Während Robert Fernley den neuen Reifen nichts Positives abgewinnen kann...

Formel 1 2013

— 09.07.2013

Neue Reifen: Des einen Leid, des anderen Freud

Während der stellvertretende Force-India-Teamchef Robert Fernley über die neuen Pirelli-Reifen schimpft, frohlockt Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko



Für Force India war der Große Preis von Deutschland auf dem Nürburgring ein Rennen zum Vergessen. Erstmals in dieser Saison schafften es weder Paul di Resta noch Adrian Sutil in die Punktränge. Der Grund für die ungewöhnlich schwache Performance liegt für das Team auf der Hand: Die neuen Pirelli-Reifen, die in der Eifel als Reaktion auf das Silverstone-Debakel zum Einsatz kamen.

"Wir fuhren unserer Form am gesamten Wochenende hinterher. Es ging im Grunde nur darum, das Wochenende irgendwie zu überstehen", gibt der stellvertretende Force-India-Teamchef Robert Fernley gegenüber 'Sky Sports F1' ernüchtert zu Protokoll und erwartet so schnell keine Besserung. "Ich könnte nicht behaupten, dass wir zuversichtlich sind", blickt er auf den anstehenden Grand Prix von Ungarn voraus. Bei diesem bringt Pirelli die Reifenkonstruktion aus dem Vorjahr zurück. Lediglich die Mischungen weisen dann noch die diesjährige Spezifikation auf. Genau wie am Nürburgring wird es statt des bisher üblichen Stahl-Gürtels einen Kevlar-Gürtel in den Hinterreifen geben.

Für Fernley und Force India ein Schlag ins Gesicht. "Der Reifen ist grundsätzlich anders", spricht er insbesondere den Kevlar-Gürtel an. "Unser Auto ist speziell auf die 2013er-Reifenspezifikation zugeschnitten. Eigentlich wollten wir uns jetzt auf das Auto für 2014 konzentrieren, stattdessen müssen wir jetzt nochmals in einem Bereich Hand anlegen, von dem wir eigentlich glaubten, dass er abgeschlossen ist. Das ist für Force India alles andere als zuträglich", so Fernley zähneknirschend.

"Es gibt Gewinner und Verlierer. Wir gehören ganz klar zu den Verlieren. Die Frage wird sein, wie weit wir in Rückstand geraten", spricht der stellvertretende Teamchef die Tatsache an, dass Force India neben Ferrari und Lotus eines von drei Teams war, die in Kanada gegen die Einführung der nun im Einsatz befindlichen Reifen gestimmt hatten und somit einen Einsatz verhinderten. Erst angesichts der zahlreichen Reifenschäden in Silverstone wurde der Einführung der veränderten Reifen stattgegeben.

Marko: "Das ist viel Politik im Spiel"

Bei Red Bull sieht man die Sache freilich anders. Die "Bullen" hätten die nun eingesetzten Reifen mit dem Kevlar-Gürtel am liebsten schon in Kanada im Rennen zur Verfügung gehabt und sind froh, dass diese nun Standard sind. "Bis auf Mercedes hatten die meisten keine Reifenprobleme", so Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko gegenüber 'ServusTV'.

"Daher konnten wir und auf das Rennfahren konzentrieren. Das war in den meisten Rennen der Vergangenheit nicht der Fall, weil man sein Tempo einfach auf die Reifen abstimmen musste. Man konnte zwar zwei, drei schnelle Runden hinlegen, aber dann kam man nicht über die Distanz und musste zusätzliche Boxenstopps machen", sagt der 70-jährige Österreicher.

"Nach Silverstone haben die FIA, die Teams und Pirelli reagiert und das Resultat war am Nürburgring ein Reifen, der seine Funktion erfüllt", stellt Marko heraus und gleichzeitig klar: "Der Auftrag vorher, das wird vielleicht etwas vergessen, lautete ja auch, einen Reifen zu bringen, mit dem Red Bull nicht sein ganzes Potenzial ausspielen kann, weil sonst fahren wir zu sehr vorne herum. Da ist viel Politik im Spiel."

Fotoquelle: xpbimages.com

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