auf der Innenbahn passieren wollte, als van der Garde einlenkte. "Es war offensichtlich sein Fehler und die Sportkommissare haben ihm dafür eine Strafe aufgebrummt. Mir nützte das nichts, ich hatte einen beschädigten Frontflügel", gibt sich der Red-Bull-Star frustriert.

Webber meint, dass van der Garde ihn eigentlich nicht hätte übersehen dürfen: "Es gab blaue Flaggen vor der Haarnadelkurve, ich tauchte schon auf der Geraden zuvor in seinen Spiegeln auf", resümiert er und gibt Nachhilfe im Fach Formel 1: "Wenn man überrundet wird, die Führenden kommen vorbei und man macht die Tür zu, dann ist das nicht wirklich clever." Dass er später keinen Reparaturstopp einlegte, bezeichnet Webber als richtige Entscheidung, da der Flügel "strukturell in Ordnung" gewesen sei. Dennoch hätte es Leistung gekostet.

Taktik spontan umgestellt

Besonders ärgerlich: Die Chancen, noch auf die späteren Podiumsgäste Lewis Hamilton und Fernando Alonso aufzuschließen, standen zu diesem Zeitpunkt gut für Webber, denn strategisch passte alles bei Red Bull. "Wir haben früh gesehen, dass der weichere Reifen nicht über die Distanz geht, die wir kalkuliert haben", erklärt Helmut Marko bei 'RTL' das Erfolgsrezept der Österreicher: "Dann haben wir sehr schnell umgestellt auf eine Zweistoppstrategie und mit dem harten Pneu hatten wir überhaupt keine Probleme."

Adrian Newey macht am Mikrofon von 'Sky Sports F1' für die Taktikrochade die Wetterbesserung von Samstag auf Sonntag verantwortlich: "Bei sehr viel höheren Streckentemperaturen am Sonntag wussten wir nicht, wie sich das auf die Lebensdauer der Reifen auswirken würde. Wäre es so gewesen wie am Freitag, hätten wir nur einen Stopp gemacht", unterstreicht der Chefdesigner, warum Flexibilität das A und O war. Trotz der dominanten Leistung wähnt er die Titel in der Fahrer- und Konstrukteurswertung noch nicht in Milton Keynes.

"Es wäre schön, wenn wir weiter auf Meisterschaftskurs wären. Aber es kommen noch andere Rennen und Kurse. Wir haben gesehen, dass sich das Kräfteverhältnis zwischen den Teams verschiebt", warnt Newey, dass der RB9 nicht überall das Maß der Dinge sein könnte. Das hat ausgerechnet der schärfste Kontrahent 2012 Red Bull eindringlich vor Augen geführt, als er ein 40-Punkte-Polster einbüßte: "Im vergangenen Jahr führte Fernando die Meisterschaft an." Wie es damals ausging, ist bekannt.

Fotoquelle: xpbimages.com

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