Whitmarsh zeigt sich nicht besorgt und verweist auf die Vergangenheit des Teams

Formel 1 2013

— 27.08.2013

Whitmarsh trotz(t) Problemen: "Ich bin nicht besorgt"

Der Brite weiß um seine Verdienste bei McLaren und mache sich um seine Position keine Sorgen - Lehren aus der Vergangenheit: "Wir kehren stärker zurück"



McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh sieht seine eigene Position trotz der enttäuschenden Saison nicht gefährdet. Zudem betont er, dass zweierlei Entwicklungen in die falsche Richtung gelaufen seien: Zum einen der Zeitpunkt der Entscheidung, den diesjährigen Boliden im Vergleich zum erfolgreichen Vorgänger so radikal zu verändern, und zum anderen die Verschiebung der Ressourcen für das Jahr 2014, wo der Brite Defizite ausmacht. Dennoch stecke man beim Team aus Woking den Kopf nicht in den Sand, wie Whitmarsh betont, weil man derlei Situationen bereits in der Vergangenheit kennengelernt und gemeistert habe.

Zu seiner aktuellen Position im Team möchte sich Whitmarsh nicht äußern. "Ich bin nicht derjenige, der urteilt", so der Teamchef gegenüber 'Formula1.com'. Er hebt aber hervorhebt: "Ich arbeite seit 25 Jahren in dem Team." Whitmarsh verwende keine Zeit, über diese Dinge zu reflektieren, "aber ich bin nicht besorgt" betont er, "das ist nicht in meinem Kopf". In der laufenden Saison konnte McLaren noch keinen Grand Prix gewinnen. Keinen McLaren-Sieg in einer Saison gab es zuletzt 2006 mit der Fahrerpaarung Kimi Räikkönen/Juan Pablo Montoya/Pedro de la Rosa.

In der Teamwertung liegt McLaren aktuell mit 65 Punkten auf Platz fünf. In der Fahrerwertung sind die beiden Piloten Neunter (Jenson Button/47 Punkte) und Zwölfter (Sergio Perez/18 Punkte). Nicht nur deshalb fordert und mahnt der Teamchef: "Ich möchte, dass wir Fortschritte machen, also kicke ich die Leute unter der Woche herum. Ich bin ein kleines bisschen frustriert", gibt er zu, "aber wir sind ein starkes Team und wenn man die letzten 20 Jahre betrachtet sind wir ziemlich konstant. Ja, dieses ist ein schlechtes Jahr, aber wir kehren stärker zurück - und das ist das, was wir nächstes Jahr tun wollen", zeigt sich Whitmarsh optimistisch.

Im Vergleich zur Konkurrenz Zeit verloren

Rückblick: McLaren hatte 2012 zum Ende des Jahres das schnellste Auto. Lewis Hamilton (Amerika) und Button (Brasilien) gewannen die beiden letzten Grands Prix. Diese Saison wird mehr oder weniger als Übergangsjahr bezeichnet, denn 2014 stehen die großen Regeländerungen bevor. Was war also der Grund, weshalb man bei McLaren bereits 2013 einen derart radikalen Umbruch gemacht hat? "Als das Team die Entscheidung getroffen hat, waren wir etwas ins Hintertreffen gekommen", erklärt Whitmarsh.

"Der Start der Saison 2012 war gut, aber gegen Saisonmitte sind wir etwas zurückgefallen und in dieser Zeit triffst du diese Entscheidungen - dann wurde das Auto wieder schneller und schneller", so der Teamchef weiter. "Es war ein schlechtes Timing, es war eine Fehleinschätzung und es war Ehrgeiz. Im Nachhinein ist es ganz eindeutig, dass wir es falsch gemacht haben", gesteht er. Eine Rückschau und Analyse sei eine gute Sache, um daraus zu lernen, "aber es hilft uns aktuell nicht", betont der Brite. Dennoch möchte er nicht vergessen wissen: "Der aktuelle Bolide ist schneller als das Auto im vergangenen Jahr."

"Was wir also gemacht haben, sind geringfügige Schritte vorwärts - aber effektiv haben wir sechs Monate Zeit verloren. Die anderen Teams - wie wir es hätten machen sollen - haben ihr Auto für 2012 entwickelt und sind vorwärtsgekommen. Wir müssen sie langsam einholen. Wir haben dies schon ein bisschen getan, aber es ist eindeutig nicht genug", analysiert der 55-Jährige.

Wo ist die Schwäche bei McLaren?

Im Hinterkopf aller Beteiligten sind die massiven Änderungen in der kommenden Saison. "Die Schwäche von McLaren - und das ist möglicherweise mein Fehler - ist, dass wir nicht genügend Ressourcen für kommendes Jahr verschoben haben", zeigt sich Whitmarsh selbstkritisch. "Wir haben weitergekämpft in dieser Saison, da wir Racer sind - das ist unsere Schwäche", so der Brite weiter. Mit derart Problemen sei das Team zudem vertraut. "In der Vergangenheit waren wir des Öfteren ein bisschen spät - wir sind ein bisschen langsam in die Gänge gekommen und dann haben wir den Fuß auf das Gas gelegt", blickt Whitmarsh zurück.

"Wir waren schon oft in einer Situation, wo wir einen Fehler gemacht haben. Dann haben wir diesen Fehler korrigiert und sind nach vorne gesprungen", zeigt er sich zuversichtlich und betont abermals: "Das Problem, das wir dieses Jahr mit dem Auto haben, ist, dass wir in der Entwicklung zurückliegen. Du machst dann viel Druck, um die Entwicklung zu beschleunigen, verlierst die Zusammenhänge zwischen Windkanal und Strecke, verlierst deinen Weg und es wird schwieriger, die Fortschritte zu machen, die du machen möchtest", so der Brite abschließend.

Fotoquelle: McLaren

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