Sebastian Vettel sicherte sich die Freitagsbestzeit in Ungarn

Formel 1 2013

— 26.07.2013

Vettel zum Zweiten: Wieder Bestzeit am Hungaroring

Wie am Vormittag, so am Nachmittag: Sebastian Vettel und Red Bull hatten das Geschehen auf dem Hungaroring im Griff - Lotus und Ferrari noch vor Mercedes



Sebastian Vettel zum Ersten, Sebastian Vettel zum Zweiten: Der Titelverteidiger und aktuelle WM-Spitzenreiter ist hervorragend in das letzte Formel-1-Wochenende vor der Sommerpause gestartet. Der Bestzeit vom Vormittag ließ Vettel nämlich am Nachmittag gleich eine weitere folgen. Er geht als Favorit in die weiteren Einheiten auf dem Hungaroring, denn Red Bull präsentiert sich bisher in Topform.

Das unterstreichen sowohl die Rundenzeiten von Vettel im ersten und zweiten Freien Training als auch die Leistungen von Mark Webber, der jeweils als Zweiter der schärfste Verfolger seines Red-Bull-Teamkollegen war. Danach folgte am Freitag von Ungarn ein Dreierpaket um Lotus, Ferrari und Mercedes, wobei die Silberpfeile keinen so starken Eindruck hinterließen wie in der Vergangenheit.

Aus deutscher Sicht zeigten sich neben Vettel, der in 1:21.264 Minuten zur Tages-Bestzeit fuhr, auch Nico Rosberg (Mercedes) als Siebter und Adrian Sutil (Force India) als Zehnter in guter Verfassung. Nico Hülkenberg (Sauber) verpasste beim Trainingsauftakt zum letzten Formel-1-Rennen vor der Sommerpause hingegen den Sprung in die Top 10 und musste sich mit Rang 15 zufriedengeben.

"Ganz okay": Vettel wieder Erster

Für Vettel und Co. läuft hingegen alles nach Fahrplan, meint Red-Bull-Konsulent Helmut Marko: "Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden." Auch der Weltmeister selbst spricht von einem "guten Tag". Es sei "ganz okay" gewesen im Freien Training. "Es war aber viel los auf der Strecke und insgesamt war es ziemlich warm", sagt Vettel. Und genau das waren die bestimmenden Themen in Einheit zwei.

Hatten sich die Piloten am Vormittag noch lange geziert, ehe sie in ihr Tagewerk einstiegen, so gab es am Nachmittag schier kein Halten. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand nämlich die Reifenarbeit. Zum ersten Mal an diesem Wochenende, und das schon nach einer halben Stunde, ließen die Fahrer die Soft-Mischung von Pirelli aufziehen, die sofort für eine klare Verbesserung der Zeiten gut war.

Und besonders erfreulich aus der Sicht des Formel-1-Reifenlieferanten: Die Pneus, denen ab Ungarn wieder die Konstruktionsweise von 2012 zugrunde liegt, haben den Strapazen der hohen Asphalt-Temperaturen von bis zu 49 Grad Celsius stangehalten. "Die Reifen benehmen sich so, wie wir es erwartet hatten", sagt Marko. Er fügt noch hinzu: "Sicherheitsrisiko sehe ich überhaupt keines."

Im "Glutofen" sind die "üblichen Verdächtigen" vorn

Zumal beide Mischungen mit guter Haltbarkeit überzeugten: Am Ferrari von Fernando Alonso (4.) hielt die Medium-Variante zum Beispiel über 30 Runden lang, am Williams von Valtteri Bottas (18.) spulten die Soft-Pneus 20 Runden ab. Allerdings dürften die Temperaturen im weiteren Verlauf des Ungarn-Wochenendes noch weiter ansteigen. Ausgerechnet für den Sonntag werden die Spitzenwerte erwartet.

Bei bereits hochsommerlichen 30 Grad Celsius Luft-Temperatur schienen jedenfalls die "üblichen Verdächtigen" die Nase vorn zu haben. Hinter Vettel und Webber, die beim Fallen der Zielflagge nur durch 0,044 Sekunden getrennt waren, reihten sich Romain Grosjean (Lotus/3.), Alonso, Felipe Massa (Ferrari/5.), Lewis Hamilton (Mercedes/6.), Rosberg und Kimi Räikkönen (Lotus/8.) ins Klassement ein.

