Nach den Problemen in Silverstone besteht aus Sicht der Teams Handlungsbedarf

Formel 1 2013

— 01.07.2013

Teams geben Widerstand gegen neue Reifen auf

Nach dem Reifendebakel von Silverstone geben Ferrari, Lotus und Force India ihren Widerstand gegen die Einführung neuer Reifenkonstruktionen auf



Nachdem sich bei den ersten Rennen der Formel-1-Saison 2013 mehrmals die Lauffläche der Pirelli-Reifen abgelöst hatte, wollte Pirelli dieses Problem durch eine Änderung der Reifenkonstruktion beheben. Die Einführung der neuen Pneus, die in Kanada im Freien Training erstmals getestet wurden, scheiterte aber am Veto von Ferrari, Lotus und Force India.

Die drei Teams, deren Fahrzeuge am schonendsten mit den Pirelli-Reifen des Jahrgangs 2013 umgehen, wiesen Sicherheitsbedenken zurück und vermuteten, Pirelli wolle mit den neuen Reifen die Forderung einiger anderer Teams nach haltbareren Gummis erfüllen. Nach dem Debakel von Silverstone, wo die Reifen gleich reihenweise platzen, findet aber nun Umdenken statt.

"Für mich ist wichtig, dass wir vorangehen und dieses Problem lösen", betont Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. Lotus-Teamchef Eric Boullier erklärt: "Wir müssen mit Pirelli zusammenarbeiten und eine Lösung finden. Vielleicht muss Pirelli den Stahlgürtel durch einen aus Kevlar ersetzten. Das würden wir unterstützen, Sicherheit muss an erster Stelle stehen", sagt Boullier. Genau diesen Weg, den Pirelli mit den neuen Reifen bestreiten wollte, hatten die drei Teams zuvor noch blockiert.

Auch Force India will nun seinen Widerstand gegen die Einführung der neuen Reifen aufgeben. "Es ist eine völlig andere Situation. Sobald es ein Sicherheitsproblem gibt, werden wir das Wohlergehen der Leute nicht aus technischen Gründen riskieren", sagt Robert Fernley, stellvertretender Teamchef von Force India zu 'Autosport'. Dessen Chef Vijay Mallya sieht jedoch nicht Pirelli, sondern vor allem die Teams in der Verantwortung.

"Wir haben kein Problem, warum sollten wir also die Probleme der anderen Leute zu unseren machen?", fragt der Inder. Sein Team wolle nicht für ein Sicherheitsrisiko verantwortlich sein, aber "wir glauben, dass einige Teams die Reifen besser verstanden haben als andere und sie besser einsetzen, ohne die Sicherheit zu gefährden. Warum sollten wir dann einem Wechsel zustimmen?", so Mallya.

Der Force-India-Teamchef spielt zudem die Gefahr herunter - die Reifenschäden hätten aufgrund der spektakulären Bilder gefährlicher ausgesehen, als sie gewesen seien: "Abgesehen vom folgenden Auto, welches von der Explosion überrascht werden kann, ist das aus meiner Sicht kein wirkliches Sicherheitsproblem", wird Mallya von 'Autosport' zitiert. "Wir haben keine wilden Dreher oder Einschläge in die Barrieren gesehen", meint der Inder. Dennoch müsse Pirelli gemeinsam mit den Teams eine angemessene Lösung finden.

Fotoquelle: xpbimages.com

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