Hübsch und schnell: Susie Wolff träumt von einer Teilnahme an einem Formel-1-Rennen

Formel 1 2013

— 31.08.2013

Ecclestone: Flapsiger Spruch in Richtung Susie Wolff

Immer wieder Untergriffe aus der Männerwelt, Bernie Ecclestone eingeschlossen: Susie Wolff kämpft weiterhin unermüdlich gegen Vorurteile



Frauen in der Formel 1 sind traditionell ein heiß diskutiertes Thema, zu dem fast jeder eine Meinung hat, diese Meinungen aber nur selten übereinstimmen. Tatsache ist: Viele würden sich alleine schon der sicheren Publicity wegen einen weiblichen Grand-Prix-Star wünschen. Und Tatsache ist auch: Williams-Entwicklungsfahrerin Susie Wolff ist momentan am nächsten dran.

Die 30-Jährige (geborene Stoddart, seit Oktober 2011 verheiratet mit Mercedes- und Williams-Anteilseigner Toto Wolff) sitzt regelmäßig im Williams-Simulator und durfte diesen Sommer in Silverstone erstmals bei einem offiziellen Young-Driver-Test ran, verfolgt ihre Minichance auf einen Stammplatz in der Formel 1 seither mit großem Ehrgeiz. Wie hart sie dafür trainiert, zeigt sie ihren Fans unter anderem auf ihrer Facebook-Seite.

Auch medial wird sie seit Monaten professionell inszeniert; die angesehene BBC widmete ihr sogar eine TV-Dokumentation mit dem Titel "Driven: Die schnellste Frau der Welt". Ob dem auch die Schweizer IndyCar-Fahrerin Simona de Silvestro oder NASCAR-US-Girl Danica Patrick zustimmen würden, sei dahingestellt - aber in der Formel 1 hat es in den vergangenen Jahren nur Maria de Villota ähnlich weit gebracht wie Wolff.

Die schnellste Frau der Welt?

Dass der Doku-Titel polarisiert hat, ist eine Sache, aber dafür kann die in Schottland aufgewachsene Britin nichts: "Der Name ist kein Problem für mich. Ich habe nicht die BBC angerufen und ihnen gesagt, dass sie die Dokumentation so nennen sollen, sondern das war deren Entscheidung. Ob ich es bin oder nicht? Es ist jedenfalls kein Titel, der mich interessiert", winkt Wolff im 'Telegraph' ab.

Polarisierenden Kommentaren sieht sie sich aufgrund der geringen Dichte von Frauen im Top-Motorsport fast zwangsläufig ausgesetzt. Bernie Ecclestone ist da keine Ausnahme: "Wenn Susie im Auto genauso schnell ist, wie sie außerhalb des Autos gut aussieht, dann wäre sie eine riesige Bereicherung für den Sport", wird der Formel-1-Geschäftsführer im gleichen Beitrag der britischen Tageszeitung zitiert.

Nicht sein erster Macho-Spruch, nebenbei bemerkt. Bereits 2005, als Danica Patrick drauf und dran war, das Indy 500 zu gewinnen, konnte er sich einen bissigen Kommentar in Richtung Frau am Steuer nicht verkneifen: "Wissen Sie, ich habe da so eine wunderbare Vorstellung, dass alle Frauen Weiß tragen sollten, so wie all die anderen Küchengeräte auch." Was damals (zurecht) für Empörung sorgte.

Ganze Karriere begleitet von Kritikern

Wolff hat inzwischen gelernt, mit so etwas umzugehen - und nimmt sich vieles nicht mehr ganz so zu Herzen wie noch vor einigen Jahren. Erfahrung macht abgebrüht: "Meine ganze Karriere hindurch hat es immer Zeiten gegeben, in denen es ziemlich hart war. Viele wünschen sich eine Frau in der Formel 1, aber viele glauben nicht, dass es möglich ist. Viele sind dafür, viele dagegen", gibt sie zu Protokoll.

Und weiter: "Ich habe Kritiker und Unterstützer", sagt die langjährige DTM-Fahrerin. "Wenn die Leute verallgemeinern und sagen, dass Frauen im Motorsport nicht auf Formel-1-Niveau mithalten können, dann ärgert mich das. Aber letztendlich bin ich hier, weil ich ein erfolgreicher Rennfahrer sein möchte. Ich versuche, die Kommentare zu ignorieren und mich auf meinen Job zu konzentrieren."

Fast noch mehr ärgern sie ohnehin Behauptungen, wonach sie den Mercedes-DTM-Vertrag und nun auch den Williams-Formel-1-Deal nur wegen ihres Ehemannes bekommen habe. "Carlos Sainz jun. im Red Bull: Hat irgendjemand hinterfragt, dass ihm sein Vater geholfen hat, den Test zu bekommen? Nico Prost: Hat irgendjemand erwähnt, dass sein Vater Alain ihm den Test bei Lotus-Renault besorgt hat? Nein", sagt Wolff.

Fotoquelle: xpbimages.com

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