Mercedes sieht sich beim FIA-Tribunal mit schweren Vorwürfen konfrontiert

Formel 1 2013

— 20.06.2013

FIA belastet Mercedes: Test war reglementwidrig

FIA-Anwalt Mark Howard bezeichnet den Pirelli-Test von Mercedes in seiner Anklage in jedem Fall als reglementwidrig - Eine Erlaubnis durch Whiting sei "irrelevant"



In einer eineinhalbstndigen Anklage belastet FIA-Anwalt Mark Howard Mercedes und Pirelli schwer. Darin heit es, dass Mercedes vom Weltverband nie eine offizielle Erlaubnis erhalten habe, mit einem 2013er-Auto whrend der Saison zu testen. Das ist der Kernpunkt der Anklage, die von FIA Anwalt Mark Howard bei der FIA-Tribunalsverhandlung in Paris vorgetragen wurde.

Darber hinaus sei es "irrelevant", ob der Technische Delegierte der FIA, Charlie Whiting, einem Test zugestimmt habe, da man damit gegen Artikel 22 des Sportlichen Reglements verstoe, auer dies werde ausdrcklich "vom Motorsport-Weltrat erlaubt". Whiting sei demnach nicht befugt, "bindende Aussagen zu ttigen, die ber den Regeln stehen".

FIA: Pirelli und Mercedes htten andere Teams informieren mssen

Whrend zuletzt stets davon die Rede war, dass Whiting Mercedes per E-Mail die Erlaubnis fr den Test von 15. bis 17. Mai gegeben hat, soll dem ein Telefongesprch am 2. Mai vorangegangen sein. "Whiting wurde eine allgemeine und unkonkrete Frage gestellt - die allgemeine Frage, ob die Verwendung eines 2013er-Autos erlaubt sei", geht Howard ins Detail.

"Dabei war weder die Austragung in Barcelona ein Thema, noch, welche Inhalte die Tests haben sollten. Seine vorlufige Antwort war, dass so ein Test mit Artikel 22 bereinstimme, solange Pirelli die Absicht habe, seine Reifen zu testen, aber er wrde dies berprfen." Am folgenden Tag soll Whiting FIA-Anwalt Sebastian Bernard per E-Mail kontaktiert haben und erhielt als Antwort, dass ein Test mit einem aktuellen Auto mglich wre, solange man alle anderen Teams ebenfalls einldt und dies beweisen kann. Dies sei aber nicht geschehen.

"Da war keine Absicht und kein Versuch von Pirelli und Mercedes, die anderen Teams ber diesen Test zu informieren", wirft Howard Mercedes und Pirelli vor. "Wenn Pirelli und Mercedes sich transparent verhalten htten, wren wir heute nicht hier. Es gab aus unserer Sicht keinen Grund fr Pirelli, die anderen Teams nicht zu informieren. Es gab zudem keinen Grund, warum Mercedes sich nicht vergewissert hat, ob dies passiert ist."

Mercedes durch Test laut FIA im Vorteil

Zudem sollen die "Silberpfeile" beim aktuellen Auto durch die gewonnen Daten einen Vorteil gegenber der Konkurrenz erhalten haben. Daran bestehe laut Howard kein Zweifel. Nun wird mit Spannung erwartet, wie sich Mercedes und spter Pirelli gegen die Anschuldigungen verteidigen.

Unter den Mercedes-Vertretern ist wie erwartet Teamchef Ross Brawn, Pirelli schickte neben Anwlten und Experten auch Motorsportchef Paul Hembery. berraschend ist auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner in Paris vor Ort. Ferrari, McLaren und Williams sind durch Prozessbeobachter vertreten.

Fotoquelle: xpbimages.com

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