Wer auf Schlammpackungen steht, hätte 2012 nach Silverstone kommen sollen

Formel 1 2013

— 16.06.2013

Silverstone für erneutes Wetterchaos gerüstet

BRDC-Präsident Derek Warwick sieht Silverstone organisatorisch gut aufgestellt, ist aber noch enttäuscht über die Ticketverkäufe - Zuschauer wichtig für Schuldenabbau



Man braucht sich nur an das Jahr 2000 erinnern: Silverstone versank im Schlamm, Campingplätze wurden gesperrt, Autos mussten mit schweren Traktoren aus dem Matsch gezogen werden. Damals zog man die Lehren aus den Vorfällen und schickte den Großbritannien-Grand-Prix von dem regnerischen April-Versuch wieder auf seinen angestammten Hochsommer-Platz zurück. Viele Jahre lang blieb man von einem erneuten Chaos verschont, doch 2012 schlug der Wettergott wieder zu.

Vor Jahresfrist bat man die Fans sogar, am Samstag zuhause zu bleiben, damit die Situation für Sonntag noch annehmbar ist. "Es ist immer schwierig einem Rennfan zu sagen, dass er nicht am Qualifying-Tag kommen soll", erzählt Derek Warwick, der Präsident der British Racing Drivers Club (BRDC) im Podcast von Formel-1-Reporter James Allen. Besonders schwierig wird es, wenn man sich die finanziellen Folgen einer solchen Entscheidung vor Augen führt.

"Wir dachten, dass es uns finanziell hart treffen würde. Es war eine sehr große Entscheidung, den Leuten zu sagen, dass sie wegbleiben sollen." Doch glücklicherweise sei die Versicherung eingesprungen, die sich an insgesamt 1,1 Millionen Pfund an Entschädigung für die Menschen beteiligt hat. Doch dieses Szenario habe die Veranstalter in Sachen Ticketverkauf in diesem Jahr zurückgeworfen. "Wir liegen von den Verkäufen her etwas zurück. Tickets sind das einzige, was wir zu verkaufen haben - alles andere nimmt Bernie", seufzt Warwick.

Im Vergleich zum Vorjahr hat man beim BRDC viel Geld für Infrastruktur und ein Drainagesystem in die Hand genommen, damit sich ein Szenario wie 2012 nicht wiederholt. Umso wichtiger sei ein Erscheinen der Fans, damit wieder ein wenig Geld in die ohnehin schon klammen Kassen gespült wird. "Wir haben im Moment starke Schulden. Wir haben 42 Millionen Pfund (49,4 Millionen Euro; Anm. d. Red.) für die Strecke und den 'Wing' ausgegeben", erklärt Warwick.

"Alles, was wir brauchen, ist ein schnelleres Auto für Lewis (Hamilton) und Jenson (Button) - und dass der deutsche Fahrer (Sebastian Vettel) ein wenig langsamer wird - zusammen mit dem spanischen Fahrer (Fernando Alonso; Anm. d. Red.)", scherzt der Brite. Für ihn ist es erstaunlich, was für einen Unterschied die Leistung macht. "Wenn Lewis und Jenson gut sind, sehen wir einen massiven Impuls bei den Ticketverkäufen."

Über eine Sache ist der ehemalige Grand-Prix-Pilot aber enttäuscht: Die fehlende Unterstützung seitens der Regierung. "Es gibt nicht viele Strecken, die nichts von der Regierung oder einer reichen royalen Familie bekommen. Wir machen einen herausragenden Job. Wir haben die Tribünen um drei Meter erhöht, damit die Zuschauer mehr sehen können." Bis zu sieben Kurven könnte man auf einer Tribüne beobachten. "Es gibt nicht viele Strecken, die sich damit rühmen können."

Fotoquelle: xpbimages.com

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