Also genau die Fahrer und Teams, die Marko für Budapest auf der Rechnung hat. Aufgrund des dichten Straßenverkehrs am Hungaroring - 22 Fahrzeuge teilen sich die nur 4,3 Kilometer kurze Strecke - sei allerdings nur bedingt ein Zwischenurteil möglich. Red Bull strahlt trotzdem Zuversicht aus: "Unter normalen Umständen sollten wir vorn stehen", sagt Marko nach dem Freien Training.

Force India mit starken Longruns

Das macht der Red-Bull-Konsulent nicht nur an den schnellen Runden von Vettel und Webber fest, sondern auch an der Leistung über die Longruns. Dabei haben aber auch Ferrari und Lotus einen starken Eindruck hinterlassen, nur Mercedes "war nicht so dabei", erklärt Marko. In der Tat: Silber schien im Vergleich zu den jüngsten Rennen nicht so gut in Form zu sein - eine halbe Sekunde fehlte.

Mit schnellen Zeiten ließen dagegen Sutil und dessen Force-India-Teamkollege Paul di Resta (11.) im zweiten Freien Training aufhorchen: Bei reichlich Sprit im Tank brachte es das Duo auf Umläufe in 1:27 Minuten, die durchaus auf dem Niveau der Spitze lagen. Einzig Vettel und Webber gelang es regelmäßig, die 1:27er-Marke zu knacken und noch schneller zu sein. Die Verfolger scheiterten daran.

Apropos: Jenson Button (McLaren/9.) gelang nur knapp der Sprung in die Top 10, Sergio Perez (McLaren/12.) landete sogar noch hinter dem Force-India-Gespann. Pastor Maldonado (Williams/13.) kämpfte sein weiterhin bockiges Auto noch vor die beiden Sauber von Estaban Gutierrez (14.) und Hülkenberg, die ihrerseits immerhin die beiden Toro Rosso von Jean-Eric Vergne (16.) und Daniel Ricciardo (17.) schlugen.

Bottas und Chilton mit ungewöhnlichen Problemen

Bottas, den ein Problem mit dem KER-System am Ende vorzeitig an die Box zwang, blieb nur der 18. Platz, direkt vor den Hinterbänklern von Caterham und Marussia, die das Klassement am Freitag in dieser Reihenfolge abrundeten. Charles Pic (19.) gewann dabei das Kellerduell gegen Giedo van der Garde (20.), Jules Bianchi (21.) und Max Chilton (22.), der recht deutlich den letzten Platz belegte.

Auch Chilton war am Ende der 90-minütigen zweiten Session von einem ungewöhnlichen Defekt heimgesucht worden: Ein Gummibrocken war auf den Windabweiser vor seinem Cockpit geknallt. Mit der kleinen Scheibe in der Hand brach Chilton seine Runde ab und kehrte zurück an die Box. Größere Schäden blieben im zweiten Freien Training aus. Einige Ausrutscher leisteten sich die Piloten aber sehr wohl.

Räikkönen flog auf der Suche nach einer besseren Linie und mehr Grip gleich reihenweise über die Randsteine hinaus, auch Maldonado inspizierte die Auslaufzonen genau. Nicht nur bei Hülkenberg und Sutil stand in Kurve drei das linke Vorderrad etwas zu lang, auch Rosberg und weitere Piloten hatten mit dieser Ecke zu kämpfen. Auf Tuchfühlung mit den Reifenstapeln ging jedoch niemand.

Was also bleibt an diesem Freitagabend? Sicherlich der Eindruck, dass Vettel und Red Bull schon jetzt gut aussortiert wirken, auch wenn "die Feinabstimmung" laut Marko erst noch kommt. Der Red-Bull-Konsulent denkt auf jeden Fall bereits an die Qualifikation und offenbar auch an ein bestimmtes Ergebnis: "Wenn wir vorn stehen, ist das Rennen meist viel einfacher." Die Marschroute ist klar.

Fotoquelle: xpbimages.com

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