Das Formel-1-Rennen in Spielberg lässt Österreich wirtschaftlich profitieren

Formel 1 2013

— 27.07.2013

Die Formel 1 freut sich auf Spielberg

Die Rückkehr der Formel 1 an den Red-Bull-Ring nach Spielberg ist für viele Fahrer ein Segen, für manche aber auch eine komplett neue Herausforderung



Es war die große Überraschung der vergangenen Woche: Die Formel 1 wird 2014 in die Alpen nach Spielberg zurückkehren. Nach zehn Jahren Abstinenz und einem zwischenzeitlichen Abriss sowie Wiederaufbau durch Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz macht die Königsklasse wieder Halt in Österreich. Bereits zwischen 1970 und 2003 waren zahlreiche Formel-1-Rennen auf dem ehemaligen Österreich- und später A1-Ring ausgetragen worden. Heute heißt die Strecke Red-Bull-Ring, dürfte von ihrem Charme aber nicht allzu viel verloren haben.

Sebastian Vettel ist wie viele andere Fahrer begeistert von der Rückkehr nach Spielberg: "Das ist fantastisch. Es war schade, dass es in Spielberg kein Rennen mehr gab." Der Weltmeister sei in der Zwischenzeit ein paar Mal dort gewesen und kenne die Strecke ein bisschen. Es mache sehr viel Spaß, dort zu fahren, da es deutlich mehr hoch und runter gehe, als man das am Fernseher wahrnehme, erzählt Vettel: "Es ist eine einzigartige Strecke. Die Berge sind drum herum, das haben wir so sonst nicht. Wenn man noch etwas für die Natur übrig hat, dann wird man dort von beiden Seiten bedient."

Auch Red-Bull-Teamkollege Mark Webber schwärmt in höchsten Tönen: "Es ist absolut brillant. Ich war wirklich glücklich zu hören, dass die Formel 1 wieder zu einem supertraditionellen Austragungsort zurückkehrt." Besonders den Wohlfühlfaktor in der Steiermark weiß der Australier zu schätzen: "Es ist ein schöner kleiner Ort zwischen all den Bergen. Dietrich ist sehr stolz darauf." Webber selbst wird die Strecke allerdings nicht mehr fahren können, da er die Formel 1 nach dieser Saison verlassen wird: "Schade, dass es nicht ein Jahr eher gekommen ist. Es wäre schön gewesen, dort zu fahren. Und der Schnaps schmeckt dort auch immer gut."

Interessantes Streckenlayout

Ein weiterer Sympathisant ist McLaren-Pilot Jenson Button. Bereits 2003 war der Brite beim bis dato letzten Österreich-Grand-Prix dabei: "Erschreckend, wenn man bedenkt, dass wir dort schon seit zehn Jahren nicht mehr gefahren sind. Ich mag den Kurs." Vor allem das eigenwillige Streckenlayout hat es ihm angetan: "Es gibt nur sieben oder acht Kurven. Das ist ungewöhnlich, aber es funktioniert. Es gibt gute Überholmöglichkeiten, das DRS könnte das noch begünstigen." Allerdings hofft Button, dass man die Kiesbetten von vor zehn Jahren nicht asphaltiert: "Das nimmt ein bisschen den Reiz, denn wenn du mal über dem Limit bist, kehrst du einfach zurück auf die Strecke und machst weiter."

"Ich war vor zwei Jahren oder so zuletzt dort. Ich denke, der Kurs ist genauso geblieben, wie er war", freut sich auch Lotus-Fahrer Kimi Räikkönen. Der Iceman sehnt sich nach purem Rennsport in den Alpen: "Es ist keine sehr schwierige Strecke, da es nicht viele Kurven gibt. Aber sie produziert gewöhnlich sehr gute Rennaction durch ihr Layout mit langen Geraden und engen Kurven." Spielberg sei einfach ein netter Ort: "Ich bin überglücklich, dorthin zurückzukehren", so der Finne.

Glücklich über den Grand Prix in der Steiermark ist auch Nico Rosberg: "Das freut mich total. Ich bin öfters in Österreich und fühle mich dort sehr wohl." Ich Gegensatz zu einigen jüngeren Piloten kennt der Mercedes-Pilot den Kurs bereits: "Ich bin auch schon sehr oft auf der Strecke gefahren - eine tolle Bahn. Ich bin sicher, das wird ein klasse Grand-Prix-Wochenende." Als Termin wurde bereits der 6. Juli 2014 bekanntgeben.

Neuland für einige Fahrer

Manch anderer Pilot kann mit Spielberg aufgrund der langen Formel-1-Abstinenz nicht allzu viel anfangen: "Also ich war dort noch nie, bin dort noch nie gefahren", gibt Nico Hülkenberg zu: "Es ist ein weiteres Rennen." Auch für seinen Sauber-Kollegen Esteban Gutierrez ist der Red-Bull-Ring Neuland: "Es sieht interessant aus, offensichtlich ein anderer Streckentyp - neue Strecken sind immer interessant." Force-India-Fahrer Paul di Resta war ebenfalls noch nicht dort und könne deshalb noch nicht so recht einschätzen, was ihn erwartet.

"Ich kenne die Strecke nicht, ich habe sie weder im Fernsehen gesehen, noch habe ich dort ein Rennen (in der Formel 1; Anm. d. Red.) erlebt. Ich habe also nicht wirklich eine Meinung über die Strecke", gesteht auch Doppelweltmeister Fernando Alonso. Zudem ist der Spanier aber noch skeptisch, ob das Rennen wirklich stattfinden wird: "Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob wir dort fahren werden. Es wurde nichts entschieden. Irgendjemand hat die Entscheidung getroffen, ein Datum für ein Formel-1-Rennen bekanntzugeben, und dann sieht es so aus, als würden wir dort hinfahren, aber derzeit ist es nur eine Hoffnung."

Schub für Österreich

Optimistischer gibt sich dagegen Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko: "Es ist fantastisch, was Herr Mateschitz hier für Österreich und für die Steiermark gemacht hat. Es herrscht schon eine tolle Euphorie und Stimmung - alles wartet, bis dieses Rennen kommt." Etwaige ökologische Probleme sieht der Österreicher nicht und schätzt vor allem die Wertschöpfung, die dem Alpenstaat zu Teil wird: "So wie ich die Lage sehe, sind gesetzlich eigentlich keine großen Probleme zu sehen. Zudem kostet das den Steuerzahler keinen Groschen." Somit sehe er Kritik am Projekt eher als Querulantentum als als sachliche Argumentation an.

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost glaubt ebenfalls an das Rennen: "Ich freue mich sehr über die Rückkehr der Formel 1 nach Österreich. Dank Red Bull wurde Spielberg wiederbelebt, und der Formel-1-Grand-Prix wird zweifellos das Motorsporthighlight des Jahres", so der Österreicher gegenüber 'Speedweek'. Das Interesse im Land werde durch den Grand Prix weiter steigen. Auch für die Ingenieure sei Spielberg ein Schmankerl: "Die in die steierische Landschaft eingebettete Strecke erfordert viel Feingefühl bei der Fahrwerksabstimmung", so Tost.

Fotoquelle: Scom Racing

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