David Ward stellt sich im Dezember zur Wahl gegen Jean Todt

Formel 1 2013

— 29.08.2013

FIA-Wahl: Wer ist Todt-Herausforderer David Ward?

Warum Jean Todts Herausforderer David Ward FIA-Insidern schon lange ein Begriff ist, was sein Motto ist und an welchem Skandal er beteiligt war



Der Weg zur Verlngerung seiner Amtszeit als FIA-Prsident wird fr Jean Todt allem Anschein nach kein glatter Durchmarsch werden. Sein Herausforderer bei der Prsidentschaftswahl am 9. Dezember 2013 in Paris wird - Ironie des Schicksals - ausgerechnet der Mann, der ihn bei seiner vergangenen Kampagne beraten und untersttzt hat: David Ward.

Doch wer ist dieser David Ward eigentlich? Ein 56-jhriger Brite, Vater von zwei Kindern und verheiratet mit Emma McLennan, die amerikanisch griechischer Herkunft ist. Derzeit macht der in der Grafschaft Kent lebende Ward Urlaub auf Kreta, um seinen Wahlkampf vorzubereiten.

Wie er gegenber 'Gocar.gr' verrt, trug er diesen Sommer oft ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Ich erwarte nichts, ich frchte nichts, ich bin frei" - ein Zitat des griechischen Schritstellers Nikos Katzanzakis. Genau diese Flexibilitt hat Ward in seiner Karriere oft unter Beweis gestellt, schlielich prgte er die britische Politik in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Hintergrund.

Mosley holte sich Politprofis

Jahrelang war er Berater des britischen Labour-Party-Oppositionsfhrer John Smith, doch als dieser 1994 an einem Herzinfarkt starb, musste auch Ward seinen Hut nehmen, weil Nachfolger Tony Blair seine eigenen Vertrauten mitbrachte. Der damalige FIA-Boss Max Mosley erkannte die Gelegenheit und holte neben Ward auch die hochkartigen Labour-Politstrategen Richard Woods und Alan Donnelly auch Ward, denen es gleich ergangen war, ins Boot. Ein clever Schachzug, zumal die FIA durch den Tod von Ayrton Senna unter enormen Druck war.

Ward etablierte sich als Mosleys rechte Hand und kmpfte mit dem FIA-Boss und Bernie Ecclestone gegen das geplante EU-Tabak-Werbeverbot, das der Formel 1 zu schaffen machte. Ward, der ber hervorragende Kontakte in Brssel und in der britischen Politik verfgte, war diesbezglich eine Schlsselperson.

Tabak-Werbeverbot um zehn Jahre verzgert

Ende 1997 kam es tatschlich zu einem Treffen zwischen dem damaligen Premierminister Blair und Ecclestone, Mosley und Ward - das Tabak-Werbeverbot trat in der Formel 1 erst Ende des vergangenen Jahrzehnts in Kraft. Spter wurde bekannt, dass Blair dafr Geld kassierte, das er spter wieder an Ecclestone zurckgab - Ward berstand diesen Skandal aber beinahe unbeschadet, da man argumentierte, dass es sich bei der Million Pfund um eine Spende Ecclestones handelte und nicht um Bestechungsgelder, um die Tabak-Werberichtlinien zu beeinflussen.

Spter bernahm Ward das Amt des Generalsekretrs der FIA-Stiftung - seine Verdienste fr die Verkehrssicherheit werden innerhalb des Automobil-Weltverbandes immer wieder gewrdigt. Zudem war er an der Grndung des Internationalen FIA-Tribunals beteiligt, das diese Saison in der Mercedes-Testaffre erstmals zum Einsatz kam und bei der Behandlung des Falles eine durchaus professionelle Figur machte.

Prsidentenwahl: wie es nun weitergeht

Vor seiner Politkarriere war Ward selbst Amateur-Rennfahrer - er ist fr sein Talent im Umgang mit dem Medien bekannt. Eine Qualitt, die Jean Todt nicht unbedingt attestiert wird - der Franzose hat sich diesbezglich bereits in seiner Ferrari-ra einige Feinde gemacht und ist auch bei der FIA nicht unumstritten. Bei Ward gab es hingegen vor der offiziellen Kandidatur Zweifel, ob seine finanziellen Mittel ausreichen, da es sich beim FIA-Prsidentenjob um eine ehrenamtliche Ttigkeit handelt.

Doch wie geht es nun weiter? Sptestens 21 Tage vor der Wahl im Dezember, bei der laut Spekulationen noch ein dritter Kandidat antreten soll, muss Ward 16 Kabinettsmitglieder nominieren, ehe dann die Generalversammlung in einer geheimen Wahl abstimmen wird. Die Generalversammlung besteht aus allen 232 Mitgliederverbnden der FIA, die aus insgesamt 137 unterschiedlichen Nationen stammen. Vor vier Jahren setzte sich Todt gegen seinen damaligen Herausforderer Ari Vatanen mit 135 zu 49 durch - man wird sehen, ob der kleine Franzose auch diesmal zuletzt lacht.

Fotoquelle: FIA Foundation

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