Romain Grosjean (fliegend) gibt als Favorit in der Strafpunkte-Tabelle

Formel 1 2013

— 29.06.2013

Strafenkatalog: Der "dicke Wälzer" ist kompliziert

Die Formel-1-Piloten sollen ab der Saison 2014 für Vergehen Strafpunkte bekommen: Flensburg ist bald überall - Ist das System wirklich durchdacht?



Der Umgang mit Temposündern, Pisten-Rowdies und wenig linientreuen Piloten wird sich zur Formel-1-Saison 2014 verändern. Die FIA verabschiedete bei der Sitzung des Motorsport-Weltrates am Freitag in Goodwood die Einführung eines Sündenregisters nach dem Vorbild der Flensburger Verkehrssünderkartei. Ab dem kommenden Jahr werden - neben den Ad-hoc-Strafen - bei etwaigen Vergehen zwischen einem und drei Strafpunkte geben. Wenn ein Fahrer deren zwölf gesammelt hat, muss er ein Rennen lang aussetzen.

Mit der neuen Herangehensweise will man die Bestrafungen in der Königsklasse transparenter und berechenbarer gestalten. "Mir wurde die Liste der Strafen gemailt, die ungefähr vier Seiten lang war. Es ist ziemlich kompliziert, und man kann sich definitiv nicht an alle erinnern, wenn man fährt", sagt McLaren-Pilot Jenson Button, der am neuen System findet, dass "einige Teile davon positiv" sind. Zu hundert Prozent überzeugt ist der Ex-Weltmeister jedoch nicht.

"Es ist keine schlechte Idee, aber man muss sorgfältig schauen, was als Sofortstrafe eingestuft wird, und wo man Punkte mit durch die Saison nimmt", meint der Brite. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh meint, der Strafenkatalog sei ein "ganz schön dicker Wälzer", der immerhin die nötige Klarheit in die bislang oft wenig durchschaubaren Verurteilungen bei Vergehen bringen könne. "Es mag Situationen geben, wo ein Fahrer kurz vor einer Sperre steht. Das dürfte ungemütlich werden. Wir müssen schauen, wie es sich darstellt."

"Das Gute an dem neuen System ist, dass wir nun genau wissen, woran wir sind. Zu einem gewissen Grad wird die Subjektivität bei Bestrafungen herausgenommen", meint Mercedes-Teamchef Ross Brawn. "Ich bin kein Fan des neuen Systems", kontert Red-Bull-Teamboss Christian Horner. "Ich finde es nicht gut, wenn man möglicherweise die Strafpunkte von der einen in die nächste Saison mitnimmt. Ich wäre dafür gewesen, dass man alles innerhalb einer Saison regelt und abschließt."

Wie auch bei der Sünderkartei in Flensburg, können Strafpunkte wieder abgebaut werden - allerdings nicht durch Seminare oder Nachschulungen. Die auf dem Formel-1-Strafkonto verbuchten Punkte werden genau nach einem Jahr wieder gelöscht, es findet nicht automatisch zum Ende eines Jahres ein Reset statt. "Damit müssen wir jetzt klarkommen", sagt McLaren-Fahrer Sergio Perez. "Ich hatte noch keine Gelegenheit, es mal genau durchzulesen. Aber es wird sicher ein Thema in der Fahrerbesprechung sein."

Fotoquelle: xpbimages.com

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