Ohne Chance: Im Rennen wurde Daniel Ricciardo durchgereicht

Formel 1 2013

— 30.07.2013

Ricciardo: Wo die aktuellen Toro-Rosso-Probleme liegen

Daniel Ricciardo erklärt, warum es in den Rennen trotz toller Startplätze derzeit nicht läuft, und ist zuversichtlich, dass sich Toro Rosso aus der Formkrise befreien wird



Nach einem Saisonstart in gewohnten Gefilden sah es so aus, als würde bei Toro Rosso der James-Key-Effekt so richtig greifen. Der Brite dockte im Vorjahr in Faenza an, der aktuelle STR8 ist das erste Auto des Teams aus seiner Feder. Doch zuletzt verlor die Truppe von Franz Tost etwas den Faden: Nach vier Grands Prix in Serie in den WM-Punkten ging man auf dem Nürburgring und auf dem Hungaroring leer aus.

Was die beiden Rennen verbindet: Die Temperaturen in der Eifel waren deutlich höher als ursprünglich erwartet, in der ungarischen Puszta wurde der Asphalt sogar bis auf 50 Grad aufgeheizt. Und: Bei beiden Rennen kamen nach den Reifenplatzern in Silverstone adaptierte Pirelli-Reifen zum Einsatz. Offensichtlich funktioniert das Zusammenspiel aus Fahrwerk, Reifen und Asphalt nun nicht mehr ganz nach Wunsch.

Dabei tritt der durch seine Red-Bull-Chance motivierte Ricciardo in den Qualifyings derzeit beflügelt auf - die Platzierungen sechs und acht beweisen dies. Doch im Rennen fährt man mit angezogener Handbremse. "Was auch immer wir probiert hätten", klagt Ricciardo, "wir konnten nur verlieren. Wir sind derzeit einfach nicht schnell genug."

Toro Rosso schwächelt mit viel Sprit

Vor allem in der Anfangsphase der Rennen zeigt Toro Rosso große Schwächen: "Uns gelingt es derzeit, auf eine Runde am Samstag etwas aus dem Hut zu zaubern. Die Qualifying-Performance hat unsere Erwartungen nach den Trainings wahrscheinlich übertroffen, aber in den Rennen - speziell am Anfang, wenn wir schwer sind - können wir diese Performance nicht wiederholen."

Dabei versuchte man während des Rennens sogar, Ricciardo auf eine Dreistopp-Strategie umzustellen. "Wir hatten aber nicht das Tempo, um das umzusetzen, also entschied ich mich für zwei Stopps, um Plätze zu gewinnen und vielleicht Glück zu haben, aber das war nicht der Fall", sagt der "Aussie", der am Ende nur 13. wurde.

Kennt Key den Schlüssel?

Ricciardo ist aber zuversichtlich, dass das Problem bald gelöst werden kann. Die Updates sind seiner Meinung nach noch nicht ausgereizt, die kommenden Rennen sollten besser laufen. "Jean-Eric und ich hatten einige Fragen, aber Technikchef James Key ist guter Dinge und gibt uns Grund zur Zuversicht", erklärt er, worauf sich seine Hoffnungen begründen. "Es kommen einige weitere Updates, und wir lernen, wie wir das Auto für spezielle Situationen wie Kurse mit viel Abtrieb oder heiße Rennen wie Ungarn verbessern können."

Der mögliche Red-Bull-Nachfolger von Mark Webber hat keinen Zweifel daran, dass das Auto deutlich mehr Potenzial hat, als es die Ergebnisse derzeit glauben lassen. Das beweisen auch die Qualifying-Platzierungen in den Top 10: "Inzwischen erwarten wir diese Ergebnisse regelrecht - ich wäre verärgert, wenn ich im Qualifying nur Elfter oder Zwölfter wäre. Wir haben also das Paket dafür - jetzt müssen wir nur dieses mysteriöse Etwas finden, um das Potenzial freizumachen."

Kurioserweise war die Situation im Vorjahr genau gegenteilig: "Damals hatten wir Probleme im Qualifying, aber konnten es im Rennen umsetzen." Dass es sich bei den aktuellen Schwierigkeiten seines Teams um einen Trend halten könnte, der noch länger anhält, will Ricciardo nicht glauben: "Überall im Feld gibt es Teams, die in einer ähnlichen Lage sind. Force India sah vor einiger Zeit sehr gut aus, aber an diesem Wochenende lag man ebenfalls zurück. Und McLaren und Williams machen Fortschritte. Die Dinge können sich schnell ändern."

Fotoquelle: Pirelli

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