Christian Klien und Alex Wurz freuen sich über das Österreich-Comeback

Formel 1 2013

— 23.07.2013

Wurz & Klien von Formel-1-Comeback "völlig überrascht"

Wie sich Österreichs ehemalige Formel-1-Piloten Alex Wurz und Christian Klien das Formel-1-Comeback 2014 erklären und wieso sich ein Rennen für alle auszahlt



Die Reaktionen in der österreichischen Motorsport-Szene zeigen, wie überraschend das Formel-1-Comeback 2014 auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg selbst für Insider kommt. Selbst Österreichs bislang letzte zwei Formel-1-Piloten, Alex Wurz und Christian Klien, erfuhren davon aus den Medien. "Ich bin überrascht, aber im positiven Sinne - und happy. Eine coole Geschichte", freut sich Wurz über die Nachricht gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Wir Österreicher haben im Spitzen-Motorsport traditionell immer eine große Rolle gespielt. Das tun wir nach wie vor, aber leider nicht mit Piloten oder einem Grand Prix. Und jetzt haben wir zumindest den Grand Prix wieder."

Und der ehemalige Red-Bull-Pilot Klien gibt zu: "Für mich ist das komplett überraschend. Ich habe es gerade im Radio gehört, und ich finde das sensationell." Bereits vor einem halben Jahr gab es Diskussionen, dass der Red-Bull-Ring 2013 möglicherweise für den Grand von Amerika in New Jersey einspringen könnte, doch dieser Plan wurde von Formel-1-Boss Bernie Ecclestones bald dementiert. "Ich habe das damals nicht wirklich ernst genommen", sagt Klien im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Vision "schon lange in Dietrichs Kopf"

Er findet es aber nachvollziehbar, dass die "Königsklasse" des Motorsports, die sich zuletzt zunehmend aus Europa zurückzog, nach einer zehnjährigen Pause zurückkehrt: "Das ergibt Sinn, denn Red Bull hat zwei Teams in der Formel 1, außerdem gehört ihnen der Ring. Da verstehe ich, dass von Seiten Red Bulls ein Interesse da ist, die Formel 1 zurückzubringen. Diese Vision war sicher schon lange in Dietrichs Kopf - an seiner Stelle würde ich mir da auch ein Rennen im eigenen Land wünschen. Und da konnten sie sicher die richtigen Hebel in Bewegung setzen."

Wurz, der in der Formel 1 hervorragend vernetzt ist, gute Kontakte zur FIA hat und bei den meisten Renn-Wochenenden als Experte vor Ort ist, sieht die Gründe für das Formel-1-Comeback nicht im guten Verhältnis von Formel-1-Boss Ecclestone und Red-Bull-Boss Mateschitz, sondern darin, dass sich der Vertrag für beide Seiten rentieren wird: "Da sind sie beide so sehr Geschäftsleute, dass es sich hierbei um einen finanziellen Deal handelt."

Formel 1 ein gutes Geschäft?

Zudem ist er der Ansicht, dass ein Formel-1-Rennen in Österreich ein durchaus rentables Geschäft für alle Beteiligten ist. "Ich weiß, dass es damals am A1-Ring, wo mein Vater an der Ring GmbH beteiligt war, ein positives Resultat gab - also mehr Einnahmen als Ausgaben", verweist er auf die bislang letzte Formel-1-Ära in Spielberg von 1997 bis 2003. "Jetzt sind die Ticketpreise zwar gestiegen, aber man kann wirtschaftlich schon etwas Sinnvolles daraus machen. Der Red-Bull-Ring ist in Hinblick auf das Interesse der Leute sicherlich gut bedient."

Ob die Renngebühr in Höhe von rund 20 Millionen Dollar, die für die Austragung des Rennens erforderlich ist, nun von Red Bull oder vom Land entrichtet wird, traut sich keiner der beiden zu prognostizieren. Für Wurz ist aber gewiss, dass es nur Profiteure gibt: "Für Land und Umgebung rechnet es sich immer, weil so viele Leute dort Dinge konsumieren, in den Hotels schlafen, Leihautos nehmen, tanken, essen etc. Da kann nur ein Plus herauskommen. Auch für Red Bull und für Österreich, mit tollen Bildern und Darstellungsmöglichkeiten des Landes, macht das absolut Sinn."

Große Formel-1-Tradition in Österreich

Dass die kleine und aus globaler Sicht wirtschaftlich unbedeutende Alpenrepublik wieder auf der Formel-1-Landkarte auftaucht, führt Klien auch auf die enorme Motorsport-Tradition des Landes zurück: "Man darf nicht vergessen, dass man die Traditions-Rennstrecken in Europa behalten muss, weil da die Formel 1 geboren wurde. Monza, Spa und Monaco sind aus der Formel 1 nicht wegzudenken - da gehört Österreich in gewisser Weise auch dazu."

Zudem haben sich die Formel-1-Protagonisten in Österreicher laut Klien auch wegen der ländlichen Atmosphäre immer sehr wohl gefühlt. Wurz stimmt zu: "Alle Leute kommen immer gerne nach Österreich. Für sie war es immer ein Super-Grand-Prix, sehr heimelig und herzlich, alle wurden gut aufgenommen."

Wurz' Streckenlayout sorgt für spannende Rennen

Die wunderschön in die Landschaft eingebettete Natur-Rennstrecke hat für die Fans einiges zu bieten - von manchen Tribünen sind 80 Prozent der Strecke einsehbar, was weltweit so gut wie einzigartig ist, auch das Streckenlayout sorgte stets für spannende Grands Prix. "Selbst in den extrem überholfeindlichen Jahren der Formel 1 war der A1-Ring immer das Rennen mit den meisten Überholmanövern im Jahr", sagt der ehemalige Williams-Pilot nicht ohne Stolz.

Er erinnert sich, als sein Vater Franz Wurz vor dem Umbau der Strecke Anfang der 1990er-Jahre auf dem Österreichring ein Fahr-Sicherheitszentrum baute und den damaligen Teenager Wurz um einen Entwurf für einen möglichen Umbau der Strecke bat.

"Ich hab das dann auf einen Plan gekritzelt", erzählt er. "80 Prozent dieser Streckenführung wurde dann von Hermann Tilke übernommen. Jetzt wissen wir, dass die Streckenführung vielleicht nicht die allerspektakulärste ist, aber das liegt auch an den Grundstücks-Besitzern und an den Pachtverträgen. So hat man damals den Österreichring wiederbelebt, und er wurde zum A1-Ring. Das war eine lustige Zeit, da als Teenager dabei zu sein."

Was jetzt noch fehlen würde, wäre ein Lokalmatador im Cockpit - doch Klien, der sich nach dem Red-Bull-Aus 2006 jahrelang um ein Comeback bemühte, winkt ab und schmunzelt: "Die Formel 1 ist für mich soweit abgehakt. Außerdem liegt Monza näher an meiner Heimat Vorarlberg."

Fotoquelle: xpb.cc

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