Hofft auf Punkte und glaubt nicht an weitere Probleme mit den Reifen: Nico Hülkenberg

Formel 1 2013

— 05.07.2013

Hülkenberg: "Es geht um Sicherheit und unsere Haut im Auto"

Nach dem Punkt in Silverstone hofft Nico Hülkenberg auch in der Eifel auf Zählbares - Möglicher Boykott "sollte keine Drohung sein, es war eher präventiv"



Sauber-Pilot Nico Hülkenberg spricht im Interview bei 'Sky' unter anderem über sein Heimrennen, die Veränderungen an seinem Dienstwagen und die Aussichten für den Grand Prix in der Eifel. Außerdem berichtet der Deutsche über die Reifenproblematik, den möglichen Boykott und erklärt, wie eine Besprechung mit der Fahrergewerkschaft GPDA aussieht.

Frage: Herr Hülkenberg, Glückwunsch zum Punkt in Silverstone. Jetzt sind es insgesamt sechs Punkte - mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, oder?"
Nico Hülkenberg: "Ja genau. Sechs Punkte sind noch keine so üppige Ausbeute, aber dieses Jahr läuft noch nicht so wie geplant. Das Auto ist im Moment leider nicht schnell genug. Der Punkt war mal wieder ein kleines Highlight, es ist ein positiver Ruck durch das Team gegangen. Das war wichtig für uns."

Frage: "Gestern gab es eine Meldung, die alle so ein bisschen überrascht hat. In der Tagung der Fahrergewerkschaft GPDA hieß es: Sollte es noch einmal solche Reifenplatzer geben, würden die Fahrer mehr oder weniger boykottieren. Wie läuft so eine Sitzung ab und wie ernst ist das zu nehmen, was ihr da unterschrieben habt?"
Hülkenberg: "Das ist schon ernst zu nehmen. Ich glaube, es sind 20 Fahrer Teil von der GPDA und es geht jetzt im Endeffekt um Sicherheit und unsere Haut im Auto."

"Es ist nicht lustig, wenn einem bei 300 auf einmal der Reifen wegfliegt und man gerade beim Einlenken in eine Kurve ist. Das ist sehr gefährlich. Ich denke, es war einfach als Warnung gedacht. Speziell für die Fans und die Leute, die hier hinkommen, wäre es blöd, wenn morgen oder übermorgen etwas passieren würde und die Fahrer dann zurückziehen. Es war einfach eine kleine Warnung. Ich gehe eh nicht davon aus, dass es irgendwelche Probleme geben wird. Es sollte keine Drohung sein, es war eher präventiv."

Frage: "Wie muss man sich das vorstellen bei so einer Sitzung: Steht Pedro de la Roso vorne, die anderen sitzen auf den Stühlen, hören zu und heben die Hand bei der Abstimmung?
Hülkenberg: "Es ist eigentlich wie eine Fahrerbesprechung, wie wir sie mit Charlie (Whiting; Anm. d. Red.) und der FIA haben. Es ist ehrlich gesagt nichts Besonderes. Wir sitzen alle in einem Raum, tauschen unsere Meinungen aus und besprechen, wie wir vorgehen wollen."

Frage: "Sie hatten auch ein Reifenproblem in Silverstone - hatte das auch etwas mit den Reifenplatzern zu tun?"
Hülkenberg: "Das war einfach, weil ich ein bisschen spontan in die Box gekommen bin. Die Reifen waren relativ spät draußen und es war keine Zeit mehr, die Ventilkappe draufzumachen. Dadurch hatte ich hinten einen schleichenden Plattfuß, der uns gezwungen hat, früher an die Box zu kommen. Zumindest ich hatte an meinem Auto aber nicht die Probleme, die die anderen hatten."

Frage: "Der Nürburgring ist eine Strecke, die mehr Abtrieb fordert als zum Beispiel Silverstone. Wisst ihr schon, welchen Heckflügel ihr nehmt?"
Hülkenberg: "Das ist noch nicht ganz sicher. Es ist ja trocken und die Bedingungen sind stabil. Ich habe vor, in P1 einen Heckflügeltest zu machen um zu gucken, welcher sich ein bisschen besser verhält. Es geht da auch um den sogenannten DRS-Switch, da ist einer ein bisschen besser als der andere. Das werden wir aber testen und dann hoffentlich für P2 und den Rest des Wochenendes die richtige Wahl treffen."

Frage: "Wie sieht es mit den Reifen aus: Haben Sie die Reifen mit dem Kevlar-Gürtel in Montreal benutzt und spüren Sie da einen Unterschied?"
Hülkenberg: "Ich bin diese Reifen nicht gefahren. Ich glaube, Esteban (Teamkollege Gutierrez; Anm. d. Red.) hatte einen schnellen Versuch damit. In Montreal war es eh ein bisschen nass und feucht und es gab seltsame Bedingungen, von daher glaube ich, dass wir da alle bei null anfangen. Ehrlich gesagt erwarte ich jetzt auch nicht die mega Veränderungen von der Charakteristik her. Die Reifen ab Budapest werden da schon interessanter sein."

Frage: "Es ist auch ein Heimspiel für Sie. Ist die Drucksituation eine andere oder ist es 'business as usual'?"
Hülkenberg: "Es ist schon etwas Besonders, vor heimischem Publikum zu fahren. Es sind auch viele aus meiner Familie und viele Freunde da. Ich fahre hier auf einer Strecke, die ich sehr gut kenne, die mir liegt und die immer sehr freundlich zu mir war. Ich hoffe, dass wir hier ein paar Punkte einheimsen können."

"Mehr Druck habe ich ehrlich gesagt nicht. Ich glaube, da ist Sebastian schon in einem anderen Boot. Für uns ist es das Ziel, das Maximum aus uns und aus dem Auto rauszuholen. Dann werden wir sehen, ob das ein Pünktchen ergibt oder nicht."

Fotoquelle: xpbimages.com

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