Formel 1 2013

— 25.07.2013

Horner macht Vergne keine Hoffnung: Trostpreis wartet

Daniel Ricciardo steht in der Gunst des Red-Bull-Teamchefs vor dem Franzosen, öffnet beiden jedoch die Toro-Rosso-Tür - Geld spricht nicht gegen Kimi Räikkönen





Die meisten Formel-1-Teams würden sich nach den Problemen des Christian Horner wohl die Finger lecken. Die Personalentscheidung bei Red Bull fällt - so viel sollte im Vorfeld des Ungarn-Grand-Prix feststehen - zwischen Kimi Räikkönen oder Daniel Ricciardo. Dessen derzeitiger Toro-Rosso-Teamkollege Jean-Eric Vergne scheint hingegen aus dem Rennen. "Er spielt noch immer eine Rolle in unseren Überlegungen, obwohl er etwas hinter Daniel zurückliegt", tastet sich der Teamchef vor.

Als Grund für die Pole-Position des Australiers nennt Horner "einen kleinen Vorsprung, was die Erfahrung betrifft". Ricciardo startete bei HRT ein halbes Jahr früher in der Königsklasse durch, erhielt deshalb beim Young-Driver-Test in Silverstone die Chance im Weltmeister-Auto und nutzte sie postwendend. "Daniel hat seine Ambitionen untermauert und sich hervorragend angepasst. Es ist unerlässlich, sich einen Fahrer in seinem eigenen Auto anzusehen", lobt Horner die bestandene Nagelprobe, die sein Perspektivpilot mit einer Tagesbestzeit meisterte.

Und mehr als das. Bei den Rundenzeiten war Ricciardo keine Zehntelsekunde langsamer als der amtierende Weltmeister. "Wir hatten die Möglichkeit, ihn mit Sebastian zu vergleichen und er hat sich gut geschlagen", unterstreicht der Brite. Dass der Blick auf den Zeitenmonitor die Ultima Ratio sei, will Horner aber nicht behaupten: "Um Fahrer bei Red Bull zu sein, muss man aber nicht nur schnell sein, sondern auch die Fähigkeit besitzen, den Ingenieuren Feedback zu geben", betont er mit Blick auf die 2014 beginnende Turbo-Ära.

Mentale Komponente: Minuspunkte für Ricciardo

Dass Hauptkonkurrent Räikkönen ihn bei der Gehaltsabrechnung wahrscheinlich teuerer zu stehen käme als der 24-Jährige, ist für Horner "kein Bestandteil der Entscheidungsfindung" - obwohl er "Geld immer einen Faktor" nennt. Schließlich würde sich die Mehrinvestition in einen fähigeren Piloten schnell rechnen, so dieser Punkte satt für die Konstrukteurs-WM einfährt. Außerdem spricht für Räikkönen, dass er in der Beletage der Königsklasse mehr als einmal bewiesen hat, wie viel Talent in ihm steckt.

In Milton Keynes wartet ein teaminternes Duell, dass es in sich hat: "Für jeden Fahrer gibt es an Sebastians Seite zweifellos Druck, in einem Spitzenteam ist er größer", weiß Horner über die Aufgabe neben einem dreimaligen Weltmeister zu berichten und erwähnt, dass Ricciardo diese Belastungsprobe noch zu bestehen hätte: "Da sind starke Schultern gefragt. Es gibt eine Erwartungshaltung, die in Daniels aktuellem Team so nicht besteht. Aber was er bisher gezeigt hat, stimmt positiv."

Bekanntgabe doch erst im September?

Bleibt die Frage, was mit Vergne passiert. Das Schicksal des Jaime Alguersuari und des Sebastien Buemi, die nach ihrer Nicht-Beförderung zu Red Bull aus der Königsklasse ausschieden, scheint dem Franzosen vorerst nicht zu drohen. "Er verdient einen Platz in der Formel 1 und sollte es mit Red Bull nicht klappen, wäre es logisch, mit ihm bei Toro Rosso weiterzumachen", prognostiziert Horner. Auf die gleiche Perspektive hofft auch Ricciardo, sollte er Räikkönen den Vortritt lassen müssen - offenbar nicht zu Unrecht.

"Wir sind in der glücklichen Position, zwei Fahrer durch das Nachwuchsprogramm geführt zu haben, die Vorzeigekarrieren vorweisen und bei ihren Young-Driver-Test-Chancen im Red Bull einen fantastischen Job erledigt haben", rollt er auch dem Australier für die Zukunft den roten Teppich aus. "Beide haben sich ihren Platz bei Toro Rosso durch ihr Talent verdient." Die endgültige Entscheidung soll laut Horner direkt nach der Sommerpause in Spa-Francorchamps oder zwei Wochen später in Monza bekanntgegeben werden: "Nicht später."

Fotoquelle: Red Bull

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