Ganz entspannt und gelöst in der Pressekonferenz: Mark Webber

Formel 1 2013

— 27.06.2013

Webbers Bekanntgabe: Warum so kurzfristig?

Mark Webber hat Teamchef Horner erst am Vormittag über den Abschied informiert - Mateschitz "war auf dem Laufenden" - Unterstützung bleibt



Nach monatelangen Spekulationen hat Mark Webber am heutigen Donnerstag endlich Klarheit geschaffen. Der langjährige Red-Bull-Pilot wird sich am Ende der Saison aus der Formel 1 verabschieden und mit Porsche nach Le Mans zurückkehren. "Le Mans hat ihn immer gereizt. Von dort ist er damals in die Formel 1 gekommen. Er hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er gern wieder dorthin zurückgehen möchte", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Mit seinem britischen Vorgesetzten hat Webber in den vergangenen Wochen auch über einen möglichen Verbleib im Team gesprochen. Für Horner deutete offenbar nur wenig daraufhin, dass bereits eine Entscheidung gefallen ist. "Er hat mich heute Morgen gegen neun Uhr angerufen. Er sagte mir, dass er seine Entscheidung getroffen hat", sagt Horner. "Wir haben erst heute Vormittag erfahren, dass sich Mark entschieden hat, zum kommenden Jahr mit der Formel 1 aufzuhören. Die Situation ist neu", meint Sebastian Vettel.

Das Team wurde von der Bekanntgabe überrascht. "Die Jungs in der Fabrik könnten enttäuscht sein, weil sie es aus dem Internet erfahren und nicht von ihm selbst gehört haben", sagt der Teamchef. "Jeder macht das so, wie er es für korrekt empfindet", winkt Vettel ab. "Es war eine Porsche-Bekanntgabe. Ich habe Christian vorher informiert. Mein Vertrag schreibt dies vor. Und genau das habe ich getan", argumentiert Webber. Wenn er vorher die Belegschaft informiert hätte, dann "wäre es keine Bekanntgabe mehr gewesen, oder? Man muss den passenden Mittelweg finden."

"Natürlich werde ich zu gegebener Zeit mit der Belegschaft sprechen. Sie waren immer toll für mich da. Aber Porsche wollte es nun schnell verkünden. Es ging heute um Porsche und Mark Webber", stellt der Australier klar. Es sei keineswegs eine Spitze gegen das Team gewesen. "Ich habe dem Team doch geholfen. Sie wissen jetzt, dass sie bezüglich der Zukunft nun Entscheidungen treffen müssen. Dietrich (Mateschitz, Red-Bull-Boss; Anm. d. Red.) war stets auf dem Laufenden."

Mateschitz wusste es als erster

Der Gründer des Unternehmens und Geldgeber des Teams habe ihn gebeten, keine voreilige Entscheidung zu treffen, sagt Webber. Er habe im Zuge der heutigen Bekanntgabe alles richtig gemacht. "Wenn man sich das Timing anschaut, dann fällt mir dazu ein, dass er vor einem Jahr genau an dieser Stelle verkündet hat, dass er im Folgejahr weitermachen wird. Vielleicht hat er sich deswegen dieses Wochenende ausgesucht. Er hat eine gewisse Beziehung zu Großbritannien. Er lebt hier seit langer Zeit, kennt hier viele Leute und hat viele Fans hier. Vielleicht liegt es daran", mutmaßt Vettel.

"Es darf teamintern keine Unruhe ausbrechen", appelliert der amtierende Champion, der den Australier seit 2009 an seiner Seite hat. "Wir waren nie die besten Freunde", stellt Vettel noch einmal klar. Überraschend ist, dass Mateschitz offenbar seit Wochenbeginn vom bevorstehenden Schritt wusste, dem Team aber keinerlei entsprechendes Signal gab. "Wir kannten seine Entscheidung seit einiger Zeit", wird der Österreicher von 'Autosport' zitiert. "Es ist eine gute Entscheidung, von der Mark und Porsche profitieren werden."

"Mark wird Teil der Familie bleiben und auch in den kommenden Jahren einen Red-Bull-Helm tragen", erklärt Mateschitz. "Er war wohl der Meinung, dass nun die Zeit für einen solchen Schritt reif ist", meint Horner. "Ich kann ihm nur viel Glück für die Zukunft wünschen und mich für das bedanken, was er in den vergangenen sieben Jahren für das Team geleistet hat. Mark hat jetzt frühzeitig entschieden. Das ist gut für ihn und für das Team, wenn es um die Planungen für 2014 geht. Er will Sportwagen fahren und sich den dortigen Herausforderungen stellen."

"Wir müssen seine Entscheidung respektieren. Ich denke, es passt zu den bevorstehenden Veränderungen des Reglements. Er ist bekanntermaßen kein großer Fan davon", so Horner. "Jetzt können wir in Ruhe schauen, wer ihn ersetzen soll und 2014 an der Seite von Sebastian fährt. Die Entscheidung über seinen Abschied konnte nur von ihm kommen. Mark hat sich dazu entschlossen, und dies hat er am heutigen Tage letztendlich kommuniziert."

Fotoquelle: xpbimages.com

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