Ein erfolgsverwöhntes Dou: Teamchef Christian Horner und Sebastian Vettel

Formel 1 2013

— 04.07.2013

Horner lobt Vettel: "Ein wild entschlossener, junger Mann"

Christian Horner stellt die positiven Eigenschaften seines Piloten Sebastian Vettel heraus und glaubt dennoch, dass Michael Schumachers Rekorde unerreicht bleiben



Red-Bull-Teamchef Christian Horner lobt unter anderem die Bodenständigkeit, die Fokussierung und die Leidenschaft seines Piloten Sebastian Vettel - einen Tag nach dessen 26. Geburtstag. Obwohl der Deutsche trotz des Rückschlags von Silverstone den vierten Titel in Folge vorm Visier hat, glaubt Horner nicht, dass der Heppenheimer die Rekorde Michael Schumachers einstellen, geschweige denn übertreffen kann. Die Zeit war einfach eine andere...

Den ersten Titel errang Vettel in einem atemberaubenden Finale 2010 in Abu Dhabi. Trotz des Ausfalls mit einhergehendem Punkteverlust in Silverstone hat er beste Chancen, seiner Karriere den vierten Titel in Folge aufzusetzen. Was ist der Unterschied zwischen dem Vettel von 2010 und dem heutigen, dreimaligen Weltmeister? "Es ist seine Erfahrung, sein Wissen", beantwortet Horner die Frage kurzbündig und lobt: "Er hatte schon immer einen gigantischen, natürlichen Speed und er hat eine Intelligenz, die damit einhergeht."

Zudem habe Vettel "mehr Erfahrung gewonnen", betont der 39-Jährige. "Er hat Situationen mit Druck, Erwartung und Schwierigkeiten erfahren. Er hat aus allem und durch jede Situation gelernt und diese Lektionen extrem gut angewendet."

Ego bei Vettel laut Horner nicht vorhanden

"Das hat ihn mehr und mehr geformt", ist sich Horner sicher. Kritiker werfen dem Heppenheimer jedoch oftmals vor, mit mehr und mehr Erfahrung sowie Erfolg skrupelloser auf der Strecke zu Werk zu gehen. Beispielhaft wird die Situation in Malaysia genannt, wo Vettel seinem Teamkollegen Webber den Sieg abluchste. Horner entgegnet der Thematik: "Das ist schon immer dagewesen." Vielmehr sei es der Außenwelt durch die Geschehnisse von Malaysia "vielleicht ein bisschen offensichtlicher" geworden, wobei "da auch andere Faktoren eine Rolle spielen", hebt der Red-Bull-Teamchef hervor.

"Er ist ein wild entschlossener, junger Mann", charakterisiert Horner seinen deutschen Piloten und betont in dem Zusammenhang: "Du erreichst die Art von Erfolg, die er hat, nicht ohne dieses brennende Verlangen und dieser Entschlossenheit." Vettel sei alles, aber nach Horner alles andere als schwierig. "Er ist auch der einfachste Fahrer, mit dem ich je zusammengearbeitet habe. Er hat kein Ego - oder gewiss ein sehr zurückhaltendes", so der Brite weiter.

"Er genießt was er tut, er ist extrem ehrlich, er gibt 110 Prozent und er ist ein lieber Kerl. Diese Kombination bekommt man nicht oft", weiß Horner. Des Weiteren bezeichnet er seinen Schützling als "geradeaus". Der inzwischen 26-Jährige sei zudem "sein eigener Herr", wie Horner betont, der in der Lage ist, den schmalen Grat zwischen dem Starkult auf der einen und Zurückhaltung aus dem Rampenlicht auf der anderen Seite zu meistern: "Er geht mit den Erwartungen äußerst gut um. Nichts ist im zu Kopf gestiegen."

Bleiben Schumachers Rekorde unerreicht?

"Er beschützt sein Privatleben und das seiner Freunde und Familie. Er schafft es, eine Balance aufrechtzuerhalten und auf seine Füße auf dem Boden zu halten", lobt er die Bodenständigkeit des Heppenheimers. Das privilegierte Leben und Dasein des Rennfahrers weiß Vettel laut Horner aber sehr wohl zu schätzen: "Er ereifert sich dennoch an dem Fakt, ein Grand-Prix-Pilot zu sein und eins der besten Autos der Welt zu fahren, was sehr erfrischend zu sehen ist", berichtet er.

Mit bisher 29 Grand-Prix-Siegen liegt Vettel aktuell auf Rang sechs der Bestenliste, von den aktiven Piloten hat lediglich Fernando Alonso mehr (32). Auf Platz eins trohnt nach wie vor unangefochten Michael Schumacher mit 91 Erfolgen in der Königklasse des Motorsports. Horner glaubt jedoch, dass es für Vettel schwierig werden könnte und recht unwahrscheinlich ist, die Siegesanzahl und die sieben WM-Titel Schumachers zu erreichen, geschweige denn zu überbieten. "Schumachers Dominanz - in einer Zeit, wo die Regularien waren, wie sie waren - ist extrem unwahrscheinlich zu kopieren", glaubt der Brite.

Horner lobt Vettels Titel-Quote

Dennoch: Mit 26 Jahren war ein Michael Schumacher noch kein dreifacher Weltmeister. Die Quote von Vettel könne sich sehen lassen, so Horner: "Drei (Titel; Anm. d. Red.) mit 26 ist eine höllische Trefferrate", sagt er und fügt hinzu: "Einen weiteren zu erreichen würde für Sebastian unglaublich sein." Was noch alles passieren wird, ob und wie viele Rekorde Vettel brechen kann, darauf möchte sich Horner nicht festlegen.

"Man kann nicht absehen, was er in seiner Karriere noch alles erreichen wird. Wer weiß, was passiert?", so Horner, der abschließend in Bezug auf die Rekordjagt betont: "Man kann es nicht ausschließen, aber man kann es nicht erwarten und deshalb ist es besser, darüber nicht nachzudenken."

Fotoquelle: Red Bull

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