Bei den hektischen Boxenstopp kommt es immer wieder zu kleinen Fehlern

Formel 1 2013

— 27.07.2013

Michael: Priorität hat das Reifenfestziehen

Der Sicherheitsstandard in der Boxengasse soll erhöht werden - McLaren-Sportdirektor Sam Michael fokussiert dabei den Kern des Problems: Das Festziehen



Viel wurde über die Sicherheit innerhalb der Boxengasse diskutiert, seitdem am Nürburgring dort ein loser Reifen Mark Webbers einen Kameramann verletzt hatte. Diverse Ansatzpunkte wurden besprochen, beschlossen wurde bisher aber nur eine Begrenzung der Akkreditierungen in der Boxengasse. Für McLaren-Sportdirektor Sam Michael müsse man jedoch das Problem bei der Wurzel packen - beim Festziehen der Räder.

"Das Hauptziel ist es, dass die Räder festgezogen werden und die Muttern sitzen. Das trifft nicht nur Red Bull, sondern ist auch uns in Malaysia passiert. Darauf sollte der Fokus liegen", meint Michael vor dem Großen Preis von Ungarn. Ob bei Red Bull das Ampelsystem Schuld hatte, kann der Australier nicht beantworten: "Ich kann nur sagen, dass es bei McLaren so nicht möglich wäre. Jeder Mann mit Schlagschrauber kann bei uns das Auto aufhalten. Weiß er, dass es ein Problem gibt, hält er den Wagen auf."

Zum Befestigen der Räder nutze McLaren derzeit ein System, das die Radmutter auf der Narbe halte, erklärt Michael: "Setzt man sie auf, fährt das System aus und verhindert, dass sie abfällt." Zur Optimierung des Reifenwechsels hat er aber bereits ein Grundkonzept für ein neues System: "Sobald das Rad dort ist, könnte ein Stück der Einspannung sich schließen und dann beim Aufsetzen der Mutter ein weiteres; beim Öffnen dann das, was aktuell verwendet wird." Es sei allerdings komplex für einen Ingenieur, ein Rad zu bauen, das sicher auf der Achse bleibt: "Es ist aus Magnesium und es braucht nicht viel, damit es sich löst."

Mensch oder Maschine?

Ein vollautomatisches System, das die Muttern kontrolliert, existiere zwar bereits, sei aber noch nicht einsatzfähig: "Das ist möglich und wir verfügen über solche Systeme, setzen sie aber nicht im Rennen ein. Das System ist noch ein oder zwei Jahre von einer tragfähigen Lösung entfernt. Es ist einfach noch zu früh", stellt Michael klar. Außerdem beharrt der 42-Jährige darauf, sich nicht nur auf die Technik zu verlassen: "Eine Technik, die den Sitz der Mutter prüft, könnte mit einer menschlichen Komponente kombiniert werden, damit der Wagen dann losgelassen wird. Der Mensch muss sehen können, ob etwas passiert, und es stoppen können - nicht die Elektronik."

Stoppzeitlimit nicht gefragt

Außerdem war im Zuge der Sicherheitsdebatte die Idee aufgekommen, Boxenstopps künftig ein Mindestzeitlimit aufzuerlegen. Durch weniger Hektik soll so das Risiko eines losen Rades minimiert werden. Viele Fahrer sprachen sich bereits dagegen aus und auch Michael hat eine deutliche Meinung zu dem Thema: "In der Realität würde das keinen Unterschied machen, wenn ich die Zeiten der Stopps sehe, bei denen Fehler passiert sind: Unser Stopp in Malaysia lag über drei Sekunden, der von Webber bei fünf oder sechs Sekunden."

Auch der Sportdirektor von McLaren spricht sich also klar gegen die Mindeststoppzeit aus. "Man könnte argumentieren, dass dadurch der Druck sinke und damit auch die Wahrscheinlichkeit, einen Fehler zu begehen. Aber ein Unterschied ließe sich nur erreichen, wenn man auf zehn Sekunden gehen würde - und dann das Auto langsam anheben und langsam die Reifen wechseln." Ein Stopp mit einer Dauer von bis zu fünf Sekunden würde für Michael keinen Unterschied machen: "Das ist nicht der Weg, den es einzuschlagen gilt." Stattdessen solle man sich auf das Kernproblem konzentrieren: "Das Radfestziehen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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