In Silverstone war Paddy Lowe erstmals für sein neues Team im Einsatz

Formel 1 2013

— 02.07.2013

Lowe: "Ich wollte etwas Neues sehen"

Paddy Lowe spricht über die Gründe seines Wechsels zu Mercedes, beschreibt Unterschiede zu McLaren und spricht über sein Verhältnis zu Ross Brawn



Anfang Juni nahm Paddy Lowe seine Arbeit als geschäftsführender Technischer Direktor bei Mercedes auf, beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone war der 51-Jährige erstmals für sein neues Team an der Rennstrecke im Einsatz. Der kurzfristige Einstieg bei den Silberpfeilen kam auch für Lowe überraschend, denn ursprünglich hätte der Ingenieur, der noch zu Beginn des Jahres bei McLaren unter Vertrag stand, erst Anfang 2014 den Arbeitgeber wechseln dürfen.

"Mercedes und McLaren haben eine Vereinbarung über meinen früheren Wechsel geschlossen, an der ich nicht beteiligt war", sagt Lowe der britischen Tageszeitung 'The Guardian'. Nachdem sich Lowe auf eine längere Auszeit eingestellt hatte, sei der Anruf von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, bei dem er ihm mitteilte, er solle am 3. Juni seinen Dienst in der Mercedes-Fabrik in Brackely antreten, ein "großer Schock" gewesen.

Doch Lowe stellte schnell fest, dass der vorzeitige Einstieg auch seine Vorteile hat. "Da ich sieben Monate früher als geplant anfangen konnte, kann ich ihnen beim Programm für 2014 helfen", sagt der 51-Jährige. Die Veränderungen im kommenden Jahr bezeichnet Lowe als die größten, an die er sich erinnern kann und als "gewaltige Herausforderung."

Mercedes deutlich jünger als McLaren

Nach dem Dienstantritt bei Mercedes stellte Lowe auch einige Unterschiede zu seinem früheren Arbeitgeber fest. "Es ist ein wesentlich jüngeres Team als McLaren. Ich habe jemanden getroffen, der mit 13 Jahren Zugehörigkeit schon ein alter Hase in der Firma ist. Bei McLaren wäre man nach 13 Jahren fast noch ein Neuzugang", sagt Lowe, der McLaren drei Wochen vor seinem 20-jährigen Dienstjubiläum verlassen hatte. "Sie sagten mit, damit hätte ich ihnen die Kosten für eine goldene Uhr gespart", so Lowe.

Bei McLaren habe er eine Menge gelernt, allerdings habe Lowe von Anfang an nicht vorgehabt, sein gesamtes Leben bei ein und derselben Firma zu arbeiten. "Ich wollte etwas Neues sehen, etwas anderes machen. Ich bin jetzt 51. Wie lange hätte ich noch warten sollen? Ich denke, es war der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung", so der Brite. Nach effektiv acht Jahren als technischer Direktor bei McLaren habe sich Lowe weiterentwickeln wollen.

Gute Zusammenarbeit mit Ross Brawn

Daher entspricht die Rolle der geschäftsführenden Technischen Direktors ganz seinen Vorstellungen, da neben der Technik auch die Planung der geschäftliche Strategie in seinen Aufgabenbereich fällt. Die Tatsache, dass Mercedes mit Aldo Costa, Geoff Willis, Bob Bell und nicht zuletzt auch Ross Brawn eine Vielzahl ehemaliger Technischer Direktoren beschäftigt, ist für Lowe kein Nachteil: "Die Fähigkeiten der verschiedenen Teammitglieder ergänzen sich gut, und ich passe dort gut hinein. Man muss auch in der Tiefe stark aufgestellt sein. Andere Teams sind in dieser Beziehung vielleicht schwächer als Mercedes."

Differenzen mit Teamchef Brawn, als dessen Nachfolger Lowe ursprünglich zu Mercedes hätte kommen sollen, gebe es nicht. "Er war der Erste, der mich hier empfangen und eine Tasse Kaffee mit mir getrunken hat. Ross fühlt sich durch meine Position nicht bedroht. Er freut sich, dass ich zum Unternehmen gestoßen bei und ich freue mich über die Zusammenarbeit mit ihm", sagt Lowe.

Fotoquelle: xpbimages.com

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