Formel 1 2013

— 25.07.2013

"Wie verhext": Sutil und Fluch des ersten Podiums

Der Deutsche erklärt, wieso es für Force India doppelt schwierig ist, sich einen Pokal abzuholen: "Brauchen 110 Prozent, um vielleicht eine Chance zu haben"





Kaum einem Mittelfeld-Team in der Formel 1 ist es in der jüngeren Vergangenheit so häufig gelungen, ernsthafte Ambitionen auf einen Rennsieg anzumelden wie Force India. Einzig hat es für die Vijay-Mallya-Truppe bislang noch nicht für die oberste Stufe des Podestes gereicht. Adrian Sutil fehlt sogar noch der Podiumsbesuch in seiner Vita. Das hätte sich in dieser Saison in Silverstone beinahe geändert: "Ich dachte schon: 'Jetzt hast du es'", erinnert sich der 30-Jährige an den britischen Grand Prix.

Das Safety-Car wäre um ein Haar das Zünglein an der Waage gewesen. Aber Pustekuchen. Mal wieder. "Das hätte auch anders ausgehen können. Aber am Ende fehlte doch ein Bisschen", bedauert Sutil, der schon ganz andere Störfeuer auf dem Weg zum ersten Formel-1-Pokal erlebt hat. Der Abschuss von Kimi Räikkönen in Monaco 2008 ist nur eine Episode einer Tragödie, die den Deutschen die Flinte noch nicht hat ins Korn werfen lassen. "Aber wir sind dran", verspricht ein zuversichtlicher Sutil.

Schließlich liegt es nicht nur an seiner persönlichen Klasse, dass Force India am ersten Champagner seit dem für Giancarlo Fisichella in Spa-Francorchamps 2009 zumindest schnupperte. "Es gab schon ein paar Chancen. Nicht nur für mich, auch für Paul (di Resta, Anm. d. Red.) und Nico (Hülkenberg, Anm. d. Red.). Aus irgendeinem Grund hat es nie richtig geklappt - wie verhext", hadert Sutil. Der Gräfelfinger weiß, dass es mit dem Material seiner Truppe mehr braucht als ein durchschnittliches Wochenende. Schließlich sind Schnitzer teuer, wenn kein überlegenes Auto in der Box parkt.

"Jeder macht Fehler hier im Fahrerlager, auch die Topteams", stellt Sutil fest. "Der Unterschied ist, dass sie dann immer noch Dritter sind. Wenn wir einen Fehler machen, sind wir Zehnter oder Elfter, nicht einmal in den Punkten." Die Schlussfolgerung nimmt keinen Druck von den Schultern der Mannschaft: "Wir müssen alles zu 100 oder 110 Prozent hinbekommen, damit wir vielleicht eine Chance haben, auf das Podium zu fahren", bemerkt Sutil und nennt die Errungenschaften der vergangenen sieben Jahre Force India "ordentlich".

Schließlich wird bei den Indern mit kleinem Geld Motorsport betrieben: "Wir sind sehr effizient und man darf nicht vergessen, dass wir nie ein großes Budget hatten", blickt Sutil, der seit dem Mallya-Einstieg im Jahre 2008 an Bord der chronisch klammen Kogge ist, zurück. Er wagt sogar den Vergleich mit dem Klassenprimus der Formel 1. "Red Bull ist jetzt seit neun Jahren dabei und dreimal Weltmeister geworden - der richtige Durchbruch kam bei ihnen nach fünf Jahren." Sutil kennt den kleinen Schönheitsfehler der Rechnung: "Sagen wir mal: Mit doppelt so viel Geld."

Fotoquelle: xpbimages.com

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Adrian Sutil



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