Das Tischtuch zwischen Lewis Hamilton und Adrian Sutil ist vorerst zerschnitten

Formel 1 2013

— 29.08.2013

Sutil: "Hamilton muss mal erwachsen werden"

Adrian Sutil hofft darauf, dass es irgendwann zum ominösen Treffen mit seinem ehemaligen Freund Lewis Hamilton kommen wird



Zwischen den ehemaligen Kumpels Adrian Sutil und Lewis Hamilton herrscht nach wie vor Eiszeit. Der Deutsche wartet noch immer vergeblich auf ein Gespräch mit seinem englischen Kollegen und hofft, dass der irgendwann erwachsen wird und den Mut aufbringen kann, auf ihn zuzukommen. Sutil glaubt, dass der rasche Aufstieg Hamiltons und dessen Umfeld womöglich schlechten Einfluss auf den Charakter des Mercedes-Piloten haben und hofft, dass sich das eines Tages wieder ändern wird.

"Wir waren Freunde, sehr eng befreundet. Wir kennen uns seit sehr langer Zeit. Wir teilen die gleiche Leidenschaft, haben uns auch in der Formel 1 immer ausgetauscht", erinnert sich Sutil sichtlich enttäuscht. Aus gewissen Gründen habe er heute kaum noch Kontakt zu Hamilton: "Was soll ich sagen? Er hat sein Leben, ich habe meines. Er hat seine Vorstellung davon, wie er sein möchte. Ich denke, er muss noch etwas erwachsener werden."

Sutil hatte am 17. April 2011 nach dem Großen Preis von China gemeinsam mit Hamilton einen Nachtclub in Schanghai aufgesucht, um dessen Sieg zu feiern. Auf der Party war der Gräfelfinger mit dem damaligen Lotus-Mitbesitzer Eric Lux aneinander geraten und hatte ihn mit einem zerbrochenen Sektglas am Hals verletzt. Das Amtsgericht München übernahm den Fall, doch zu Sutils Entrüstung erschien Hamilton nicht vor Gericht, um seinen bis dato guten Freund zu entlasten. Der Deutsche wurde zu einer anderthalbjährigen Bewährungsstrafe und 200.000 Euro Geldstrafe verurteilt, zudem verlor er sein Formel-1-Cockpit bei Force India.

Gemeinsames Treffen blieb aus

Hamilton hatte mehrfach sein Okay geben, sich mit Sutil zusammenzusetzen und über die ganze Sache zu sprechen, um sie aus der Welt zu schaffen. Für Sutil ist es allerdings rätselhaft, warum er immer noch auf ein Zeichen seines ehemaligen Kumpels warten muss und es bisher zu keinem Treffen gekommen ist: "Ich weiß nicht, ob er Angst vor mir hat, oder so. Ich finde, man muss zu einer gewissen Zeit mal erwachsen werden. Das ist beim ihm nicht passiert."

Eine mögliche Ursache für Hamiltons vermeintliche Charakterschwäche sieht Sutil im großen Talent des Briten und des daraus erfolgten raschen Aufstiegs: "Wenn du mit aller Macht an die Spitze willst, dann wirst du geliebt. Du bekommst von allen Seiten immer das Beste. Plötzlich hast du viel Geld. All dies hat Auswirkungen auf das Leben. Du hast ab da kaum noch wirkliche Freunde. Du vergisst auch, was richtige Freunde eigentlich bedeuten."

Aus dem Traum "Formel 1" erwachen

Wichtig sei es dem Force-India-Piloten nach, dass man aus diesem Traum rechtzeitig erwache und sein Leben vernünftig aufstelle, damit sich der Erfolg auch abseits der Formel 1 einstellt: "Einige schaffen das nie, sie wachen einfach nicht auf. Sie haben womöglich die falschen Leute um sich herum, außerdem falsche Freunde. Irgendwann werden aber auch diejenigen mal feststellen, dass sie etwas falsch gemacht haben. Es geht nicht nur um Geld und Ruhm", spielt er auf Hamilton an.

Sutil hat da eine andere Vorstellung von Glück: "Man muss sich alle Lebensbereiche passend einrichten, um letztlich ein glücklicher Mensch sein zu können. Wenn dir am Ende die wahren Freunde fehlen, dann wirst du irgendwann ein einsamer und trauriger Mann sein." Der 30-Jährige arbeite im Leben stets darauf hin, irgendwann auf eine glückliche Zeit zurückschauen zu können. Ob die beiden Streithähne jemals wieder auf einen halbwegs grünen Zweig kommen werden, wird wohl letztlich davon abhängen, ob es irgendwann zu besagtem Treffen kommen wird.

Fotoquelle: xpbimages.com

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