Bei den Anrainern in Spielberg regt sich Widerstand gegen das Formel-1-Rennen

Formel 1 2013

— 31.07.2013

Zittern am Red-Bull-Ring: Wird Rennen rechtzeitig genehmigt?

Damit das Formel-1-Rennen im Juli 2014 in Spielberg stattfinden kann, sind behördliche Genehmigungen nötig - Anrainer-Proteste könnten eine Absage erwirken



Die Freude bei den österreichischen Motorsportfans war groß, als Red Bull völlig überraschend das Comeback des Grand Prix von Österreich für den 6. Juli 2014 bekanntgab. Doch in der Pressemitteilung wies man auch auf einen kleinen Unsicherheitsfaktor hin - das Rennen werde "allen für den Red-Bull-Ring erforderlichen behördlichen Genehmigungen vorausgesetzt" stattfinden. Ob diese auch rechtzeitig erteilt werden können, ist derzeit ungewiss.

Wie die kommenden Schritte aussehen werden: Red Bull muss ein Betriebskonzept für das Formel-1-Wochenende vorlegen, daraufhin werden die Behörden prüfen, ob der Grand Prix in das bisherige Genehmigungs-Portfolio passt oder nicht. Da bauliche Änderungen sowie erhöhte Zuschauer- und Dezibel-Zahlen zu erwarten sind, könnte eine Umweltverträglichkeits-Prüfung notwendig sein.

Dann könnte der Termin Anfang Juli 2014 wackeln, zumal auch die Anrainer in diesem Fall berechtigt sind, die Einhaltung der Rechtsvorschriften geltend zu machen und Klage zu erheben. Der Leiter des Anlagenreferats in der Bezirkshauptmannschaft Murtal, Harald Schnedl, bezeichnet den Termin gegenüber dem 'Standard' jedenfalls schon jetzt als "sehr sportliches Ziel".

Anrainer-Widerstand ließ bereits erstes Red-Bull-Projekt scheitern

Bei Red Bull weiß man um die Brisanz dieser Thematik, schließlich wurde bereits Dietrich Mateschitz' erster Versuch, das gigantische Projekt Spielberg, das neben mehreren Rennstrecken auch eine Flugakademie sowie Luxushotels beinhaltete, 2006 durch Anrainerklagen mittels Umweltverträglichkeits-Prüfung verhindert.

Das Projekt Spielberg Neu, eine abgespeckte Version, konnte 2011 trotz großer Widerstände nur mit strengen Umwelt-Auflagen realisiert werden - ursprünglich waren am Red-Bull-Ring pro Tag maximal 25.000 Zuschauer zugelassen. Diese Zahl wurde auf Antrag der Projekt-Verantwortlichen erst dieses Jahr von der Bezirkshauptmannschaft Murtal auf 40.000 Besucher pro Tag erhöht - bei einem Formel-1-Rennen wird aber mit 60.000 Menschen pro Tag gerechnet.

Unterschätzt Umweltanwältin die Lage?

Eine zweite Möglichkeit, die Genehmigung für einen Grand Prix in Spielberg einzuholen, wäre das Veranstaltergesetz. Da wäre man zwar nicht direkt mit den Anrainern konfrontiert, aber mit Umweltanwältin Ute Pöllinger. Sie rechnet gegenüber dem 'Standard' mit keinen großen Problemen: "Es ist ja nur eine Veranstaltung, drei Tage Halligalli, das ist dann auch schon egal, werden sich Anrainer denken, nachdem sie sich ja nicht grundsätzlich gegen die Errichtung des Red-Bull-Rings im seinerzeitigen UVP-Verfahren ausgesprochen haben."

Sollten die Anrainer aber doch beeinspruchen, hätte dies laut Pöllinger aufschiebende Wirkung. Für Red Bull wird der Weg zum Heimrennen also möglicherweise eine Zitterpartie. Das gilt aber auch für die österreichischen Politiker, die sich in Hinblick auf die Veranstaltung, die nicht nur der kriselnden Region zugute kommt, sondern auch kostenlose Tourismus-Werbung darstellt, euphorisch zeigten. Kein Wunder, schließlich werden keine Steuergelder angetastet, da Mateschitz selbst die Lizenzgebühr zahlt. Ende September findet in Österreich die Nationalratswahl statt - scheitert das Rennen an den Behörden, könnte das Formel -1-Rennen zum Politikum werden.

Fix ist zumindest eines: Die Motorsport-Fans stehen einer Rückkehr ins malerische Spielberg positiv gegenüber. Bei einer von 'Motorsport-Total.com' durchgeführten Umfrage, an der 6.237 Leser teilnahmen, sagen 34,87 Prozent "Danke, Didi!". 19,06 Prozent wollen beim Rennen selbst live dabei sein, für 18,20 Prozent kommt die Entscheidung, nach Österreich zurückzukehren, überraschend. 17,43 Prozent stehen dem Rennen negativ gegenüber und meinen: "Österreich braucht kein Mensch im Rennkalender".

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