Paul Hembery und Pirelli stehen bei Entscheidungen oft zwischen den Stühlen

Formel 1 2013

— 09.07.2013

Pirelli wünscht sich "anderen Entscheidungsprozess"

Paul Hembery kritisiert, dass sich die Teams hinsichtlich der Reifen nicht auf einen gemeinsamen Konsens einigen können und nimmt die FIA in die Pflicht



Dass Reifenhersteller Pirelli mit der gegenwärtigen Situation in der Formel 1 nicht zufrieden sein kann, liegt auf der Hand. Die Reifenplatzer-Orgie beim Grand Prix von Großbritannien war der unrühmliche Höhepunkt einer Serie negativer PR für den italienischen Alleinausrüster aller Teams. Eines der Hauptprobleme, an denen man sich bei Pirelli stört, ist die Tatsache, dass es für eine Änderung der Reifen die uneingeschränkte Zustimmung aller Teams braucht.

Paul Hembery würde es lieber sehen, wenn der Automobil-Weltverband (FIA) die Marschrichtung bezüglich der Reifen vorgeben würde und die Teams sich daran halten müssten. "Der Entscheidungsprozess muss geändert werden. Überhaupt gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die geändert werden müssen, so auch das Thema Testfahrten", zitiert Formel-1-Reporter James Allen den Pirelli-Motorsportchef.

Dass es gerade beim Thema Testfahrten keine einheitliche Meinung in Reihen der Teams gibt, ist hinlänglich bekannt. "Es klingt furchtbar, aber der beste Reifentest, den wir in drei Jahren hatten, war der mit Mercedes in Barcelona", sagt Hembery und stuft den "Grad der Paranoia unter den Teams" als "ebenso hoch" ein wie den Grad des Wettbewerbs.

Hembery nimmt FIA in die Pflicht

So stellt der Pirelli-Motorsportchef eine klare Forderung an die Regelmacher: "In den meisten Rennserien, in denen wir aktiv sind, werden Regeländerungen in Absprache mit dem technischen Partner vorgenommen. Hier ist das die FIA. Der FIA und Pirelli ist es unterm Strich egal, wer gewinnt. Wir sind also die einzigen unabhängigen Parteien. Eine einheitliche Meinung der Teams wird es niemals geben."

Hembery weiß wovon er spricht. So wartete der Brite in den vergangenen Jahren auch beim Thema Pirelli-Testauto vergeblich auf einen gemeinsamen Konsens. Hembery hofft nun, dass die FIA auf einer der nächsten Weltratssitzungen das Zepter in die Hand nimmt.

Silverstone: Zwei Mischungen im Testeinsatz

Bevor es für Pirelli und die Teams zum Grand Prix von Ungarn an den Hungaroring geht, steht in der kommenden Woche von Mittwoch bis Freitag zunächst der "Young-Driver-Test" in Silverstone auf dem Plan. Dort wird Pirelli die ab Ungarn im Rennen eingesetzten Reifen testen lassen. Diese weisen die Konstruktion des Jahres 2012, in puncto Mischungen aber die diesjährigen Spezifikationen auf.

In Silverstone hat Pirelli die Mischungen Medium und Hard dabei. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Reifen einen Stahl-Gürtel aufwiesen, rechnet man bei Pirelli damit, dass die neuen - mit einem Kevlar-Gürtel ausgestatteten - Pneus ein schnelleres Aufwärmverhalten an den Tag legen. Mercedes ist entsprechend der Tribunal-Entscheidung zum Barcelona-Test beim Silverstone-Test nicht dabei, hofft aber im letzten Moment noch auf einen Joker.

Fotoquelle: xpbimages.com

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