Lewis Hamilton hat nicht mit der Pole-Position gerechnet

Formel 1 2013

— 27.07.2013

Hamilton von der Pole überrascht

Lewis Hamilton hat nicht mit der Pole-Position in Ungarn gerechnet und ist überrascht - Sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg findet Platz vier okay



"Ist es die Pole?" Lewis Hamilton wunderte sich am Funk und konnte im ersten Moment nicht glauben, dass er auf dem Hungaroring den besten Startplatz erobert hat. Im letzten Angriff brannte der Silberpfeil-Pilot eine Runde in 1:19,388 Minuten in den heißen Asphalt und schnappte Sebastian Vettel (Red Bull) die Pole-Position vor der Nase weg. "Bei diesen Temperaturen war es nicht einfach. Es war überraschend, als sie mir gesagt haben, dass ich auf der Pole stehe, denn ich habe erwartet, dass Sebastian es macht", sagt Hamilton.

"Er ist ein sehr starkes Tempo gefahren. Die Runde fühlte sich auch nicht besonders gut an. Deshalb war ich überrascht. Ich dachte zunächst, ob er einen Fehler gemacht hat. Es liegt an den Upgrades am Auto. Unsere Jungs haben phänomenal gearbeitet", lobt der Brite die Mercedes-Mannschaft. Zum dritten Mal in Folge steht Hamilton nun auf der Pole-Position. Davor war er dreimal Zweiter. Somit steht er seit sechs Rennen in Folge in der ersten Startreihe.

Speziell auf dem Hungaroring ist der Startplatz sehr wichtig, denn Überholen ist auf dem engen Kurs schwierig. "Es hilft sicher. Hier ist es nicht einfach, jemandem zu folgen. Wenn man als Erster in die erste Kurve einbiegt und man die Position halten kann, dann ist es sicher ein Vorteil", sagt Hamilton, der schon drei Siege auf dieser Strecke gefeiert hat. "Wie immer wird es bei dieser Hitze sehr schwierig sein, auf die Reifen zu achten."

"Diese Jungs (Red Bull; Anm. d. Red.) werden unglaublich schnell sein. Vor ihnen zu bleiben, oder mit ihnen mitzuhalten, wird morgen die Herausforderung sein." Sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg war nach dem Qualifying nicht ganz so zufrieden. Der Deutsche war um drei Zehntelsekunden langsamer als Hamilton und belegte Startplatz vier. "Ein bisschen enttäuscht bin ich schon, weil es zunächst sehr gut gelaufen ist. Die Pole wäre heute nicht drin gewesen."

"Ganz am Ende hat etwas gefehlt. Mein System für die Bremsbalance hat am Ende auch blockiert und ich konnte es nicht verstellen. Das hat etwas Zeit gekostet. Trotzdem ist Platz vier okay und eine gute Ausgangsposition", fasst Rosberg sein Qualifying zusammen. "Ich glaube nicht, dass es zur Pole gereicht hätte, aber vielleicht Platz drei. Wir haben beim Setup noch mehr auf das Rennen gebaut, nur stellt sich die Frage, ob es das Setup oder etwas Anderes ist."

"Morgen wird es richtig heiß werden. Wir werden sehen, ob wir besser dastehen. Ich stehe leider auf der schlechten Seite. Wir müssen noch abwarten, wie unser Auto in der Hitze läuft." Ein Auto in der ersten Reihe und eines in der zweiten. Mercedes-Teamchef Ross Brawn ist mit dem Ergebnis zufrieden. "Wir finden erst heraus, wie diese Reifen funktionieren. Es ist etwas knifflig. Lewis hat es geschafft, es war eine sehr beeindruckende Runde."

Brawn, der mit Michael Schumacher auf dem Hungaroring schon einige taktische Rennen gewonnen hat, macht sich Gedanken über das Rennen. "Die Schwierigkeit hier ist herauszufinden, wie viele Boxenstopps wir morgen machen müssen. Wenn wir drei Stopps machen müssen und Vettel nur zwei, dann haben wir ein Problem. Die Situation wird morgen für alle neu sein. Wir erwarten noch höhere Temperaturen als heute. Da müssen wir uns herantasten und sehen, wie es läuft."

Von der Pole-Position war Brawn ebenso überrascht: "Ich habe es nicht erwartet. Lewis hat sich sehr gut ins Team eingepasst. Schon in den vergangenen Rennen haben wir gesehen, dass er im Qualifying außerordentlich gut war. Die Fahrer lernen auch, wie sie mit den Reifen umgehen müssen. In Q3 ist alles zusammengekommen." Lob gibt es auch für Rosberg: "Platz vier ist nicht schlecht. Das Schöne an unseren beiden Fahrern ist, dass sie sich gegenseitig pushen. Sie sind sehr konstruktiv. Heute haben wir gesehen, dass einer schneller war. Beim nächsten Mal möchte der Andere wieder schneller sein."

Lauda von Hamilton begeistert

Begeistert zeigt sich auch Niki Lauda: "Lewis kann natürlich im richtigen Moment Dinge herauszaubern, die nur die Topfahrer können", lobt der dreifache Weltmeister bei 'RTL'. "Sebastian (Vettel, Anm. d. Red.) kann das, Nico (Rosberg, Anm. d. Red.) kann das, wenn alles passt, und der Lewis kann es ganz besonders. Heute hat er sich sich wieder dadurch ausgezeichnet, dass er es in dieser einzigen Runde, in der es unter all diesem Druck darauf ankommt, es derartig hinbekommt, dass er wohlverdient auf Pole-Position steht. Man kann ihm nur gratulieren."

Obwohl Mercedes nicht beim Test in Silverstone teilnehmen durfte, klappte es im Qualifying. "Einfach das Hirn einschalten, Talent haben, dann im richtigen Moment - in dieser einen Runde - das Hirn ausschalten und es einfach laufen lassen", sagt Lauda aus Fahrerperspektive. "Sebastian hat gekämpf wie ein Löwe, so verschwitzt, wie er oben auf der Waage stand, aber Lewis hat eine Wunderrunde hingehauen."

Hamilton verbrachte in dieser Woche auch zwei Tage in Wien. Wie sehr beeinflusst ihn die Trennung von Nicole Scherzinger? "Ich kann es im Moment kaum beurteilen, aber das ist im Moment wirklich alles Nebensache", meint Lauda. " Er fährt wirklich schnell und ich glaube, dass seine Probleme, die er vielleicht hat oder auch nicht, für ihn gar kein Problem sind. Wenn du irgendein Problem hast, kannst du solche Runden nicht hinknallen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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