Über Sergei Sirotkin ist nicht viel bekannt. Der Russe meidet die Öffentlichkeit

Formel 1 2013

— 21.07.2013

Privatschüler Sirotkin: "Ich bin kein Paydriver"

Der junge Russe zeigt sich bescheiden, redlich und als Motorsport-Enthusiast - Vergleiche mit Kimi Räikkönen hält er für unangemessen



Für viele Formel-1-Fans kam Sergei Sirotkin wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Der 17-Jährige hatte sich weder durch sportliche Paukenschläge in der Renault-World-Series (WSbR), in der er derzeit aktiv ist, noch durch andere Sternstunden hervorgetan, ehe sein Engagement bei Sauber ab der Saison 2014 bekanntgegeben wurde - Investoren aus seiner russischen Heimat sei Dank. Das hört Sirotkin nicht gerne, wie er dem Schweizer 'Blick' in einem seltenen Interview entgegnet: "Nein, ich bin kein Paydriver."

Vielmehr bezeichnet er sich als "Rennfahrer, der von der Russischen Föderation unterstützt wird". Es sei das gemeinsame Ziel, die "Nation in dieser Sportart zu repräsentieren". Über seine Beziehungen zur Moskauer Geschäftswelt - oder vielmehr die seines Vaters - spricht er nicht gerne. Das Einzelkind Sirotkin stammt jedoch nicht aus bescheidenen Verhältnissen, fing im Alter von sechs Jahren mit dem Kartsport an, besuchte eine Privatschule und studiert derzeit an der Road Technical University in der russischen Hauptstadt.

Dass er die Rückendeckung seiner Familie hat, leugnet Sirotkin nicht. Er drückt es vorsichtig aus: "Mein Vater und seine Leute versuchen, mich auf meinem Weg zu unterstützen und die Autos zu verbessern. Das ist gut für Sauber und natürlich auch für mich." Also eine Win-Win-Situation? Das angehende Formel-1-Kücken ist bemüht, sein Herzblut für den Sport zu demonstrieren und sich selbst in Bescheidenheit zu üben: "Es stimmt, ich bin noch sehr jung, aber ich gebe mein Bestes. Ich habe schon als Kind davon geträumt, und seit neun Jahren arbeite ich jeden Tag für diesen Traum."

Eigene Stärken und Schwächen will er nicht kommentieren, beschreibt sich an der Rennstrecke als ruhig und fokussiert. Was abseits ist, bleibt sein Geheimnis. Obwohl Ayrton Senna bereits tot war, als Sirotkin geboren wurde, führt der Brasilianer die Liste seiner Idole an. Auf ihr stehen auch Michael Schumacher, Fernando Alonso, Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen. Vergleiche mit dem Lotus-Pilot hält Sirotkin für unangemessen: "Ich wäre unglaublich stolz, wenn man mich in der Zukunft tatsächlich mit ihm vergleichen könnte."

Auch das Interesse an seiner Person versucht der Mann aus Moskau so gut es geht auszublenden. Zahlreiche Interview- und Terminanfragen ließ er am Rande des WSbR-Gastspiels auf dem Red-Bull-Ring am Wochenende an sich abprallen. Immerhin hat er seine Leidenschaft für die Schweiz, seinen zukünftigen Arbeitsplatz, entdeckt - mitsamt Schokolade, Käse und der Natur. Und dann blitzt er doch durch: Der reiche Sirotkin, der der 17-Jährige eigentlich nicht sein will. "Tragen Sie eine Schweizer Uhr?", fragt der 'Blick'. "Kennen Sie jemanden, der keine trägt?", antwortet er.

Fotoquelle: Renault

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