Sebastian Vettel ist amtierender Weltmeister und trotzdem für jeden Spaß zu haben

Formel 1 2013

— 15.07.2013

It's me, Super Seb!

"Super Seb" Vettel hat seinen Red Bull am Sonntag gegen eine Seifenkiste eingetauscht - Bei dem Spaßevent im Ruhrgebiet streikte jedoch die Technik



Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat am Sonntag bei einem Seifenkistenrennen im Landschaftspark Hoheward teilgenommen. Am Rande des Ruhrgebiets sauste er verkleidet als "Super Seb" (in Anlehnung an Super Mario) die Hügel hinab. Neben diversen technischen Problemen hatte Vettel auch mit seinem Klebeschnurrbart zu kämpfen, der einfach nicht halten wollte. Im Interview spricht er amüsiert und nicht immer frei von Ironie über das Event und die weitere Formel-1-Saison.

Frage: "Wie war die Fahrt mit der Seifenkiste durch die Fanmenge?"
Sebastian Vettel: "Ich war ehrlich gesagt ziemlich beschäftigt, denn ich hatte doch recht viele Knöpfe am Lenkrad: Konfettikanonen, Lichter, Geräusche und Nebelmaschine. Und ich habe dann versucht, auch alles zu nutzen bis nach unten. Ich habe mir eigentlich mehr Zeit nehmen wollen, indem ich nochmal umgedreht habe, aber leider ist dann die Kette gerissen, sodass ich keinen Antrieb mehr hatte bergauf. Also habe ich mich dann entschieden, wieder umzudrehen und herunter zu rollen. Der Zielsprung hat mich dann auch nochmal ein bisschen überrascht, aber Gott sei Dank ist alles gutgegangen. Alles in allem hat es sehr viel Spaß gemacht und es ist schön zu sehen, dass so viele Leute heute da sind."

Frage: "Was kann man denn vom Seifenkistenrennen lernen, wenn man Rennfahrer werden will?"
Vettel: "Ich denke, man braucht erstmal einen guten Start, um gut weg zu kommen und viel Schwung mitzunehmen. Später auf der Strecke geht es dann darum, möglichst rund und sauber zu fahren. Aber in erster Linie steht heute der Spaß im Vordergrund, und ich glaube, das sieht man auch. Die Teilnehmer haben wirklich ihren Spaß mit den Ideen, die sich heute schon gezeigt haben und noch zeigen werden - so bleibt ein solches Event dann auch in Erinnerung. Die stehen heute im Vordergrund, und ich kann es kaum erwarten, nachher in der Jury zu sitzen und mir das Ganze aus der ersten Reihe anzuschauen und auch beurteilen zu dürfen."

Frage: "Welche drei Eigenschaften machen einen guten Seifenkistenfahrer aus?"
Vettel: "Ich denke, man muss kreativ sein, die Leistung muss stimmen - also die Zeit, die man von oben bis unten braucht - und man braucht gute Anschieber."

Unterschiede zum Dienstwagen

Frage: "Wo liegen denn die größten Unterschiede zwischen einer Seifenkiste und einem Formel-1-Auto?"
Vettel: "Naja, die Seifenkiste hat keinen Motor. Da muss man den Schwung ausnutzen, das ist der größte Unterschied, glaube ich. Wenn man hier oder da mal quersteht bei uns, kann man wieder aufs Gas treten und beschleunigen. Das ist hier ein bisschen schwieriger."

Frage: "Es war ja auch ein Test für Ungarn, die Reifen haben gehalten, oder?"
Vettel: "Ja, die Reifen schon, aber leider ist die Kette gerissen, beziehungsweise der Antrieb hat gestreikt. Aber ich habe mich dann für die Alternative entschieden: Statt bergauf zu fahren, mich einfach wieder umzudrehen und runter rollen zu lassen."

Ungarn vor der Brust

Frage: "Was erwartest du von den neuen Reifen? Könnten das bereits auch die Reifen für die kommende Saison 2014 werden?"
Vettel: "Ich glaube nicht unbedingt, dass es die Reifen für 2014 sind. Bis dahin ist noch viel Zeit. Aber es ist eigentlich schnell erklärt: Nach dem Rennen in Silverstone hat man sich wirklich Gedanken gemacht und Gott sei Dank auch etwas geändert zum Rennen am Nürburgring letzte Woche. Und nächste Woche haben wir dann die Möglichkeit, die neuen Reifen zu testen (beim Young Drivers Test; Anm. d. Red.). Es ist wieder eine neue Variante, die noch sicherer sein soll. Sie kommt dann ab übernächster Woche zum Einsatz, und hoffentlich sind das dann die Reifen, die wir bis zum Ende der Saison fahren werden."

