In der ungarischen Hitze gab Lewis Hamilton auch über die Distanz den Ton an

Formel 1 2013

— 02.08.2013

Mercedes: Was kommt da noch?

Nick Heidfeld glaubt trotz verpasstem Silverstone-Test nicht an einen Mercedes-Nachteil und sieht die Silberpfeile im Titelrennen - Karl Wendlinger mahnt zur Vorsicht



Die starke Leistung von Lewis Hamilton und Mercedes in der ungarischen Hitzeschlacht auf dem Hungaroring berrascht nicht nur den siegreichen Piloten, sondern auch zahlreiche Experten im Formel-1-Fahrerlager.

Angesichts der Tatsache, dass Mercedes vom Young-Driver-Test in Silverstone ausgeschlossen wurde, musste man im Lager der Silberpfeile zunchst den Erfahrungsrckstand bezglich der vernderten Pirelli-Reifen aufholen. Diese Reifen wurden zehn Teams bereits in Silverstone intensiv getestet. Mercedes kam erst am Ungarn-Freitag in den Genuss der neuesten Pirelli-Generation.

Dennoch lie Hamilton beim Grand Prix von Ungarn nichts anbrennen und holte sich in berzeugender Manier seinen ersten Sieg als Mercedes-Pilot. "Das war schon berraschend. Ich glaube, da haben die selbst auch nicht mit gerechnet", sagt Ex-Formel-1-Pilot Nick Heidfeld gegenber 'ServusTV' und fhrt an: "Sie waren beim Test in Silverstone nicht dabei und kannten die Reifen anscheinend nicht so gut."

Heidfeld vermutet Vorteil durch Barcelona-Test

Fr den 183-fachen Grand-Prix-Starter, der inzwischen erfolgreich Langstrecken-Rennen fhrt, ist nun "die groe Frage, ob sie vielleicht mit dem Test, den sie vorher in Barcelona gemacht haben, die Reifenentwicklungsrichtung schon ein bisschen vorgegeben hatten und dementsprechend die Reifen, die sie jetzt hatten, erst auf dem Mist gewachsen waren, den sie da in Barcelona produziert haben".

"Da habe ich bis jetzt noch nichts drber gehrt, aber das knnte natrlich sein", stellt Heidfeld in den Raum und meint im Hinblick auf den Anschluss vom Silverstone-Test: "Dementsprechend wre dann die Strafe fr mich eigentlich keine Strafe. Es war ein Tausch. Sie haben da zwar gro gemeckert, aber das war eher eine politische Sache."

Wendlinger mahnt zur Vorsicht

Karl Wendlinger, der es in seiner aktiven Formel-1-Karriere auf 41 Starts gebracht hat, gibt gegenber 'ServusTV' zu bedenken: "Hamilton muss den Sieg in Ungarn erst noch einmal besttigen. Er hat den Start gewonnen und ist vorne ohne extremen Druck weggefahren. Dann hat er sicher davon profitiert, dass Vettel nach dem ersten Boxenstopp 13 Runden lang hinter Button festhing."

Neben der freien Strecke sieht der sterreicher noch einen anderen Grund fr Hamiltons ersten Sieg in Diensten von Mercedes: "Zweitens macht die neue Reifenentwicklung mit dem Kevlarband innendrin die Reifen ungefhr zehn Grad khler. Die Reifentemperatur war immer das groe Problem von Mercedes."

"Die Strecke von Ungarn hat viele Beschleunigungsphasen, aber keine schnellen Kurven. Bis jetzt hat man immer gesagt, die schnellen Kurven sind das groe Problem fr die Reifen. Mercedes hat ohne Frage eine super Leistung geboten, aber ich glaube es ist nicht so, dass sie alle Probleme gelst haben. Genau wie bei allen anderen auch", will Wendlinger zunchst die Grands Prix von Belgien und Italien abwarten, um ein verlssliches Bild der Leistungsfhigkeit von Mercedes zu gewinnen.

Heidfeld erwartet spannendes Mercedes-Teamduell

Dass Hamilton dank seines ersten Sieges in Silber teamintern die Oberhand gegenber Nico Rosberg hat, glaubt Heidfeld jedenfalls nicht. "Ich glaube, fr den Nico war es ganz wichtig, ein starkes Rennen gegen den Lewis zu haben, weil den eigentlich vom Talent her alle als berflieger ansehen. Das Problem in dem Team knnte in Zukunft sein, dass da der eine dem anderen die Punkte klaut. Da gibt's keine so klaren Verhltnisse wie das bei Red Bull oder Ferrari der Fall war."

"Wenn es jetzt an den Reifen lag, sprche es dafr, dass der Nico sich jetzt ein wenig mehr strecken muss, aber da muss man abwarten", schreibt Heidfeld den zweifachen Saisonsieger Rosberg im Mercedes-internen Duell noch nicht ab und hlt fest: "Er war in den Trainings oft vor Lewis. Das wird mit Sicherheit ein spannender Zweikampf zwischen den beiden." Im Qualifying-Duell allerdings fhrt Hamilton mit 7:3 deutlich gegen Rosberg.

So oder so traut es Heidfeld seinem Ex-Arbeitgeber Mercedes zu, noch in diesem Jahr in den WM-Kampf eingreifen zu knnen. "Natrlich kann man den noch einholen", spricht der Deutsche auf Landsmann Sebastian Vettel (Red Bull) an. "Er ist auf dem besten Weg, aber Mercedes ist jetzt erstarkt. Das heit, die Gegner hinter ihm nehmen sich wahrscheinlich gegenseitig die Punkte weg. Mercedes war jetzt unheimlich oft auf Pole-Position. Wenn sie das wie dieses Mal immer in Siege htten ummnzen knnen - oder das bei dem Rest der Saison tun knnen - dann knnten die noch zur Gefahr werden."

Fotoquelle: Daimler

Weitere Formel 1 Themen

News

Top 10: Die dominantesten Autos der Formel-1-Geschichte

News

Formel-1-Live-Ticker: Der Sonntag in der Chronologie

News

Fotostrecke: Die grten Hassduelle der Formel-1-Geschichte

News

Formel 1 Ungarn 2017: Teamorder-Diskussionen bei Vettel-Sieg

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen gnstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung