Lewis Hamilton und Ross Brawn könnten nicht zum letzten Mal gejubelt haben

Formel 1 2013

— 29.07.2013

Hamilton und Mercedes: Willkommen im WM-Kampf

Nach dem Sieg in Ungarn hat Red Bull Mercedes und Lewis Hamilton im Kampf um den WM-Titel auf der Rechnung, doch das Silberpfeil-Team dämpft die Erwartungen



Pünktlich zu Sommerpause der Formel 1 wird der Kampf um die Fahrer-Weltmeisterschaft zu einem Grand mit Vieren. Während lange Zeit davon ausgegangen wurde, dass der WM-Titel 2013 zwischen Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen und Fernando Alonso ausgemacht wird, hat sich Lewis Hamilton heimlich still und leise von hinten herangeschlichen und ist nun in der Lage, im Kampf um die WM eine Wörtchen mitzureden.

Spätestens seit dem gestrigen Sieg in Ungarn ist allen in der Formel 1 klar, dass der Mercedes W04 ein Auto ist, welches auch in der zweiten Saisonhälfte auf jeder Strecke zu den Favoriten gezählt werden muss. Im Qualifying sind die Silberpfeile nach wie vor eine Macht: Sieben Pole-Positions in zehn Saisonrennen, davon zuletzt drei in Folge durch Hamilton sprechen eine deutliche Sprache. Darüber hinaus ist es dem Team aus Brackley gelungen, den W04 mit den Pirelli-Reifen zu versöhnen.

Wer bisher im Glauben war, die Erfolge der Silberpfeile wären nur dem geheimen Reifentest im Mai in Barcelona geschuldet, der wurde spätestens gestern in Ungarn eines besseren belehrt. Denn auch die neuen Pirelli-Reifen hat Mercedes augenscheinlich im Griff - und dass obwohl Mercedes diese im Vorfeld als einziges Teams nicht testen durfte. Als Strafe für den Geheimtest in Barcelona war dem Silberpfeil-Team die Teilnahme am Young-Driver-Test, wo die neuen Pneus erstmals zum Einsatz kamen, untersagt worden.

Neue Reifen, heißes Wetter? Kein Problem!

"Ein vermeintlich sehr schwieriges Wochenende, mit den neuen Reifen und der Arbeit, die wir gemacht haben, hat sich als ein gutes Wochenende erwiesen. Das ist auf jeden Fall die schöne und gute Nachricht, die wir hier mitnehmen", stellte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zufrieden fest. Langsam dämmert auch der Konkurrenz, dass die Silberpfeile bei der Vergabe des WM-Titels nicht nur ein stiller Beobachter sein werden. "Ich glaube nicht, dass sie je aus dem WM-Rennen waren", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Derzeit belegt Hamilton in der Fahrerwertung zwar nur den vierten Platz, doch der Trend spricht für den 28-Jährigen. Während er in den vergangenen fünf Rennen 74 Punkte sammelte, kamen Räikkönen und Alonso im gleichen Zeitraum nur auf 49 beziehungsweise 61 Zähler. Lediglich Vettel verzeichnete mit 83 Punkten eine bessere Ausbeute.

Noch hat der Deutsche einen scheinbar beruhigenden Vorsprung von 48 Punkten auf Hamilton, doch wie trügerisch solch ein Polster sein kann, zeigt der Blick zurück auf das vergangene Jahr. Damals hatte sich Alonso mit 42 Zählern Vorsprung auf Vettel nach Ungarn in die Sommerpause verabschiedet, doch nach dem Saisonfinale in Brasilien jubelt der Red-Bull-Pilot und nicht der Ferrari-Mann über seinen dritten WM-Titel.

Was geht in Halbzeit zwei für die Silberpfeile?

"Nach so einem Sieg denkt man natürlich, dass jetzt alles möglich ist", wittert Hamilton nach seinem ersten Sieg für sein neues Team Morgenluft. "Aber ich denke, es ist jetzt noch zu früh zu sagen, ob wir Red Bull wirklich jetzt schon angreifen können. Es kommen noch einige herausfordernde Rennen." Nachdem Mercedes zuletzt sowohl auf schnellen (Silverstone) als auch auf langsamen Kursen (Budapest) seine Siegfähigkeit unter Beweis gestellt hat, dürften Hamilton und Co. für diese Herausforderungen gut gerüstet sein.

"Sie hatten ab dem zweiten Rennen ein sehr schnelles Auto", stellt auch Horner fest. "Wir haben unterschiedliche Rennen gesehen, bei denen unterschiedliche Autos an der Spitze waren. Kimi war es in Deutschland, Lewis hier und Nico in Silverstone. Es wird eine harte zweite Saisonhälfte. Wir müssen unsere Konstanz beibehalten, egal wer unser Gegner ist." Bei Mercedes gibt man sich hingegen im Understatement. Vom Kampf um den Fahrer- oder Konstrukteurstitel, wo Mercedes hinter Red Bull nun zweite Kraft ist, will Wolff noch nichts wissen.

"Ich glaube, wie müssen auf dem Boden bleiben. Wenn wir vor einem halben Jahr gesprochen und gesagt hätten, dieses Thema diskutieren wir dann im Juli, hätten alle geglaubt, wir sind nicht ganz richtig", sagt der Österreicher. "Dieses Wochenende war gut und wir sind auf einem Aufwärtstrend. Es geht hier aber darum, die Leistung zu konsolidieren und diese Ergebnisse nachhaltig am Samstag und Sonntag zu erzielen. Unter diesem Gesichtspunkt würde ich die zweite Saisonhälfte sehen"

Fotoquelle: xpbimages.com

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