Frage: "Bisher hast du in Ungarn ja noch nicht gewinnen können. Was erwartest du dir diesmal vom Rennen?"
Vettel: "Wir hatten aus Teamsicht auch schon gute Rennen in Budapest. Ich war das ein oder andere Mal nah dran: Dritter und Zweiter war ich schon. Der erste Platz fehlt noch, aber man kann auch nichts erzwingen. Ich werde auf jeden Fall alles versuchen und angreifen für den Sieg. Wichtig ist, dass wir unser Maximum erreichen - damit sind wir dann auch schon zufrieden. Ich denke, unser Auto funktioniert bisher überall ziemlich gut, von daher werden wir mal schauen müssen. Deswegen hoffe ich, dass es auch so weitergeht, bevor dann die Sommerpause kommt."

Frage: "Sie sind mit 34 Punkten vorn in der Meisterschaft und haben vier Rennen gewonnen. Wie viel ist das wert auf dem Weg zum vierten Titel?"
Vettel: "Ich glaube, das ist im Moment nicht so wichtig. Wichtig ist, dass wir gut da stehen. Wenn man vorn ist, ist das natürlich immer schöner, als wenn man dahinter ist und noch Punkte gutzumachen hat. Aber es gibt noch so viele Chancen für uns und für andere. Deswegen schauen wir von Rennen zu Rennen und versuchen da, unsere Hausaufgaben zu machen, alles rauszuholen, und der Rest wird sich dann noch in der zweiten Saisonhälfte herauskristallisieren."

"Ich denke, ich schaue ausschließlich auf die Konkurrenten, nicht so sehr auf den Punkteabstand. Den versuche ich im Moment noch zu ignorieren, weil es noch viele Rennen gibt. Es wird noch viel passieren. Ich bin mir gerade gar nicht so sicher, wie viele Rennen wir noch haben, ich glaube zehn oder elf. Es ist auf jeden Fall noch ein langer, langer Weg."

"Aber trotzdem gibt es kein Geheimnis: Man muss immer schauen, dass man vorne rein fährt, seine Punkte macht. Wir versuchen natürlich, auf Angriff zu fahren, denn - dazu muss man kein Genie sein - wenn man ein Rennen gewinnt, bekommt man auch mehr Punkte als die anderen. Und wenn man das öfter und regelmäßig schafft, dann sieht es auch in Sachen Meisterschaft gut aus."

Kimi würde passen

Frage: "Wen wünschst du dir im nächsten Jahr als Teamkollegen?"
Vettel: "Ich habe viele Wünsche, aber es ist nicht so wichtig, was ich mir wünsche. Das ist eher eine Teamfrage. Ich wünsche mir jemanden, der zu uns passt, und der Rest wird sich dann zeigen. Wer es dann wird, ist letzten Endes egal. Ich denke, wenn man den Anspruch hat, alle zu schlagen, dann ist es egal, ob die dann im eigenen Team fahren oder in einem anderen."

Frage: "Würde Kimi Räikkönen denn passen?"
Vettel: "Ja, ich denke schon. Aber es ist nicht meine Entscheidung, sondern die des Teams. Ich kenne ihn sehr gut und komme bisher sehr gut mit ihm aus."

Frage: "Sauber ist kurz vor der Pleite, man steht kurz vor einer Zweiklassengesellschaft in der Formel 1. Wie sehen Sie das, gibt es da Probleme?"
Vettel: "Naja, ich glaube, wenn man das ganz nüchtern betrachtet, gab es schon immer in gewisser Weise eine Zweiklassengesellschaft. Das ist also nicht erst jetzt der Fall, dass es einem Team nicht gut geht. Natürlich bin ich sehr betroffen, weil ich das Team von früher kenne. Ich glaube, das Herz des Teams ist immer noch unverändert geblieben seit meiner Zeit damals mit BMW. Deswegen wünsche ich natürlich nur das Allerbeste und hoffe, dass sich jemand findet und ordentlich Geld investiert."

Fotoquelle: Red Bull

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