Die Steuerproblematik macht Indien schon in diesem Jahr zu einem Wackelkandidaten

Formel 1 2013

— 26.07.2013

Grand Prix von Indien wackelt

Indien könnte schon in diesem Jahr aus dem Kalender fliegen - Im kommenden Jahr verliert auch Südkorea das Rennen, um für Österreich und Russland Platz zu machen



Als Red Bull in dieser Woche die Rückkehr des Grand Prix von Österreich verkündete, war in der Alpenrepublik die Freude groß. Bei genauer Betrachtung stellt sich aber eine große Frage: In diesem Jahr finden insgesamt 19 Grands Prix statt. Im kommenden Jahr kommen mit Österreich, Sotschi (Russland) und New Jersey (USA) drei Rennen hinzu. 19 plus drei sind 22. Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' wird es im kommenden Jahr aber maximal 20 Grands Prix geben. Das bedeutet, dass zwei Rennen aus dem Kalender fliegen werden.

Im Fahrerlager des Hungarorings fand am Freitag ein wichtiges Meeting der Teamchefs mit Bernie Ecclestone statt. In der Pressekonferenz der Teamchefs wollte sich aber niemand diesbezüglich äußern. "Es war ein privates Meeting und wird in der Öffentlichkeit nicht diskutiert. Soweit ich weiß, ist der Grand Prix von Indien im Kalender und wir werden dorthin fahren", meint Marussia-Teamchef John Booth ausweichend.

Trotzdem ist der Grand Prix von Indien schon in diesem Jahr ein Wackelkandidat, wie 'Motorsport-Total.com' von gut informierten Quellen erfahren hat. Für die Teams ist Indien kein wichtiger Markt, wie oft gegenteilig dargestellt wird. Auch für Force India hat das Rennen aus wirtschaftlicher Sicht keinen allzu bedeutenden Stellenwert. Dem Grand-Prix-Zirkus stößt in Indien das Steuergesetz sauer auf. Alle Fahrer, die Teams und die Teammitglieder müssen einen bestimmten Prozentsatz ihres Jahreseinkommens in Indien versteuern, da sie mit dem Grand Prix in Indien auch Geld verdienen.

Verdient ein Fahrer zum Beispiel pro Jahr 10 Millionen Euro, muss er einen nicht unerheblichen Prozentsatz davon den indischen Behörden überweisen. In den ersten beiden Jahren wurde diese Steuer umgangen, doch nun wollen die Inder von der Formel 1 Geld sehen. Dazu kommt noch, dass das Rennen von einer privaten Firma veranstaltet wird. Den indischen Staat kostet die Formel 1 keinen Cent, er will verdienen. Entweder ändern die Inder die Bestimmungen, Ecclestone zahlt in diesem Jahr die geforderten Beträge in Millionenhöhe, oder der Grand Prix wird bereits in diesem Jahr gestrichen.

Südkorea verliert Rennen im kommenden Jahr

Aber nicht nur Indien könnte noch in diesem Jahr aus dem Kalender fliegen, sondern auch Südkorea. Wie von gut informierte Quellen im Fahrerlager zu hören ist, soll Südkorea die Antrittsgebühr für dieses Jahr noch nicht überwiesen haben. Es sollen auch noch Zahlungen aus dem Vorjahr ausständig sein. Indien und Südkorea werden im kommenden Jahr auf jeden Fall nicht mehr im Kalender aufscheinen. Damit kommt Ecclestone wieder auf die gewünschte Zahl von 20.

In der Pressekonferenz stellte sich Toto Wolff schützend vor Ecclestone, als die Frage nach Indien aufkam: "Ich glaube, man weiß, dass der Kalender in den Händen des Promoters liegt. Wir haben einen tollen Promoter. Wo wir hinfahren, werden wir auch hinfahren", so der Geschäftsführende Direktor des Mercedes-Werksteams.

Fragezeichen hinter New Jersey

Ein Fragezeichen schwebt auch weiterhin über dem Grand Prix in New Jersey. Aufgrund von Finanzierungsproblemen fand die Premiere vor der Skyline Manhattens schon in diesem Jahr nicht statt. Auch für das kommende Jahr ist derzeit offen, ob es die Premiere geben wird. Das Rennen kann terminlich nämlich nicht "back-to-back" mit dem Grand Prix von Kanada stattfinden, weil es dann wieder eine Überschneidung mit den 24 Stunden von Le Mans gäbe.

Viele Jahre lang fanden Le Mans und Montreal am gleichen Wochenende statt. Überschneidungen mit der Formel 1 will FIA-Präsident Jean Todt unbedingt vermeiden, denn der 24 Stunden Klassiker soll im Rennkalender als einzigartige Veranstaltung herausragen. Todt hängt nicht nur aufgrund seiner Nationalität an Le Mans, sondern das Rennen liegt seit seiner Zeit als Peugeot-Rennleiter an seinem Herzen. Ob und wann im kommenden Jahr in New Jersey gefahren wird, ist derzeit mehr als unklar.

Wintertests im mittleren Osten beschlossen

Um nämlich Platz für Russland zu machen, muss ein weiteres Rennen weichen. Die Grand-Prix-Premiere in Sotschi ist für den 19. Oktober 2014 angesetzt. Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' soll der Vertrag mit Russland bis 2020 abgeschlossen sein. Die gleiche Laufzeit wurde auch für den Red-Bull-Ring in der Steiermark festgelegt. Im kommenden Jahr wird es also 19 Rennen geben, oder mit New Jersey 20.

Beim Teamchef-Meeting wurde auf dem Hungaroring noch ein weiterer Fahrplan für das kommende Jahr beschlossen: Im Januar und Februar 2014 wird es zwei Testfahrten im Mittleren Osten geben, die über je vier Tage laufen. Es kommen die Strecken in Bahrain, Abu Dhabi, Katar und Dubai in Frage. Bahrain ist aufgrund der politischen Proteste fraglich. Dubai rüstet sich zu Jahresbeginn schon für das 24-Stunden-Rennen. Katar ist einer der heißen Anwärter auf einen der beiden Tests.

Fotoquelle: xpbimages.com

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