Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ist derzeit an unterschiedlichen Teams beteiligt

Formel 1 2013

— 12.07.2013

Mercedes, Williams, HWA: Wolff sieht keinen Interessenskonflikt

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff besitzt nach wie vor Williams-Anteile und ist HWA-Aufsichtsrat - Wie er mit der Situation umgeht, um Konflikte zu vermeiden



Seit einigen Monaten fungiert der Österreicher Toto Wolff beim Mercedes-Formel-1-Team als Geschäftsführender Direktor - zudem agiert er bei der Marke mit dem Stern als Motorsportchef. Darüber hinaus ist er durch seine Tätigkeiten in der Vergangenheit Anteilseigner beim Williams-Rennstall und Aufsichtsrat bei HWA, wo das gesamte Mercedes-Motorsport-Programm abseits der Formel 1 durchgeführt wird.

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass es sich hierbei um einen Interessenskonflikt handelt, schließlich stehen Williams und Mercedes in Konkurrenz zueinander, und HWA erhält von Daimler Aufträge. Doch Wolff ist um Transparenz bemüht. Beim britischen Traditionsteam hat der 41-Jährige seine Funktion als Geschäftsführender Direktor zurückgelegt - die Anteile besitzt er nur, weil in Grove derzeit das Geld fehlt, um diese wieder selbst zu übernehmen. Auch ein neuer Investor steht derzeit nicht vor der Tür.

"Ich muss nach dem Rennen nachfragen, wo Williams gelandet ist", stellt er gegenüber dem 'Deutschlandfunk' klar, dass er zu seinem Ex-Team, wo Ehefrau Susie Wolff Testpilotin ist, inzwischen ein distanziertes Verhältnis hat. "Ich habe dort keine operative Funktion mehr. Ich bin also nur ein Finanzinvestor." Er habe aber vor, das Investment zu reduzieren - dabei handle es sich um "einen fortlaufenden Prozess, den ich momentan betreibe. Deswegen gibt es meiner Meinung nach keinen Interessenkonflikt".

Seine Rolle bei HWA, wo er Stellvertreter von Aufsichtsrat Hans-Werner Aufrecht ist, will er allerdings beibehalten. In der Praxis gäbe es ohnehin genügend Schranken, die verhindern, dass er seine Funktion als Mercedes-Motorsportchef ausnutzt, um in die eigene Tasche zu wirtschaften. "Es gibt Grundsätze zur Unternehmensführung und unternehmerische Regelkonformität, wonach ich mein unternehmerisches Leben immer betrieben habe", erklärt Wolff seinen Standpunkt.

Vor allem bei Daimler werde "viel Wert auf diese Dinge legt. In diesem Sinn agieren wir auch. Ich kann nichts in meine eigene Tasche wirtschaften oder Entscheidungen alleine treffen. Es gibt dafür Strukturen und Entscheidungswege."

Fotoquelle: Daimler

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