Bernie Ecclestone wurde von der Staatsanwaltschaft München angeklagt

Formel 1 2013

— 17.07.2013

Post aus München: Ecclestone erhält Anklageschrift

Update: Bernie Ecclestone wurde nun förmlich von der Staatsanwaltschaft München angeklagt - Einen Rücktritt schließt der Formel-1-Boss aus



Es wird ernst für Bernie Ecclestone. Im Verfahren rund um den Verkauf der Formel-1-Anteile der Bayerischen Landesbank an CVC Capital Partners im Jahr 2005 wurde der Formel-1-Boss von der Staatsanwaltschaft München wegen Anstiftung zur Untreue und Bestechung in besonders schwerem Fall angeklagt. Ecclestone selbst bestätigte den Eingang der Anklageschrift."Ich habe mit meinen Anwälten gesprochen, sie haben eine Anklageschrift erhalten. Sie wird nun ins Englische übersetzt", wird Ecclestone von der 'Financial Times' zitiert.

Gerichtssprecherin Margarete Nötzel bestätgte am Mittwoch der Nachrichtenagentur 'dpa', dass Ecclestone eine Anklageschrift zugestellt worden sei. Der Brite soll dem früheren Risikovorstand der Bayerischen Landesbank (BayernLB), Gerhard Gribkowsky, 44 Millionen US-Dollar Bestechungsgeld im Zuge des Verkaufs einer Formel-1-Beteiligung der BayernLB an CVC gezahlt haben. Der mittlerweile rechtskräftig zu achteinhalb Jahren Haft verurteilte Gribkowsky soll Ecclestone bei der Münchner Staatsanwaltschaft schwer belastet haben; der Brite bestreitet jedoch die Vorwürfe und behauptet, Gribkowsky habe ihn erpresst.

"Auskünfte zum näheren Inhalt der Anklage können nicht gegeben werden, bis die Strafkammer über die Frage der Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden hat", teilte das Oberlandesgericht München mit: "Derzeit hat die Verteidigung des Angeschuldigten Gelegenheit, bis Mitte August zur Anklageschrift Stellung zu nehmen." Mit einer Entscheidung der Strafkammer über die Eröffnung des Hauptverfahrens könne "voraussichtlich nicht vor Mitte September gerechnet werden".

Ecclestones Düsseldorfer Anwaltsbüro Thomas Deckers Wehnert Elsner bestätigte den Erhalt der Unterlagen: "Die Anklagschrift der Staatsanwaltschaft München I ist in englischer Sprache zugestellt worden. Die Verteidigung wird in Kürze bei der zuständigen Strafkammer eine umfassende Stellungnahme zu den Vorwürfen einreichen. Das zentrale Thema der Stellungnahme ist die Befassung mit den wechselnden 'Geständnissen' des Herrn Dr. Gribkowsky."

Ecclestone reagierte auf die Erhebung der Anklage äußerlich gelassen: "Wir werden uns ordentlich verteidigen. Es wird ein interessanter Fall. Es ist schade, dass das passiert", sagte er. Ein Angebot, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage einzustellen, sei Ecclestone nicht gemacht worden. Ob dem Formel-1-Boss nun auch der Prozess gemacht wird, steht noch nicht fest. Erst nach einer Stellungnahme der Verteidigung entscheidet das Oberlandesgericht München über die Zulassung der Anklage.

Die Erhebung der Anklage könnte das Ende der Ära Ecclestone in der Formel 1 einleiten. Der 82-Jährige selbst hatte bereits Ende vergangenen Jahres gemeint, der Inhaber der kommerziellen Rechte der Formel 1, CVC Capital Partners, würde "wahrscheinlich gezwungen sein, mich loszuwerden, wenn die Deutschen hinter mir her sind." Einen Rücktritt schloss der Brite aber aus: "Ich werde das tun, was ich immer gemacht habe: Weiter arbeiten und meinen Job tun. Für mich ändert sich durch diese Sache nichts", sagt Ecclestone der 'Bild'-Zeitung (Donnerstag-Ausgabe). Er wüsste nicht, warum er seinen Job ruhen lassen sollte.

Zweifel daran, dass ein unter Anklage stehender Ecclestone für die Formel 1 noch tragbar sei, sind im Fahrerlager weit verbreitet. "Wenn es zur Anklage kommt, dann wird Bernie der Erste sein, der im Interesse der Formel 1 zurücktritt", hatte Ferrari-Präsident Luca di Montezmolo gesagt.

Fotoquelle: xpbimages.com

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