Hamilton schiebt Frust: Wie lange dauert die Durststrecke bis zum zweiten Titel noch?

Formel 1 2013

— 19.06.2013

Hamilton greift McLaren an: "Habe besten Jahre verschwendet"

Lewis Hamilton läuft die Zeit davon: Warum die Jahre bei McLaren für ihn so hart waren und wieso es nicht reicht, als einfacher Champ in die Geschichte einzugehen



Mehr als ein Jahrzehnt lang wurde Lewis Hamilton von McLaren aufgebaut, um dann zum großen Heilsbringer für das britische Traditionsteam zu werden, doch die Rechnung ging nur bedingt auf: Der Brite wurde zwar 2008 mit McLaren Weltmeister und fuhr zahlreiche Siege ein, doch dieses Jahr trennten sich mit Hamiltons Wechsel zu Mercedes die Wege. Seitdem ist die Beziehung des Superstars zu seinem Ex-Team angespannt.

Bei den Wintertests wollte Hamilton die McLaren-Box besuchen, doch Sportdirektor Sam Michael verwies ihn sofort der Box, worauf der langjährige McLaren-Pilot gekränkt reagierte. In der Beziehung zwischen Ex-Teamchef Ron Dennis und seinem langjährigen Ziehsohn waren schon früher deutliche Risse sichtbar geworden.

Die Gründe für Hamiltons Ungeduld

Doch Hamilton wirft McLaren nicht nur persönliche Dinge vor, sondern auch mangelnde sportliche Erfolge. "Ich bin in die Formel 1 gekommen, und habe in meinem ersten Jahr fast gewonnen, in meinem zweiten Jahr habe ich es geschafft", verweist er gegenüber der 'Sunday Times' auf seinen WM-Triumph 2008. "Seitdem hatte ich nie ein Auto, mit dem ich wirklich konkurrenzfähig war. Und das Auto macht so einen großen Unterschied. Man verschwendet also seine besten Jahre."

In diesem Zeitraum musste der inzwischen 28-Jährige zusehen, wie Sebastian Vettel drei WM-Titel in Serie holte und somit zum jüngsten Dreifach-Weltmeister der Geschichte avancierte. Dabei hatte der drei Jahre jüngere Heppenheimer in Hamiltons Weltmeister-Jahr gerade mal einen Grand-Prix-Sieg auf dem Konto gehabt.

Im Vorjahr riss dem Briten dann der Geduldsfaden, er trennte sich von seinem vertrauten Umfeld und wechselte zu Mercedes. "Die Zeit läuft mir davon", kann er seine Ungeduld nicht verbergen. "Es ist fünf Jahre her, dass ich Weltmeister wurde." Dabei war der Erfolg für ihn jahrelang ein ständiger Begleiter gewesen und allmählich zur Normalität geworden: "In den Nachwuchs-Serien habe ich jedes Jahr die Meisterschaft gewonnen - oder jedes zweite Jahr."

Hamilton denkt über Vermächtnis nach

Hamilton ist es ein großes Anliegen, wie sein Vorbild Ayrton Senna als Legende in Erinnerung zu bleiben. Deswegen reicht es ihm nicht, einmaliger Weltmeister zu bleiben: "Es gibt viele Fahrer, die keinen WM-Titel gewonnen haben, also bin ich dankbar, zumindest einen Titel zu haben. Das Prestige hält sich aber in Grenzen, weil so viele Leute eine Weltmeisterschaft gewonnen haben. Wenn man aber zwei, drei oder vier gewonnen hat - das macht dich besonders."

Deswegen steht Hamilton bei Mercedes unter enormem Erfolgsdruck, den er sich selbst aufbürdet: "Ich werde älter und habe nicht ewig Zeit in diesem Sport. Also fange ich natürlich an zu denken, wie ich gerne in Erinnerung bleiben möchte. Ich will, dass sich die Leute an mich als jemanden erinnern, der hart fährt und durch und durch Racer ist."

Fotoquelle: xpbimages.com

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